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Was ist das Dandy-Walker-Syndrom?
Krankheiten beeinflussen das Leben auf viele verschiedene Weisen. Während eine Erkältung, eine Infektion oder gar ein Beinbruch in mehr oder weniger kurzer Zeit heilbar sind und kaum irgendwelche gesundheitlichen Spuren hinterlassen, gibt es auch heute noch viele Krankheiten, die noch nicht ausreichend erforscht sind. Gerade die Erforschung von Erbkrankheiten ist sehr langwierig und zeit- und kostenintensiv. Einige, dieser das Leben verändernden Erbkrankheiten geben den Wissenschaftlern, Forschern und Ärzten noch immer viele Rätsel auf. Auch angeborene Entwicklungsstörungen können genetisch eine große Rolle spielen. Das Dandy-Walker-Syndrom ist eine angeborene Entwicklungsstörung des Gehirns, das unter anderem durch eine Röteln-Infektion oder zu hohem Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft entstehen kann. Bei dieser schwerwiegenden Krankheit ist die vierte Hirnwasserkammer, auch Ventrikel genannt, erweitert. Das hat zur Folge, dass sich die Kammer bis in die hintere Schädelgrube ausdehnt.
Es kann sich genau dort Hirnwasser ansammeln, wodurch der sogenannte Wasserkopf, Hydrocephalus, entsteht, unter dem fast 90 Prozent der Betroffenen leidet. Wenn ein erhöhter Hirndruck vorliegt, sind die Symptome unter anderem Sehstörungen, häufige Übelkeit und daraus folgendes Erbrechen. Auch das Kleinhirn ist meist fehlgebildet. Der Kleinhirnwurm ist die Verbindung zwischen den Kleinhirnhälften. Fehlt dieser oder ist er unterentwickelt, kommt es zu einer Fehlbildung des Kleinhirns. Das Kleinhirn ist auch für die Bewegung und die Koordination sehr wichtig. Die für das Dandy-Walker-Syndrom typische Zyste ist in der Lage, das Kleinhirn anzuheben und zu verformen. Die wurmartige Struktur liegt in der Mitte des Kleinhirns und ist bei der Steuerung der Muskelspannung und Körperhaltung sehr wichtig beziehungsweise notwendig.
Nur ein Facharzt kann die Diagnose stellen
Die Beschwerden des Dandy-Walker-Syndroms sind sehr vielfältig, da die Fehlbildung stets unterschiedlich ausgeprägt sein kann.
Das Dandy-Walker-Syndrom kommt Schätzungen zufolge bei 10.000 Geburten etwa 3 Mal vor und wird meist schon im ersten Lebensjahr durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt. Das Syndrom kann allein vorkommen oder Teil eines komplexen Krankheitsbildes sein. Zur Absicherung dieser folgenschweren Diagnose können zusätzlich eine Computertomographie und eine Magnetresonanztomographie durchgeführt werden. Der Arzt erkennt, wenn eine Fehlbildung vorliegt.
Je früher das Dandy-Walker-Syndrom festgestellt wird, desto bessere Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten können dann angewandt werden. Auch der geistige Zustand kann sich durch frühzeitige Therapien deutlich besser entwickeln. Je geringer der geistige Defekt ist, desto besser sind die Behandlungschancen. Der Verlauf des Dandy-Walker-Syndroms ist bei jedem Menschen anders und kann sich in seinem weiteren Verlauf ebenso unterschiedlich entwickeln. Tatsache ist, wenn das Dandy-Walker-Syndrom als ein komplexes Fehlbildungssyndrom auftritt, wird der Verlauf der Krankheit auch durch andere Fehlbildungen mitbestimmt.
Therapien und wichtige Vorbeugemaßnahmen
Natürlich gibt es inzwischen einige Therapien, die wirksam zur Behandlung des Dandy-Walker-Syndroms und dessen Folgen angewandt werden. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen sind für alle betroffenen Kinder wichtig und unerlässlich. Wenn der Druck im Gehirn durch das angestaute Wasser zu groß wird, kann der behandelnde Arzt ein kleines Röhrchen einlegen und so das überschüssige Hirnwasser vom Gehirn in den rechten Herzvorhof oder in das Bauchfell leiten. Betroffene, die auf Grund ihrer Erkrankung unter Gleichgewichtsstörungen leiden, leiden sehr oft unter Schwindel, Unwohlsein, Übelkeit und Sehstörungen. Das Gleichgewichtsorgan des Menschen ist paarig und befindet sich im Innenohr. Das Gleichgewichtsorgan ist über einen Hirnnerv mit dem Gleichgewichtszentrum im Kleinhirn eng verbunden. Zum Gleichgewichtssinn tragen auch wichtige Organe wie Augen, Nerven, Haut, Muskulatur und das Gehör bei.
Die Behandlung der Gleichgewichtsstörungen erfolgt medikamentös. Doch auch physiotherapeutische Maßnahmen wie beispielsweise Krankengymnastik helfen, die Koordination und die Muskulatur zu trainieren. Die tatsächliche Ursache des Dandy-Walker-Syndroms ist meist unbekannt, weshalb sie immer noch nicht bekämpft werden kann. Auch gibt es nur wenige Vorbeugemaßnahmen. Röteln sind eine Krankheit, die durch Viren verursacht wird und durch Tröpfcheninfektion über Husten, Niesen und Sprechen übertragen wird. Der Krankheitsverlauf ist bei Kindern meist harmlos. Steckt sich jedoch eine schwangere Frau mit diesem Virus an, verläuft sie zwar auch meist harmlos, aber die Röteln-Infektion gefährdet die Gesundheit des Ungeborenen. Augenschäden, Herzfehler oder Hirnschäden können die Folge sein. Deshalb sollten sich Mädchen ab 12 Jahren gegen Röteln impfen lassen, um bei einer späteren Schwangerschaft Folgeschäden auszuschließen.
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 28.01.2012; 23:21:35 Uhr