Ginseng – die asiatische Heilpflanze
Der Ginseng gehört zur Familie der so genannten Araliengewächse und kommt vor allem in China, Sibirien und Korea vor. Dort gedeiht er vor allem in Waldgebieten und im Gebirge und kann eine Höhe von bis zu 80 Zentimetern erreichen. Die Staudenpflanze verfügt über eine Hauptwurzel, die mit mehreren Nebenwurzeln versehen ist. Die Pflanze hat fingerförmige Blätter und weißlich-grüne Blüten, aus denen später rote Beeren hervorkommen. Die Koreaner haben die Heilkraft der Ginsengwurzel bereits sehr früh entdeckt und begannen daher mit dem Anbau der Pflanze auf Plantagen. Die Kultivierung dieser asiatischen Pflanze ist nicht ganz einfach, da sie nur im Schatten gedeiht. Deshalb müssen die jungen Pflanzen auf den Plantagen mit speziellen Planen abgedeckt werden. Dann bedarf es viel Geduld, da die Ernte erst nach frühestens drei Jahren erfolgen kann. Die Heilkraft ist bei älteren Wurzeln jedoch wesentlich größer, so dass mit der Ernte eher länger gewartet wird, optimal sind sechs bis sieben Jahre. Wenn eine Wurzel älter als 10 Jahre ist, erzielt sie auf dem Markt einen sehr hohen Preis. Der frische Ginseng wird nach der Ernte gedämpft und anschließend getrocknet, bis der Wassergehalt nur noch sehr gering ist. In diesem getrockneten Zustand sind die Wurzeln unanfällig gegenüber Bakterien, Schimmel und Verschmutzungen. Das größte Anbaugebiet für den roten Ginseng befindet sich in Südkorea, wo er dann auch zu ganz verschiedenen Produkten verarbeitet wird. Den Großteil macht die Verarbeitung zu Tee aus, außerdem werden Schnaps, Seife und Ginseng-Kapseln hergestellt. In Deutschland wird Ginseng seit etwa 10 Jahren sogar biologisch angebaut, vorwiegend auf Plantagen in Brandenburg und Niedersachsen.
Ginseng stärkt den Körper und den Geist
Im Handel sind Ginseng-Präparate als Geriatrikum oder Tonikum erhältlich, und dienen in erster Linie zur Kräftigung und Stärkung. In der Naturheilkunde werden die Präparate bei nachlassender Gedächtnisleistung und schlechter Konzentrationsfähigkeit eingesetzt. Auch bei Erschöpfungszuständen und starker Ermüdung werden entsprechende Präparate gerne verordnet. Die Wirksamkeit der Präparate ist allerdings begrenzt, so dass bei sie bei länger anhaltenden und starken Beschwerden nicht ausreichen, allerdings gibt es so gut wie keine Nebenwirkungen. Vorsicht ist jedoch bei geplanten Operationen geboten, da sich die Blutgerinnung verzögern kann. Unterschieden wird zwischen dem roten und dem weißen Ginseng, je nach Verarbeitung. Während beim roten Ginseng die Wurzeln nach der Ernte gedämpft und getrocknet werden, wird die Wurzel beim weißen Ginseng vor dem Trocknen geschält und gebleicht. Bezüglich der Qualität gibt es keinen Unterschied zwischen den beiden Varianten, denn beide enthalten als Hauptbestandteil so genannte Saponinen.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 14.07.2009; 22:41:33 Uhr