Thymian in der Medizin
Der Thymian gehört zu den beliebtesten Gewürzen in der Küche, vor allem mediterranen Gerichten gibt das Kraut den richtigen Geschmack. Die Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler und stammt auch ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Inzwischen findet man ihn in fast jedem Kräutergarten rund um die Welt. Der mehrjährige Halbstrauch kann eine Höhe von bis zu 50 Zentimetern erreichen und dehnt sich bei ausreichend Platz auch gerne in die Breite aus.
Im Verlauf der Zeit verholzen die Stängel des Thymians, die kleinen grünen Blätter duften sehr stark. Zur Blütezeit bilden sich kleine rosafarbene Blüten in Form von Kugeln oder Ähren an den Stängelspitzen. Früher konnte Thymian den Frost nicht überstehen, doch es wurden neue Sorten gezüchtet, die auch winterhart sind. Der Thymian liebt einen sonnigen Standort und mageren Boden, man kann ihn aber auch gut in Töpfen anpflanzen.
Thymian bei Lungenerkrankungen und Husten
Der Thymian ist jedoch nicht nur eine beliebte Würzpflanze, sondern hat auch einen festen Platz in der Naturheilkunde. Bereits im alten Rom wurden die Heilkräfte des Thymians erwähnt, im 11. Jahrhundert pflanzten Mönche die Pflanze dann in ihren Klostergärten an. Auch die berühmte Hildegard von Bingen rühmte die besondere Wirkung des Thymians bei den unterschiedlichsten Beschwerden. Der Thymian wird vor allem bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt, so dass er in vielen pflanzlichen Hustenmitteln enthalten ist. Die Wirkstoffe des Thymians sind entzündungshemmend und wirken darüberhinaus auch noch antibiotisch. Der Thymian ist in der Lage Schleim zu lösen und Krämpfe zu lindern, so dass das Abhusten wesentlich leichter fällt. Bei Husten wird der Thymian entweder als Tee oder in Form einer Tinktur innerlich angewendet.
Thymian enthält viele Bitterstoffe und ätherische Öle, so dass er sich auch positiv auf die Verdauungsorgane auswirkt. Hier kann er vor allem bei Sodbrennen und Blähungen für Linderung sorgen, und bei Leberschwäche kann er ebenfalls helfen. Auch als Gewürz in einem Gericht, kann der Thymian seine gesundheitsfördernden Eigenschaften entfalten. In der Frauenheilkunde spielt der Thymian auch eine große Rolle, denn er wirkt krampflösend bei Menstruationsbeschwerden und kann auch den Zyklus regulieren. Im Thymian sind Substanzen enthalten, die dem weiblichen Hormon Östrogen sehr ähnlich sind, so dass entsprechende Präparate auch bei Beschwerden in den Wechseljahren helfen können. Während der Schwangerschaft sollte Thymian nicht in großen Mengen eingenommen werden, allerdings kann er die Geburt erleichtern.
Da der Thymian auch eine beruhigende Wirkung hat, kann er als Tee verwendet auch bei Einschlafstörungen und nervöser Unruhe helfen. Eine Thymian-Tinktur kann auch äußerlich zum Einreiben von Quetschungen oder Verstauchungen verwendet werden oder auch bei rheumatischen Beschwerden. Bei Hautproblemen wie Ekzemen, Furunkeln, Schnittverletzungen oder entzündeten Wunden kann die Tinktur oder eine Kompresse angewendet werden.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 15.09.2009; 15:54:59 Uhr