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Demenz – Alzheimer-Erkrankung
Unter dem Oberbegriff Demenz werden etliche von Hirnerkrankungen zusammengefasst, die durch eine erworbene Störung von Gedächtnis und Denkvermögen gekennzeichnet sind. Zu diesen Krankheitsbildern gehören die Alzheimer-Erkrankung als häufigste Demenzerkrankung, die vaskuläre Demenz, die Picksche Erkrankung, Demenz in Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit und die Demenz mit Lewy-Körperchen.
Jede Demenz geht mit sehr starken Einschränkungen der Denk- und Gedächtnisfähigkeiten einher. Dabei sind von Alzheimer-Erkrankungen etwa ein Drittel der Demenzkranken betroffen, bei etwas 15 % liegen vaskuläre Demenzen vor.
Etwa 40 % der an Parkinson erkrankten Personen entwickeln Demenzen im späteren Krankheitsverlauf. Die Picksche Erkrankung, die ausschließlich Hirnbereiche in Stirn- und Schläfennähe betrifft und die Lewy-Körperchen-Demenz treten seltener auf und die Ursachen sind noch nicht ausreichend erforscht.
Darüber hinaus gibt es sekundäre Demenzen, die durch andere Erkrankungen bedingt sind. Solche Demenzen können bei Stoffwechselstörungen, Schilddrüsenerkrankungen, Vitamin B12-Mangel, Alkoholismus, Infektionen, Hirnhautentzündungen, AIDS oder Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung auftreten. Eine erfolgreiche Behandlung der Ursachen-Krankheiten kann die Gedächtnisstörungen zurückbilden.
Das breite Spektrum der Demenzen macht klar, dass es sich bei Demenzen durchaus nicht immer - wie vielfach angenommen - um Erkrankungen im hohen Alter handelt. Gerade die sekundären Demenzen können Menschen fast jeden Alters befallen. In der Häufung sind jedoch die Demenzen im Alter, insbesondere mit ursächlicher Alzheimer-Krankheit, vorherrschend.
Demenz bei Alzheimer-Erkrankung
Bei der Alzheimer-Erkrankung gehen im Gehirn Nervenzellen zugrunde. Verantwortlich dafür sind Störungen des Botenstoffs Glutamat. Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien, von denen besonders das letzte Stadium mit den stärksten Auswirkungen meist mit dem Alter der Betroffenen zusammenfällt. Allerdings wird davon ausgegangen, dass sich die Alzheimer-Erkrankung bereits viel früher entwickelt. Dabei sind die Betroffenen am Anfang noch frei von deutlichen Symptomen, beziehungsweise halten sich Störungen in einem Rahmen, der sich kaum von normaler Vergesslichkeit unterscheidet. Daher wird die Diagnose zumeist erst gestellt, wenn bereits sehr deutliche Anzeichen der Krankheit spürbar sind.
Im Stadium 1 treten leichte Defizite auf, die kaum Beachtung finden, wie Vergesslichkeit und leichte zeitliche Orientierungsschwierigkeiten. Stadium 2, auch moderates Stadium, ist gekennzeichnet durch zunehmende Probleme der geistigen Fähigkeiten. Es kommt zu ersten Einschränkungen der Selbstständigkeit der Patienten. Geschicklichkeit und Erinnerung lassen merklich nach, es kommt zu stärkeren Desorientierungen, bei denen Zeit und Ort nicht wahrgenommen werden, Sprache und Sprachverständnis lassen nach, die körperliche Hygiene wird nicht mehr beachtet, es kommt zu Wahnvorstellungen. Im 3. und schwersten Stadium geht die Fähigkeit den Alltag zu meistern gänzlich verloren, die Patienten sind vollständig pflegebedürftig. Auch das Langzeitgedächtnis zerfällt, Angehörige werden nicht erkannt, die Sprache ist verworren ohne Satzbildung.
Behandlung, Leben mit Demenz-Kranken
Bei der Alzheimer-Erkrankung werden zwei Hauptmedikamente eingesetzt. Dies sind die Memantine und Acetylcholinesterasehemmer. Bei der Diagnose der Erkrankung ist im Computertomogramm deutlich eine Hirnschrumpfung erkennbar. Bekannt ist zwar die Problematik des Botenstoffs Glutamat und die Ablagerung von Eiweiß-Spaltprodukten, doch sind noch nicht alle Vorgänge hinreichend geklärt. Die medikamentöse Behandlung kann die Symptome lindern, den Krankheitsverlauf auch merklich verzögern. Sie kann jedoch bis heute die Erkrankung noch nicht heilen. Je eher allerdings eine solche Behandlung einsetzt, desto erfolgreicher sind die Linderung der Symptome und die Verzögerung des Eintretens der besonders schweren und belastenden Stadien der Erkrankung.
Für Angehörige von Demenzkranken sind neben den schweren Beeinträchtigungen des Gedächtnisses und Denkens der Patienten auch zahlreiche Persönlichkeitsveränderungen besonders belastend. In früheren Zeiten gelassene, freundliche Menschen werden plötzlich oft aggressiv, machen gegenstandslose Vorwürfe, reagieren überängstlich und ablehnend auch bei Hilfeleistungen. Ein weiteres Problem ist, dass den Erkrankten in den Anfängen der Erkrankung ihre Probleme durchaus bewusst sind. Sie erleben die Verluste an Gedächtnisleistung, sprachlichem Ausdruck, die mangelhafte Orientierungsfähigkeit vielfach bewusst.
Auch dies trägt zu erhöhter Reizbarkeit bei. Am Anfang versuchen Betroffene auch, die Gedächtnismängel zu überspielen, erfinden oft unlogisch erscheinende Ausreden dafür. Oft werden angeblich fremde Besucher für den Patienten unerklärliche Dinge verantwortliche gemacht. Verlegte Gegenstände werden als gestohlen und Ähnliches. Daher ist es immer ratsam für das Zusammenleben mit Demenzkranken, Menschen mit Alzheimer-Erkrankung fachlichen Beistand und Rat zu holen. Beratungen für Angehörige von Demenzkranken, Ärzte und Psychologen stehen hier zur Verfügung und sollten zur Aufklärung auch unbedingt angesprochen werden.
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 02.02.2012; 23:08:07 Uhr