Mädesüss war der Wegbereiter für das Aspirin
Das Mädesüss gehört zur Familie der Rosengewächse und ist fast im gesamten europäischen Raum beheimatet, außer im südlichen Mittelmeerraum. Inzwischen ist die Pflanze jedoch auch in weiten Teilen Asiens und in Nordamerika zu sehen. Überwiegend ist die krautige Pflanze auf feuchten und nährstoffreichen Wiesen zu finden, an Bachufern und in Mischwäldern, in denen Eschen und Erlen vorkommen.
Über die Herkunft des ungewöhnlichen Namens ist man sich nicht vollkommen einig. Man geht davon aus, dass er daher stammt, dass die Pflanze früher zum Aromatisieren und Süßen von Weinen eingesetzt wurde. Im Volksmund gibt es zahlreiche Bezeichnungen für dieses Gewächs wie Rüsterstaude, Bacholde, Wiesenkönigin, Federbusch, Waldbart oder Spierstrauch. Die mehrjährige Staude erreicht eine Höhe von 50 bis 150 Zentimetern, teilweise auch bis zu zwei Meter.
Die dunkelgrünen Blätter sind gefieder und sehr stark geadert, die Unterseite zeigt einen leichten, weißen Flaum. Die Blüten, die von Juni bis August zu sehen sind, erinnern etwas an Holunder und verströmen einen süßen Duft nach Mandeln und Honig. Die Früchte des Mädesüss sind kleine Nüsschen, die zuerst grün sind, und mit zunehmender Reife eine braune Färbung annehmen. Durch ihren starken Duft und die Vielzahl an Pollen, lockt das Mädesüss zahlreiche Insekten an. Neben ätherischen Ölen, sind im Mädesüss auch Gerbstoffe, Zitronensäure, Flavonoide und Salycilate enthalten.
Die Pflanze findet in der Küche Anwendung, dient als Duftpflanze und wird in der Pflanzenheilkunde eingesetzt. Die Blüten des Mädesüss können zur Bereitung eines köstlichen Tees verwendet werden. Durch ihren süßlich-herben Geschmack können alle Teile der Pflanze zum Aromatisieren und Süßen von Speisen und Getränken verwendet werden. Vor allem in England ist das Mädesüss häufig Bestandteil von Duftpotpourris, doch empfinden manche Menschen den Duft als zu intensiv.
Das Mädesüss dient als mildes Fieber- und Schmerzmittel
Auch in der Pflanzenheilkunde spielt das Mädesüss eine Rolle, denn bereits die alten Griechen erwähnten die heilenden Kräfte der Pflanze. Heutzutage wird es vor allem als mildes Fieber- und Schmerzmittel eingesetzt, was an der darin enthaltenen Salycilsäure liegt. Wenn man die jungen Blätter und die Blüten des Mädesüss zu einem Tee verarbeitet, dann kann man diesen bei rheumatischen Beschwerden und bei Verdauungsproblemen einsetzen. Da die Wirkstoffe des Mädesüss die Produktion von Magensäure hemmen können, kann es bei Sodbrennen Linderung verschaffen.
Außerdem hat das Mädesüss eine harntreibende und entzündungshemmende Wirkung. Aus den Blütenknospen wurde früher die Salicylsäure gewonnen, welche heute in synthetischer Form im Aspirin vorhanden ist. Je nach Standort der Pflanze kann der Gehalt an Wirkstoffen stark schwanken, so dass man sich die Pflanzenteile lieber in der Apotheke besorgen sollte.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 02.08.2009; 17:39:23 Uhr