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Kamille als Multitalent in der Naturheilkunde

Die Kamille gehört zur Familie der Korbblütler und war früher hauptsächlich in Ost- und Südeuropa anzutreffen, bevor sie sich in ganz Europa verbreitete und auch in Australien und Nordamerika eingebürgert wurde. Die einjährige Pflanze erreicht eine Höhen zwischen 15 und 50 Zentimetern und verströmt den typischen Geruch. Die Blüten, die zwischen Mai und September hervorgebracht werden, haben die Form eine Körbchens und bestehen aus gelben Röhrenblüten und weißen Zungenblüten. Zu finden ist die Kamille vorwiegend auf Äckern, da sie einen nährstoffreichen, humosen Ton- und Lehmboden bevorzugt, der möglichst wenig Kalk enthält. In der Naturheilkunde gehört die Kamille zu den wichtigsten Heilpflanzen, da sie bei einer Reihe von Beschwerden angewendet werden kann. Für medizinische Zwecke wird die Kamille vor allem in Bulgarien, Ägypten, Argentinien, Spanien, Deutschland, Ungarn und Tschechien angebaut. Nach der Ernte werden die Blüten der Kamille sofort getrocknet, damit alle wichtigen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. In der Naturmedizin kommen nur die Blüten der Pflanze zum Einsatz, während in der Lebensmittelindustrie auch die Blätter mit verarbeitet werden dürfen. Für den Einsatz in der Medizin muss ein bestimmter Gehalt an ätherischen Ölen in den getrockneten Kamillenblüten enthalten sein. Innerlich wird die Kamille vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden und Beschwerden während der Menstruation eingesetzt. Äußerlich wird sie unter anderem bei Entzündungen der Haut oder Schleimhaut und bei Entzündungen im Mundraum angewendet. Bei Erkrankungen der Atemwege können Inhalationen mit Kamillendampf dem Patienten Linderung verschaffen. Im Genital- und Analbereich können bei Entzündungen oder Reizzuständen Spülungen und Sitzbäder mit Kamille vorgenommen werden. In Osteuropa wird Kamillentee auch heute noch zur Beruhigung und Schlafförderung verwendet.

Die Kamille gehört zu den ältesten Heilpflanzen weltweit


Während man früher häufig auch Entzündungen im Augenbereich mit Kamille behandelt hat, wird heute davon abgeraten, da es zu einer allergischen Reaktion kommen kann. Im Gegensatz zu vielen anderen Heilpflanzen, konnte die heilende Wirkung der Kamille sogar wissenschaftlich nachgewiesen werden. Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Kamille sind neben den ätherischen Ölen noch Schleimstoffe, Flavonoide und Cumarine. Die ätherischen Öle der Kamille wirken antibakteriell, entzündungshemmend, pilztötend, krampflösend und fördern die Wundheilung. Kamille gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen freiverkäuflich in der Apotheke. Es gibt Tees, Tinkturen, Badezusätze aber auch reine getrocknete Kamillenblüten zur Bereitung von Bädern oder Inhalationen. Kamillenextrakte werden unter dem Zusatz von Alkohol hergestellt, so dass die Präparate einen sehr hohen Alkoholgehalt haben können. Kamillentee sollte nicht regelmäßig getrunken werden, da ansonsten ein Gewöhnungseffekt eintreten kann. Die Kamille gehört zu den sehr gut verträglichen Heilpflanzen, da keinerlei Nebenwirkungen bekannt sind.

 

 

Heilpraktiker Felix Teske




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Artikel wurde zuletzt geaendert am:  17.07.2009; 21:29:07 Uhr



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