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Burnout Syndrom

Burnout heißt ausgebrannt. Als Burnout Syndrom wird eine Form der Depression bezeichnet, die insbesondere auf berufliche Überforderung, Erschöpfung, eine Diskrepanz zwischen vorhandenem Leistungsdruck und eigenem Leistungsvermögen, zurückzuführen ist. Das Burnout Syndrom ist somit sowohl in seiner Symptomatik wie auch bei Diagnose und Krankheitsverlauf den Depressionen zuzuordnen. Früher wurde beim Auftreten von Symptomen, die typisch für das Burnout Syndrom sind, lange Zeit von der Managerkrankheit gesprochen. Inzwischen ist nachgewiesen, dass es weniger die Manager sind, die zu den Betroffenen zählen, als vielmehr Menschen der helfenden, pflegenden und seelsorgerischen Berufe.

 

Es dürfte davon ausgegangen werden, dass gerade Menschen, die in diesen Berufsfeldern tätig sind, sehr hohe Ansprüche an ihre eigenen Leistungs- und Hilfsmöglichkeiten stellen, die eigene Messlatte selbst besonders hoch ansetzen. In der Realität führt dies in Zusammenhang mit der organisatorischen Begrenzung der Möglichkeiten und den menschlichen Grenzen der Leistungsfähigkeit bei der Versorgung und Betreuung Hilfebedürftiger, zu einem Widerspruch zwischen Anspruch und Leistung. Der Mensch „ brennt aus ", seine Leistungsreserven sind körperlich und psychisch aufgebraucht. Unbehandelt und zu spät beachtet kann eine solche Symptomatik zu schweren Depressionen, Suizidgefahr, weiteren psychischen Störungen führen. Es wird geschätzt, dass ungefähr 10 % der Menschen der Risikogruppen betroffen und bis zu 30 % gefährdet sind.

 

Symptome und Verlauf des Burnout Syndroms

Das Burnout Syndrom als Teil der Depressionserkrankungen zeigt die gleichen Symptome wie eine Depression. Während jedoch oft eine Depression direkt in Zusammenhang mit einem Ereignis, einer Erkrankung eintreten kann, entwickelt sich das Burnout Syndrom schleichend und über lange Zeit hinweg. Vielfach entwickeln sich die Symptome von seltenem Auftreten, sporadischen leichten depressiven Episoden, über Jahre hinweg bis zu dem Punkt, an dem ein Mensch akut feststellbar am Burnout Syndrom erkrankt und „nichts mehr geht". Die Symptome sind Antriebslosigkeit, Gereiztheit, Versagensgefühl, Angst, Interesselosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Rückzug vom familiären und beruflichen Umfeld. Hinzu kommen meist körperliche Symptome wie Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Schwindelanfälle.

 

Obwohl die körperlichen Beschwerden vielfach bereits als Störungen aus dem psychosomatischen Bereich zu diagnostizieren sind, wird leider oft zu spät auf ein Burnout Syndrom geschlossen. Die Ursachen liegen darin, dass die Erkrankung in ihrer ganzen Symptomatik zu den typischen so genannten Zivilisationskrankheiten gehört, ihre spezielle Diagnose und Behandlung noch verhältnismäßig jung ist. Da die Symptome sich so langsam in der Zeitfolge entwickeln, über lange Zeit nur vereinzelt auftreten, konnten Ärzte in früherer Zeit hier oft nicht die entsprechenden Schlüsse ziehen. Die Intensivierung von Forschung, Diagnostik und Behandlung von psychischen Erkrankungen, psychosomatischen Krankheiten, dem umfangreichen Krankheitsbild der Depressionen, konnte auch bezüglich des Burnout Syndroms zu erhöhter Aufmerksamkeit für die einzelnen Symptome führen.

 

Diagnostik, Behandlung, Aufmerksamkeit beim Umgang

Die Diagnostik für das Burnout Syndrom geht analog der Diagnostik von Depressionen vonstatten. Halten oben beschriebene Symptome in der Häufung über einen längeren Zeitraum an und nimmt die Symptomatik zu, so wird diese Form der depressiven Erkrankung diagnostiziert. Die Grenzen zur Depression sind dabei fließend. Zwar werden hinweisende Erkrankungsbilder von Patienten aus den Berufen der Risikogruppen den diagnostizierenden Arzt besonders scharfsichtig bezüglich einer Diagnose machen, jedoch kann das Burnout Syndrom auch Menschen aller anderen Berufe erfassen. Die Hausfrau kann ebenso betroffen sein wie der Profisportler. Bei einer Diagnose werden stets zuerst andere Grunderkrankungen des körperlichen und psychischen Bereichs ausgeschlossen.


Die Behandlung erfolgt in der Regel in der Kombination von Psychotherapie und Medikation. Teils kann die stationäre Behandlung in einer Fachklinik erforderlich sein. Bei der Therapie wird das Augenmerk darauf gerichtet, den Patienten zu einer realistischeren Selbstwahrnehmung zu führen, von überfordernden Verhaltensmustern zurückzutreten, eigene Schuldzuweisungen zu relativieren. Die Behandlung ist oft mit einer längeren Arbeitsunfähigkeit verbunden. Einige Patienten entscheiden sich im Verlauf der Behandlung, ihren Beruf oder Arbeitsplatz zu wechseln.


Wichtig für den Behandlungserfolg ist stets eine Diagnose, die so frühzeitig wie möglich stattfindet. Da die Betroffenen ihre Symptomatik vielfach nicht als Krankheit einordnen, sondern eher dazu neigen, sich beruflichen und menschlichen Versagens zu beschuldigen, sollte Angehörige, Freude und Kollegen besonders aufmerksam reagieren, wenn Symptome auffallen. Dem Betroffenen sollte dann der Weg zum Arzt angeraten werden.



Artikel wurde zuletzt geaendert am:  31.01.2012; 22:46:29 Uhr



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