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Schizophrenie
Schizophrenie ist eine Erkrankung der endogenen Psychosen. Die Krankheit zählt zu den schweren psychischen Erkrankungen. Für die Entstehung einer Schizophrenie kommt eine Vielzahl von Ursachen infrage. Das Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren biologischer und psychosozialer Art kann die Krankheit begünstigen. Erbfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Wenn von der Schizophrenie die Rede ist, muss eingangs mit dem weit verbreiteten Irrtum aufgeräumt werden, dass es sich hier um eine Persönlichkeitsstörung im Sinne der Entwicklung von verschiedenen Persönlichkeiten mit einem Eigenleben handelt.
Menschen, die an Schizophrenie erkranken, glauben nicht eine oder mehrere andere Personen zu sein (Vorstellung wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde). Dabei würde es sich um multiple Persönlichkeitsstörungen handeln, die ein anderer Krankheitskreis sind. Etwa 800.000 Bürger in Deutschland erkranken mindestens einmal während ihres Lebens an einer Schizophrenie, meist im Alter von 18 bis 35 Jahren. Beide Geschlechter sind gleich häufig betroffen.
Symptome, Ursachen und Verlauf
Eine Schizophrenie beeinflusst häufig sehr viele bis alle psychischen Funktionen eines Menschen. Die Störungen, die durch die Erkrankung selbst verursacht werden, werden als Grundbeschwerden bezeichnet. Solche sind Störungen vom Denken und der Sprache. Die Patienten denken zusammenhanglos, zerfahren, die Gedankengänge erscheinen als unlogisch. Sprachlich werden Begriffe anders zugeordnet oder zu neuen Wörtern zusammengefasst. Stimmungslage und Situation sind nicht passend.
Die Patienten können gleichzeitig weinen und lachen, aggressiv und überängstlich sein. An Schizophrenie Erkrankte leiden unter schweren Ich-Störungen. Sie empfinden die eigene Persönlichkeit nicht realistisch in der Wirklichkeit, haben kein ausgeprägtes Ich-Selbst-Bewusstsein, fühlen sich nicht in Zusammenhang mit der realen Umgebung. An die Stelle der Wirklichkeit tritt eine Erlebniswelt, die zur Realität wenig oder keinen Bezug hat. Oft zweifeln die Patienten selbst, ob ihre Erlebnisse real sind oder nicht.
Als zusätzliche Beschwerden treten Empfindungen auf, das eigene Denken sei fremd oder fremdgesteuert, Angst, Unsicherheit, Hilflosigkeit werden beherrschend. Es stellt sich die Vorstellung von Verfolgtsein ein. Blicke, Bewegungen anderer werden als Angriff gewertet, die Patienten haben visuelle und akustische Halluzinationen (Bilder und Stimmen). Bewegungshemmungen können bis zum langen Verharren in extremen Stellungen gehen, oder es werden in der Erregung immer gleiche Bewegungen wiederholt.
Beschriebene Symptome treten nicht immer alle und gleichzeitig auf. Der Verlauf der Erkrankung ist sehr unterschiedlich. Unterschiedliche Symptome können vordergründig auftreten, andere fehlen.
Die Erkrankung kann akut oder auch schleichend verlaufen. Bei einem schleichenden Verlauf ziehen sich die Patienten vom Umfeld stark zurück, leiden an starken Gefühlsveränderungen, Schlafstörungen, teilen sich nicht mehr mit. Hinzu können Drogenmissbrauch und Hinwendung zu okkulten Dingen kommen. Beim akuten Ausbruch herrschen in der Regel visuelle und akustische Halluzinationen vor.
Die Mehrheit der Betroffenen macht in Schüben auftretende akute Phasen durch. Extreme Erlebnisse können die Anfälligkeit erhöhen. Ursächlich können auch Hirnverletzungen, Hirnoperationen, Geburtskomplikationen, körperliche Erkrankungen, traumatische Kindheitserlebnisse, Stress sein. Das Risiko steigt genetisch, wenn in der Familie geradlinige Angehörige erkrankt sind. Die ziemlich gesicherte Dopamin-Hypothese geht davon aus, dass bedeutend eine Überaktivität bestimmter Botensysteme im Gehirn, die dompominergen, besonders das limbische System, die Entstehung der Krankheit beeinflusst.
Diagnose und Behandlung
Zur Diagnose gehören das ausführliche Gespräch und die Behandlung eines speziellen Fragebogens. Vorweg sind Ursachen wie ein Hirntumor, Medikamenten- und Drogenmissbrauch auszuschließen. Es erfolgt zudem eine ausführliche neurologische, körperliche und Laborwerte-Untersuchung. Zur Behandlung werden Neuroleptika, die den Botenstoff Dopamin blockieren, verordnet. Gegenüber den klassischen Medikamenten haben heutige atypische Neuroleptika weniger Nebenwirkungen. Zusätzlich werden gegen übrige Beschwerden Antidepressiva und Beruhigungsmittel verordnet. Psychotherapien wirken gegen die Grunderkrankung minimal.
Sie sind jedoch für Stabilisierung der Patienten und die Verarbeitung der Erlebnisse im Krankheitsverlauf wichtig und hilfreich. Hierbei ist das Ziel, Selbstwertgefühl und Eigeninitiative zu steigern, soziale Isolierung zu vermeiden oder aus ihr herauszufinden, eventuell einen Beruf aufzunehmen und ein eigenständiges Leben zu führen. Die Einbeziehung der Angehörigen ist entscheidend wichtig. Hierbei muss es um Aufklärung und eine entsprechende Lebensgestaltung für den Patienten gehen. Alle Arten von Stress sollten möglichst vermieden werden. Oft ist eine zeitweilige stationäre Behandlung notwendig. Ist der Patient zu Hause muss auf die genaue Einnahme der Medikamente (Zeit und Dosierung) geachtet werden. Viele Patienten erreichen eine Besserung mit wenigen Rückfällen.
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 31.01.2012; 22:36:22 Uhr