Der Holunder ist nicht nur in der Küche begehrt
Es gibt etwa 20 bis 30 verschiedene Arten von Holunder, wovon jedoch lediglich drei in Mitteleuropa zu finden sind. Der Schwarze Holunder ist am weitestens verbreitet, daneben gibt es noch den als Zwergholunder bezeichneten Attich und den Roten Holunder. Der Holunder gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse und kommt entweder als Baum, als Strauch oder als Halbstrauch vor. Normalerweise erreicht der Holunder eine Höhe von einem bis sieben Meter, einige Exemplare schießen jedoch bis zu 15 Meter hoch in die Luft. Der Holunder bringt von Mai bis Ende Juni weiße Blüten hervor, im August und September folgen dann rote, schwarze oder blaue Früchte, die an Beeren erinnern. Der Holunder ist meistens in der Nähe von menschlichen Behausungen sowie an Wald- und Straßenrändern zu sehen, häufig wird er auch im heimischen Garten gepflanzt. Wenn man in Deutschland von Holunder spricht, dann ist damit in der Regel der Schwarze Holunder gemeint, da dieser am häufigsten vorkommt. Wenn man die Vitamin C haltigen Beeren abkocht und vergären lässt, können sie gegessen werden. Das Abkochen ist sehr wichtig, da die rohen Beeren eine giftige Substanz enthalten. Der dunkelrote Saft der Beeren wird auch gerne als Farbstoff für Lebensmittel eingesetzt. Die Blüten der Pflanze können zu leckerem Holunder-Sirup oder Holundersekt verarbeitet werden. Auch in der Naturheilkunde findet der Holunder Anwendung, da ihm einige gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden.
Blüten und Beeren des Holunders werden in der Naturheilkunde angewendet
Holunderblütentee kann bei Fieber und Erkältungen eingesetzt werden, damit der Körper die Giftstoffe besser ausschwitzen kann. Holunder kann die Ausscheidung fördern, so dass es bereits früher gerne als Blutreinigungsmittel bei verschiedenen Hautkrankheiten, Gicht und Rheuma eingesetzt wurde. Auch bei Beschwerden mit dem Ischias und bei Neuralgien kann Holunder therapiebegleitend eingesetzt werden. Die schweißtreibende und abwehrstärkende Wirkung des Holunders ist auf Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Gerb- und Schleimstoffe sowie organische Säuren zurückzuführen. Darüberhinaus ist eine harntreibende und schleimlösende Wirkung zu beobachten. Somit kann er auch bei Infekten der Atemwege die Heilung unterstützen, indem er die Schleimbildung anregt, und somit das Abhusten erleichtert. In der Regel wird der Holunder in Form von Tee verabreicht, welcher in Apotheken erhältlich ist, oder nach dem Trocknen der Blüten auch selbst hergestellt werden kann. Danach sollte man sich warm einpacken und ins Bett legen, damit der Körper ordentlich schwitzt. Weniger häufig werden auch die Rinde und die Wurzel des Holunders in der Naturheilkunde angewendet, denn hier muss auf eine genaue Dosierung geachtet werden, da es ansonsten zu starken Nebenwirkungen wie Durchfall kommen kann.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 16.07.2009; 21:12:48 Uhr