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Demenenzerkrankungen

Der Begriff Demenz umfasst alle Krankheiten, bei denen ein Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit vorliegt. Hierzu zählen ebenfalls die Abnahme des Gedächtnis sowie des Denkvermögens.Die Vergesslichkeit allein bedeutet allerdings noch keine Demenz. Durch die Demenz sind mehrere Bereiche betroffen, so sind Betroffene durch eine gestörte Orientierung und Gedächtnisleistung in ihrem Alltag extrem beeinträchtigt. Zu den am häufigsten vorkommenden Demenzformen gehört die Alzheimer-Demenz. Nur in den seltensten Fällen kommt es zum Stillstand der Erkrankung. Die meisten Patienten sind in fortgeschrittenem Stadium auf die Pflege durch Angehörige oder in einem Pflegeheim angewiesen. Oftmals enden Demenz-Patienten als Bettlägerige. Die Demenzformen werden in drei unterschiedliche Stadien unterteilt, in die leichte Form der Demenz, die mittelgradig schwere Demenz und die schwere Demenz. Im frühen Stadium kann der Krankheitsverlauf der Demenz durch eine medikamentöse Therapie, Ergo- und Physiotherapie sowie einem Gedächtnistraining positiv beeinflusst und verzögert werden. Die Demenz betrifft in den meisten Fällen ältere Personen über 65 Jahre. In Deutschland leiden etwa 8-13% der über 65- Jährigen unter Demenz. Bei den Senioren, die das 90. Lebensjahr überschritten haben, sind rund 40% von der Demenz betroffen.
Ursachen der Demenz
Im Grunde können alle Veränderungen im Gehirn zum Krankheitsbild der Demenz führen. Als die häufigste Demenz-Form wird mit 60-70% die Alzheimer-Krankheit angesehen. Hierbei kommt es zu Eiweißablagerungen im Gehirn, durch die die Funktion der Nervenzellen stark eingeschränkt wird. Neben der Alzheimer-Demenz werden rund 20% der Demenzfälle durch Durchblutungsstörungen ausgelöst, die als vaskuläre Demenz bezeichnet werden. Hierbei kommt es zu einer schlagartigen Verschlechterung der Gehirnleistung. Auch sind Mischungen zwischen Durchblutungsstörungen im Gehirn und der Alzheimer-Demenz möglich.Daneben gibt es einige Grunderkrankungen, die zum Krankheitsbild Demenz führen können, wie beispielsweise Stoffwechselerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, chronischer Alkoholismus und Gehirntumore. Infektionskrankheiten, die Schäden am Gehirn hinterlassen, können ebenfalls Demenz auslösen. Zu diesen Erkrankungen gehören zum Beispiel AIDS oder die Creutzfeld-Jakob-Erkrankung. Bei vielen Demenz-Patienten liegen gleich mehrere Grunderkrankungen vor. Hier kommen Diabetes mellitus, Parkinson, Depressionen und ein zu hoher Blutdruck in Betracht. Mit diesen Grunderkrankungen kann die Demenz in direktem Zusammenhang stehen. Im Gegensatz zur Alzheimer-Krankheit kann bei der Demenz nur in den seltensten Fällen von einer familiären Veranlagung die Rede sein.
Symptome der Demenz
Menschen, die unter dem Krankheitsbild der Demenz leiden, weisen zunächst eine Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses auf. Ebenfalls lässt das Erinnerungsvermögen stark nach. Auffällig hierbei ist, dass Kindheitserinnerungen weiterhin fortbestehen. Die Erkrankten haben jedoch Schwierigkeiten, sich an neue, alltägliche Gegebenheiten zu gewöhnen. Selbst das Bedienen eines neuen Küchengerätes kann zum unüberwindbaren Hindernis werden. Neben den Gedächtnisstörungen kommt es zu einer gestörten Orientierung, Sprachstörungen sowie einer Persönlichkeitsveränderung. Angehörige berichten häufig von einer starken Wesensveränderung des Erkrankten. So kann es zu vermehrten Weinanfällen oder Aggressionen kommen. Oftmals sind es die unvorhergesehenen Aggressionen, die die Pflege eines Demenz-Kranken erschweren. Im späteren Krankheitsverlauf treten ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus auf, sowie Blasen- und Darmstörungen.
Diagnose
Zur Diagnosestellung der Demenz stehen Fachärzten einfache Hilfsmittel zur Verfügung. Aufgrund der Schilderungen des Krankeitsbildes des Betroffenen, seines Verhaltens, sowie der körperlichen Untersuchung, wird der Arzt schnell zur Diagnose der Demenz kommen. Ärzte sind bei der Diagnosestellung auf die Hilfe der Angehörigen angewiesen. Da diese den Erkrankten genau kennen, können sie Verhaltensveränderungen am ehesten feststellen. Beim Facharzt werden in der Regel neuropsychologische Tests durchgeführt, um die Demenz nachzuweisen. Bei den Tests müssen die Erkrankten Fragen beantworten, zeichnen, rechnen und sich Gegenstände merken. Typisch ist auch der Uhren-Test, wobei der Erkrankte eine bestimmte Uhrzeit auf ein Zifferblatt aufmalen muss. Zur Diagnosesicherung werden Schichtaufnahmen des Gehirns durchgeführt. Hierbei kommen in der Regel eine Computer-Tomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz.
Therapie der Demenz
Ebenso wie bei der Alzheimer-Krankheit wird auch der Schweregrad der Demenz in drei Schweregrade unterteilt: der leichten Demenz, der mittelgradig schweren Demenz und der schweren Demenz. Bis heute ist die Krankheit nicht heilbar, kann jedoch gegebenenfalls medikamentös verzögert werden. Da die Erkrankung lediglich im Frühstadium beeinflusst werden kann, ist es wichtig, dass die Demenz so schnell wie möglich erkannt wird. Nur so kann das rapide Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden. Neben der medikamentösen Behandlung ist eine ergotherapeutische und physiotherapeutische Behandlung sehr wichtig. Auf diese Weise wird versucht, die Leistungsfähigkeit zu trainieren sowie den Patienten so lange wie möglich mobil zu halten. Der Demenzkranke sollte regelmäßig bei einem Neurologen vorgestellt werden. Da die Erkrankung auch eine schwere Belastung für die Angehörigen und Pflegepersonen ist, sollte über den Besuch einer Selbthilfegruppe nachgedacht werden.
Krankheitsverlauf der Demenz
Bislang gehört die Demenz zu den nicht heilbaren Erkrankungen. Mit Hilfe von speziellem Gehirntraining und der passenden medikamentösen Behandlung kann ein Fortschreiten der Demenz verzögert werden. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass die Erkrankung bei jedem Menschen anders verläuft. Ein kontinuierlich langsam fortschreitender Verlauf ist ebenso möglich wie eine rasche Verschlechterung der Demenz. Bei den meisten Betroffenen verläuft die Demenz in Schüben. Es kann Zeiten geben, in denen der Patient recht klar und unauffällig erscheint. Die gute Stimmung kann jedoch auch schnell wieder kippen, so dass der Demenzkranke plötzlich aggressiv oder depressiv ist. Plötzliches Weinen ist für die Erkrankung ebenso typisch wie Aggressivität. Wurde die Demenz von schweren Abbauprozessen im Gehirn ausgelöst, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Patient innerhalb der nächsten zehn Jahre verstirbt.
Kann man die Demenz vorbeugen?
Demenzformen, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn ausgelöst werden, können durch eine gesunde Lebensweise sowie sportliche Betätigung vorgebeugt werden. Das Gleiche gilt für alkoholbedingte Demenzen. Die Alzheimer-Demenz lässt sich jedoch nicht aufhalten. Lange bevor der Betroffene die Erkrankung bemerkt, wurde das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen. Mittlerweile ist bekannt, dass einige Grunderkrankungen das Risiko erhöhen, an der Demenz zu erkranken. Hierzu gehören Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Kopfverletzungen sowie der Mißbrauch von Alkohol und Nikotin. Deshalb ist es wichtig, dass die genannten Erkrankungen optimal behandelt werden, um weiteren Folgeschäden vorzubeugen. Wissenschaftler arbeiten seit einigen Jahren an einer Schutzimpfung gegen die Alzheimer-Demenz, die bereits sehr erfolgsversprechende Ergebnisse vorzuweisen hatte. Allerdings kann die endgültige Fertigstellung des Impfstoffes noch etwa zehn bis zwanzig Jahre in Anspruch nehmen.
Text: Hoek
© Andrew Gentry - Fotolia.com
