Fingerhut – eine hochgiftige Heilpflanze
Der Fingerhut gehört zur Familie der Wegerichgewächse und ist überwiegend als wildwachsende Pflanze in Wäldern zu finden. Alle Teile des Roten Fingerhutes sind hochgiftig, bereits der Verzehr von einer äußerst geringen Menge kann mit dem Tod enden. Die Pflanze ist durch ihre besonders charakteristische Form leicht zu erkennen, sollte jedoch aufgrund ihrer Giftigkeit nicht im Garten angepflanzt werden, wenn Kinder mit im Haus wohnen. Ansonsten wird die Pflanze aufgrund ihrer Schönheit sehr gerne in Ziergärten gepflanzt.
Der Fingerhut ist eine zweijährige Pflanze, bei welcher sich der bis zu 1,50 Meter hohe Blütenstand erst im zweiten Jahr ausbildet. Ihren Namen hat das Gewächs aufgrund ihrer Blüten erhalten, die wie Fingerhüte aussehen. Die Blütezeit ist von Juni bis August, er gedeiht am besten im Halbschatten und auf humusreichen, sauren, kalkarmen und lockeren Böden.
In der Medizin spielt der Fingerhut seit langem eine wichtige Rolle, er darf jedoch nur in homöopathischen Substanzen oder in Fertigpräparaten vorhanden sein. Die Arzneimittelindustrie verwendet die Blätter des Fingerhutes, da diese unter anderem rund 30 verschiedene so genannte Glykoside enthalten, wobei das Digitoxin in der Medizin den höchsten Stellenwert hat.
Fingerhut kann Therapieerfolge bei Herzinsuffizienz bringen
Schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts machen sich Mediziner die pflanzlichen Wirkstoffe des Fingerhutes zunutze, vor allem bei Patienten mit einer Herzschwäche. Doch bereits viel früher wurde der Fingerhut in verschiedenen Kulturen verwendet, zum Beispiel zur Schleimlösung bei Bronchitis, als Brechmittel oder auch gegen die Schwindsucht. Damals waren die starken Nebenwirkungen, die das Gift mit sich brachte noch kaum bekannt.
Das in der Pflanze enthaltene Gift soll zu einem Zusammenziehen des Herzmuskels führen, so dass die Leistung verbessert werden kann. Teilweise finden entsprechende Präparate auch bei bestimmten Formen von Herzrhytmusstörungen Anwendung, da sie den Herzschlag verlangsamen können. Eine Therapie muss immer streng überwacht werden, da es in deren Verlauf auch durchaus zu leichten Vergiftungserscheinungen kommen kann. Dabei kann unter anderem die Pulsfrequenz stark absinken, es treten zudem Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Ohrensausen auf.
Neuere Forschungen sagen den Inhaltsstoffen des Fingerhutes sogar eine krebshemmende Wirkung nach. In der Naturheilkunde wird der Fingerhut nur in homöopathischer Dosierung eingesetzt, da die Giftigkeit der Pflanze enorm ist. Auch bei Ödemen, Kopfschmerzen, Unterleibszysten, Furunkeln, Gicht und Angina Pectoris sollen die Wirkstoffe des Fingerhutes helfen. In früheren Zeiten wurden die Blätter der Pflanze auch äußerlich zur Behandlung von Wunden und Geschwüren verwendet. Alle Medikamente, welche dir Wirkstoffe des Fingerhutes beinhalten, sind verschreibungspflichtig und müssen genau nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 14.07.2009; 21:25:14 Uhr