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Rheumatisches Fieber
Das rheumatische Fieber wird auch als Streptokokkenrheumatismus, oder akuter Gelenkrheumatismus genannt. Die Erkrankung tritt nach einer Infektion mit Streptokokken auf, die beispielsweise auch Scharlach, Mittelohrentzündung, oder Mandelentzündung verursachen. In diesen Infektionsfällen kommt es zwischen 0,1 und 3% der Fälle zu einem akuten Gelenkrheumatismus. Früher kam diese Form von Rheuma sehr häufig vor, heute ist sie dank moderner Medizin eher selten geworden, zumindest in den Industrieländern. Hier spielen moderne Antibiotika eine herausragende Rolle, die man bereits bei der ursprünglichen Infektion verabreichen kann. Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 15 Jahren sind häufiger von der Erkrankung betroffen, als erwachsene Menschen. Charakteristisch für das rheumatische Fieber sind Gelenkentzündungen, die gleichzeitig, oder abwechselnd an mehreren Stellen auftreten. Rasche Diagnosestellung bei Scharlach, Mandelentzündung, oder Mittelohrentzündung, mit entsprechender Therapie mit Antibiotika, können eine Erkrankung an Streptokokkenrheumatismus verhindern. Die Ursache des rheumatischen Fiebers ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird allerdings eine Art Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems, gegenüber bestimmten Streptokokken-Bakterien.
Symptome und Diagnose akuter Gelenkrheumatismus
Therapie und Verlauf vom rheumatischen Fieber
Zunächst gilt es festzustellen, ob eine aktuelle Streptokokkeninfektion vorliegt. In diesem Fall erhalten die Patienten hochdosierten Penicillin (alternativ Erythromycin) als Antibiotikum. Die Behandlung mit Antibiotika erfolgt über mehrere Wochen. Gelenkschmerzen werden mit Schmerzmitteln, wie Aspirin, Ibuprofen, Etofenamat, oder Indometacin gelindert. Wichtig ist rasch festzustellen, ob das Herz ebenfalls an der Erkrankung beteiligt ist. Hier ist die Gabe von Cortisonpräparaten das Mittel der Wahl. Ist das rheumatische Fieber in seinem akuten Stadium kann Bettruhe - vor allem bei Herzbeteiligung - verordnet werden. Allgemein gilt hier, die Gelenke zu schonen. Kälteanwendungen sollen hier Beschwerden lindern.
Der Verlauf der Erkrankung kann sehr unterschiedlich ausfallen. Während Erwachsene meist nur über einen milden Verlauf berichten, können die Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen stärker sein. Bei Erwachsenen treten in der Regel Gelenkentzündungen auf, begleitet von Rötungen, starken Schmerzen und Schwellungen. Vor allem - in etwa 80% der Fälle - bei Kindern kann zu den Beschwerden auch eine Entzündung der Herzinnenhaut hinzukommen. Bei Herzbeteiligung können auch die Herzklappen und das Herzbeutel entzündliche Reaktionen zeigen. Es gibt Fälle, wo ein rheumatisches Fieber ausschließlich Entzündungen des Herzens verursacht. Häufig steht hier Myokarditis mit Herzschmerzen und Herzschwäche im Vordergrund.
Die Herzbeteiligung zählt zu den schwersten Komplikationen bei dieser Erkrankung. Wird die Erkrankung nicht ausreichend behandelt, kann es zu bleibenden Schäden am Herzen kommen. Zum Vergleich hierzu: Die im Zuge eines rheumatischen Fiebers auftretenden Gelenkschmerzen können auch ohne Behandlung nach einiger Zeit praktisch von alleine wieder verschwinden. Rheumatischem Fieber kann man gezielt wohl nicht vorbeugen. Allerdings kann man Schadensbegrenzung üben. Nach einer Mandelentzündung sollten nach Möglichkeit die Mandeln chirurgisch entfernt werden. Während man der Erkrankung nicht gezielt vorbeugen kann, kann man Rückfälle verhindern, indem man den Patienten über Jahre hinweg Antibiotika verabreicht. Hier liegt allerdings die Dosierung etwas niedriger, als bei einer akuten Bakterieninfektion. Um eventuellen Infektionen vorzubeugen sollte man alle Erkrankungen im Nasen-Rachen-Raum ärztlich untersuchen lassen, insbesondere die, die von Fieber begleitet sind.
Hajnalka Prohaska
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 14.12.2009; 17:38:30 Uhr