Ginkgo – die beliebte Heilpflanze aus China
Der Ginkgo, welcher auch als Fächerblattbaum, Silberpflaume oder Fächerbaum bezeichnet wird, stammt ursprünglich aus Ostasien. Holländische Seefahrer brachten ihn dann um 1730 nach Europa, wo er seither als Zierpflanze gezüchtet wird. Der wilde Gingko ist nur noch in einigen Bergtälern Chinas zu finden. Der bis zu 40 Meter hohe Baum hat eine erstaunliche Lebenserwartung von bis zu 1.000 Jahren. Zu Beginn ist der Ginkgo-Baum pyramidenförmig, sehr schlank und extrem gerade, mit nur wenigen Ästen. Erst im Laufe der Jahre bildet sich eine ausladende und mächtige Baumkrone aus. Besonders charakteristisch ist die Form der Ginkgo-Blätter, die sich ganz deutlich von allen anderen Blättern unterscheidet. Je nach Wuchsstelle und Alter haben die Blätter eines Baumes sogar ganz unterschiedliche Formen, teils sind sie ungeteilt, teils haben sie mehrere Einschnitte. Der Baum ist sehr anspruchslos, was den Nährstoffgehalt des Bodens angeht, und ist zudem sehr robust und unanfällig gegenüber Krankheiten und Luftverschmutzung. Die Heilkräfte des Ginkgos sind in Asien schon sehr lange bekannt, verschiedene Pflanzenteile sollen bereits zwischen 300 v. Chr. und 200 n. Chr. zu Heilzwecken eingesetzt worden sein. Im Mittelalter wurde die Pflanze bereits bei Beschwerden wie Asthma, Hauterkrankungen, Magenleiden, Tuberkulose, Erfrierungen, Bronchitis, Gonorrhoe und Unruhezustände eingesetzt.
Ein uralter Baum aus Asien erobert die Naturheilkunde
Inzwischen sind Ginkgo-Präparate in aller Welt sehr beliebt in der Naturheilkunde. In den 60er-Jahren konnten deutsche Wissenschaftler einen Extrakt herstellen, den sie seither zur Behandlung von Durchblutungsstörungen einsetzen. Verwendet werden die Samen und Blätter des Baumes, sie enthalten große Mengen an Terpenoiden und Flavonoiden, die vor allem die Durchblutung fördern, antioxidative Eigenschaften besitzen und die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses verbessern können. Die Wirkstoffe der Pflanze konnten bisher noch nicht auf synthetische Weise hergestellt werden, weshalb der Ginkgo in den USA auf großen Plantagen kultiviert wird. Die Extrakte aus den Blättern sollen unter anderem freie Radikale inaktivieren, die Gehirndurchblutung verbessern und das Blut fließfähiger machen. Momentan werden noch mehrere Studien durchgeführt, um die Anwendungsmöglichkeiten in anderen Bereichen zu prüfen. Vor allem im Hinblick auf die Behandlung von Demenz-Erkrankungen wird ausgiebig geforscht. Die Extrakte des Ginkgo können in Dragees, Tropfen und Filmtabletten enthalten sein. Bisher liegen keine Studien darüber vor, ob auch ein Ginkgo-Tee positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat. In der traditionellen chinesischen Medizin werden außer den Blättern auch das Fruchtfleisch und die Samen des Ginkgo-Baumes verwendet. Bei vielen Beschwerden müssen die Präparate über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, bis sich erste Verbesserungen zeigen.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 14.07.2009; 22:39:52 Uhr