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APC-Resistenz – eine angeborene Gerinnungsstörung

Viele Krankheiten sind erblich bedingt. Eine Erbkrankheit, die die Blutgerinnung negativ beeinflusst ist die APC-Resistenz, die auch als Faktor-V-Leiden-Mutation bekannt ist. Durch die Blutgerinnungsstörung leiden die Betroffenen unter einem erhöhten Risiko, Thrombose zu erleiden. Unter Thrombose ist der Verschluss eines Blutgefäßes durch einen Thrombus zu verstehen. Ein Thrombus ist ein Blutgerinnsel. Die tiefen Becken- und Beinvenen sind am häufigsten von einer Thrombose betroffen. Ein Blutgerinnsel, das in den Krampfadern entsteht, ist meist harmlos. Entzündete Krampfadern jedoch begünstigen eine Thrombose.

 

Die Blutsgerinnungsstörung ist fast immer angeboren und auf eine ganz bestimmte Mutation an einen Träger der Erbanlage zurückzuführen. Verschiedene Gerinnungsfaktoren wirken bei der Blutgerinnung mit. Die sich im Blut befindenden Eiweiße sind die Gerinnungsfaktoren, die chemische Reaktionen auslösen und beschleunigen. Spezielle Hemmstoffe als Sicherungsfaktoren können den Gerinnungsvorgang abschalten, sodass es nicht zur Thrombose kommen muss.

 

Das aktivierte Protein C, kurz APC, ist ein solcher Hemmstoff. Er wird bei der Gerinnungsstörung unwirksam. Die angeborene APC-Resistenz tritt bei Europäern deutlich öfter auf als bei Menschen der anderen Kontinente. Außerdem weist die APC-Resistent, die durch die Faktor-V-Leiden-Mutation hervorgerufen wird, die größte Häufigkeit erblich bedingter Thromboserisikofaktoren auf. Die venöse Thromboembolie lässt sich bei etwa jedem Dritten durch die Veränderungen am Erbgut feststellen.

 

Eine Erbkrankheit ohne vorher erkennbare Symptome

Obwohl die APC-Resistenz ein großes Risiko für Thrombose darstellt, sind keine Symptome bekannt. Wenn erste Beschwerden auftreten und das Risiko für eine Thrombose steigt, ist die APC-Resistenz bereits erhöht ist. Wurde die angeborene APC-Resistenz von nur einem Elternteil vererbt und es sind keine weiteren Risikofaktoren vorhanden, liegt das Risiko, Thrombose zu bekommen bei um ein 5 bis 10 Faches höher. Wurde die APC-Resistenz jedoch von beiden Elternteilen vererbt, ist das Thromboserisiko um das 50 bis 100 Fache höher.

 

Meist führt die APC-Resistenz früher oder später zu einem Blutgerinnsel. Die erhöhte Thrombosegefahr besteht, wenn sich eine Vene durch ein Blutgerinnsel verschließt. Überwiegend sind die tiefen Beinvenen von Thrombose betroffen, gefolgt mit circa 30 Prozent sind die Beckenvenen betroffen. Wenn ein Blutgerinnsel eine Vene verschließt, können die Venen nicht mehr genug Blut zum Herzen fördern. Schmerzende, anschwellende Beine sowie eine Hautverfärbung sind typische Symptome.

 

Das entstandene Blutgerinnsel kann sich in den ersten etwa acht Tagen löst und mit dem Blutstrom weggeschwemmt werden und möglicherweise zu einer Embolie führen, wenn es ein anderes Gefäß verschließt. Die abgeschwemmten Thromben aus den Becken- und Beinvenen sind für die meisten Blutgerinnsel in der Lunge verantwortlich. Die Folge ist eine Lungenembolie. Frauen, die durch die Faktor-V-Leiden-Mutation eine APC-Resistenz haben, erleiden meist auch häufiger Fehlgeburten. Die von der  APC-Resistenz Betroffenen müssen mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko leben und sind auch häufiger von einem Schlaganfall betroffen.

 

Vorbeugen und die richtig Therapie

Für Menschen, die unter einer angeborenen APC-Resistenz leiden, kann vorab noch keine Therapie erfolgen, solange keine richtige Thrombose aufgetreten ist. Allerdings kann in Risikosituationen, wie einer Operation, eine Thromboseprophylaxe durchgeführt werden. In diesem Fall werden gerinnungshemmende Mittel gegeben. Gerinnungshemmende Mittel verdünnen das Blut. Der behandelnde Arzt legt die Behandlung und Dauer entsprechend der Beschwerden fest. Natürlich müssen auch alle anderen Risikofaktoren, die sich aus der APC-Resistenz ergeben, berücksichtigt werden. Risikofaktoren sind unter anderem das Alter, Übergewicht, Antibabypille, Schwangerschaft und Geburt sowie Ruhigstellung.

 

Wer unter einem niedrigen Risiko leidet, kann mit einfachen physikalischen Maßnahmen, wie Beine hochlegen oder das Tragen von Thromboseprophylaxestrümpfen, einem Thromboserisiko vorbeugen.  Da die APC-Resistenz erblich bedingt ist, kann nicht wirklich der Entstehung der Gerinnungsstörung des Blutes vorgebeugt werden. Allerdings kann viel getan werden, um eine Thrombose zu verhindern. Bewegung ist das Zauberwort. Regelmäßiges Bewegen, möglichst an frischer Luft, bringt nicht nur den Kreislauf in Schwung, sondern sorgt auch für eine gute Blutzirkulation.

 

Gehen, leichtes Joggen, Wandern und natürlich Schwimmen eignen sich am besten, denn diese Bewegungsarten bringen nicht nur die Beine, sondern den ganzen Körper in Bewegung. Eine gesunde Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszunahme und der Verzicht auf Nikotin sollten selbstverständlich sein. Unter Übergewicht Leidende sollten ihr Gewicht reduzieren, um auch die Beine nicht noch zusätzlich zu sehr zu belasten.



Artikel wurde zuletzt geaendert am:  31.01.2012; 22:15:40 Uhr



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