Hagebutte (Rosa canina L.) – Heilpflanze mit langer Tradition
Bereits im Mittelalter schätzte man die heilsame Wirkung der Hagebutte. Dennoch begann der Siegeszug der Pflanze als Zierpflanze in den Gärten der Schlösser und Burgen. Die Sträucher werden bis zu 5 m hoch und sind besonders durch herabhängende Äste gekennzeichnet. Bei genauer Betrachtung lassen sich die gekrümmten Stacheln erkennen, die der Pflanze Schutz und Abwehr bieten. Besonders markant sind aber die Kelchblätter, welche nach dem Verblühen herabhängen. Im Spätsommer reifen die roten Früchte heran und verbleiben bis zum kommenden Jahr an der Pflanze, genauer an den Zweigen.
Hagebutte - Heilpflanze der Natur
Völlig anspruchslos ist die Hagebutte in Bezug auf den Boden und die Anbauhöhe. Einzig die Sonneneinstrahlung kann eine wesentliche Rolle in der Entwicklung spielen. Halbschatten oder schlechte Belichtung sollte bei der Standortwahl vermieden werden. In der vollen Sonne entwickeln sich Pflanze und Früchte optimal. Heute werden Hagebutten vornehmlich als Stecklinge oder auch durch Wurzelausläufer vermehrt. Eine Anzucht aus Samen kann sehr zeitintensiv (Keimdauer bis zu 2 Jahren) sein. Erst im Oktober bis November werden die Früchte geerntet. Dies sollte entgegen der weit verbreiteten Meinung nur geschehen, wenn die diese richtig weich sind.
Die Wirkung der Hagebutte ist sehr vielseitig und gut dokumentiert.
Heilende Wirkung der Pflanzenteile
Den Kernen wird eine harntreibende Heilkraft zugesprochen, die bereits im alten Rom zum medizinischen Standart gehörte. So verwundert es auch nicht, dass in der Heilkunst bei Ödemen fast immer als erstes Mittel der Wahl die Hagebuttenkerne Anwendung finden. Die Kerne werden dazu mit heißem Wasser (ca. 150 ml) übergossen und anschließend 15 min ziehen gelassen. 3 Tassen über den Tag verteilt können schon nach kurzer Zeit Linderung bewirken. Die Schalen der Hagebutte finden immer häufiger Anwendung, wenn Vitamin C Mangel diagnostiziert wurde.
Ein Sud der Schalen kann das Defizit auf natürliche Weise ausgleichen. In der kalten Jahreszeit, die häufig mit den Erkältungskrankheiten einher geht, werden die Schalen der Hagebutte als Stimulans des Immunsystems eingesetzt.
Nach neusten Erkenntnissen der Forschung wirkt ein Gemisch aus Schalen und Kernen entzündungshemmend und schmerzstillend. Die Rheumatologen griffen in den letzten Jahren diese Tatsache auf und ließen vermehrt Medikamente auf Basis der Hagebutte in die Behandlung einfließen. Die Versorgung von Patienten mit rheumatischen Gelenkbeschwerden konnte auf diese Weise mit wesentlich weniger Nebenwirkungen realisiert werden. Die natürliche Heilung wird also immens positiv beeinflusst.
Patienten, die über einen längeren Zeitraum mit Extrakten oder auch natur belassener Hagebutte behandelt wurden, berichten zusätzlich über Linderung bei Arthrose und der damit verbundenen Morgensteifigkeit. Besonders bemerkenswert ist auch die reinigende Wirkung in den Gefäßen. Ablagerungen, die zur Arteriosklerose führen, werden folglich bekämpft.
Die Hagebutte als Quelle natürlicher Heilung und Linderung von Erkrankungen, hat somit ihre volle Berechtigung in der Sammlung der wichtigsten Heilpflanzen.
Heilpraktiker Felix Teske
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Artikel wurde zuletzt geaendert am: 09.07.2009; 15:55:40 Uhr