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Pulsmessung zu Diagnose von Erkrankungen
Die Pulsmessung wird schon seit Anbeginn der Medizin verwendet, um sich ein Bild über den Gesundheitszustand, insbesondere des Herz-Kreislaufzustandes eines Patienten zu machen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Pulsmessung vorzunehmen. Diese kann einfach nur mit den Fingern vorgenommen werden, oder mit Hilfe von Instrumenten. Wenn keine Instrumente für die Diagnostik vorhanden sind, wird die Pulsmessung in der Regel am Handgelenk vorgenommen. Das, ist die einfachste und schnellste Methode und zugleich die unkomplizierteste. Kann am Handgelenk kein Puls getastet werden, hat man auch die Möglichkeit, den Puls an der Carotis, also am Hals zu messen. Allerdings muss man bei dieser Methode sehr behutsam vorgehen, weil man bei zu starkem Druck auf die Carotiden Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzkreislaufstillstand provozieren kann. Ein absoluter Laie sollte von dieser Variante des Pulsmessens Abstand nehmen und der Carotispuls sollte auch nur dann getastet werden, wenn beispielsweise auch am Fußgelenk kein Puls tastbar ist. Für geschulte Leute gibt es auch noch die Möglichkeit, an der Femoralis den Puls zu ertasten, also am Oberschenkel.
Jedoch funktioniert diese Methode meist nur bei normalgewichtigen Patienten und man sollte auch davon Abstand nehmen, als Laie einen Patienten von seinen Hosen zu entkleiden, wenn man ihn nicht kennt. Sucht man als Patient seine Hausarztpraxis wegen Unwohlsein etc. auf, wird der Arzt auch zunächst den Puls messen, denn der Puls gehört zu den Vitalfunktionen, die etwas über den körperlichen Zustand des Patienten aussagen, ebenso wie die Atmung und das allgemeine Erscheinungsbild des Erkrankten sowie sein Zustand. Tastet der Arzt Unregelmäßigkeiten im Puls, wird er mit einem Stethoskop das Herz direkt abhören, denn letztendlich gibt der Puls die Art der Herzaktivität wieder: Schlägt das Herz zu schnell oder zu langsam?
Sind Rhythmusstörungen vorhanden? Wenn ja, sind diese gefährlich oder eher harmlos?
Neben der Pulsmessung wird normalerweise auch eine Blutdruckmessung vorgenommen. Diese kann nicht mit der bloßen Hand erfolgen, denn dazu bedarf es einem diagnostischen Gerät, welches der Arzt entweder manuell betätigen kann, oder dafür auch auf ein elektronisches, geeichtes Gerät zurückgreifen kann. Diese elektronischen Blutdruckmessgeräte messen gleichzeitig auch den Puls, damit man den Blutdruckwert und den Pulswert vergleichen und in Relation setzen kann. Ist der Puls schnell und fadenförmig, also kaum tastbar und der Blutdruck sehr niedrig, besteht der dringende Verdacht auf ein akutes Schockgeschehen, welches eine sofortige ärztliche Behandlung und die Einweisung in eine Klinik nötig macht. Ein zu schneller Puls kann viele Ursachen haben, und diese müssen nicht immer einen medizinischen Grund haben. Wer sich beispielsweise erschreckt oder aufregt, wird vorübergehend auch einen schnellen Puls haben, welcher aber in der Regel, sofern er sich von alleine wieder beruhigt, nicht behandelt werden muss. Wer aber dauerhaft an einem zu schnellen Puls leidet, sollte sich unbedingt von einem Herzspezialisten untersuchen lassen, denn je schneller der Puls ist, desto schneller pumpt das Herz und desto mehr Sauerstoff wird im Herzmuskel für seine Tätigkeit benötigt. Wird der Puls dauerhaft zu schnell, ist die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels akut gefährdet, weil nicht mehr genügend Sauerstoff transportiert werden kann. Dies hat zur Folge, dass nicht optimal mit Sauerstoff versorgte Herzmuskelzellen absterben und die Herzleistung auf Dauer immer mehr eingeschränkt wird, bis es letztendlich, ohne ärztliche Behandlung, zum Herzversagen kommt. Eine ständig erhöhte Herzfrequenz und in Folge ein zu schneller Puls wird in der Medizin als Tachykardie bezeichnet.
Diese muss auf Dauer mit Betablockern therapiert werden, weil es sonst zum gefürchteten Vorhof- oder Kammerflimmern kommen kann, das in eine Asystolie, also in die sogenannte Nulllinie übergehen kann. Das bedeutet, der Patient wird reanimationspflichtig und hier kann dann nur noch eine Herzdruckmassage zur Herzlungenwiederbelebung helfen und eine sofortige Einweisung auf eine Intensivstation. Neben dem zu schnellen Puls, also der Tachykardie, gibt es auch den zu langsamen Puls, die Bradykardie. Von dieser spricht man, wenn der Puls weniger als 60 Schläge pro Minute beträgt. Auch ein zu langsamer Puls kann lebensbedrohlich werden, denn auch das ist ein Zeichen für eine eingeschränkte Herztätigkeit und dies bedeutet wiederum eine verminderte Sauerstoffversorgung des Herzmuskels und durch die verringerte Pumpleistung auch ein Sauerstoffdefizit in allen anderen Organ- und Körperzellen. Ist der Puls dauerhaft zu niedrig, muss auch hier medikamentös nachgeholfen werden.
Bei Ausdauersportlern ist dies anders
Eine Ausnahme bilden allerdings Ausdauersportler, die aufgrund ihrer hervorragenden Kondition von Natur aus dauerhaft einen niedrigeren Ruhepuls haben, als Menschen, die keinen oder nur normalen Sport treiben. Jeder Mensch kann seinen Ruhepuls und seinen Puls nach körperlicher Anstrengung selbst am Handgelenk oder am Carotispuls, also an der Halsschlagader messen und regelmäßig überwachen. Die einfache Pulsmessung am Handgelenk ist einfach, sofern der Puls gut tastbar ist, und absolut unschädlich. Wenn man eine kollabierte Person vorfindet, die bewusstlos ist und man ruft einen Rettungswagen, wird der Mitarbeiter der Dienststelle zunächst fragen, ob ein Puls vorhanden ist, ob die Person atmet und bei Bewusstsein ist und ob die Haut normal gefärbt oder schon bläulich gefärbt ist. Von diesen Angaben hängt es nämlich ab, ob der Rettungsleitstellenmitarbeiter einen einfachen Kollaps vermutet, oder eine schwerwiegende Erkrankung oder sogar einen Herzstillstand. Da die Pulsmessung mit zur Bestimmung der Vitalfunktionen gehört und nicht mit einem großen Aufwand verbunden ist, werden die Kosten dafür immer von der Krankenkasse übernommen. Inzwischen bieten sogar viele Apotheken die Puls- und Blutdruckmessung zum Nulltarif an.
Heilpraktiker Felix Teske
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Artikel wurde zuletzt geaendert am: 21.01.2011; 22:21:26 Uhr