Wacholder als Heilpflanze
Der Wacholder gehört zur Familie der Zypressengewächse und umfasst über 50 verschiedene Arten. In Mitteleuropa gibt es jedoch in der freien Natur nur den Gemeinen Wacholder, die meisten Arten kommen auf der Nordhalbkugel vor. Ein großer Bestand ist in der Lüneburger Heide zu finden, aber auch in den Alpen ist die Pflanze weit verbreitet. Der Wacholder wächst entweder als Baum oder Strauch und ist sehr anpassungsfähig, so dass er mit ganz unterschiedlichem Klima zurechtkommt. Selbst regenarme Zeiten können den Pflanzen nichts anhaben, so dass sie selbst auf sehr trockenem Boden gedeihen.
Das Holz des Wacholders duftet sehr aromatisch, und die Bäume und Sträucher sind das ganze Jahr über grün. Die kurzen Blätter, die sich mit zunehmendem Alter etwas verändern, liegen eng an den Ästen der Pflanze an. Der Wacholder verfügt sowohl über männliche als auch über weibliche Zapfen, wobei die weiblichen beerenförmig sind. Die schwarzen Beeren werden erst im zweiten oder dritten Jahr reif, so dass man im ersten Jahr nichts ernten kann. Im Grunde handelt es sich somit nicht wirklich um Früchte, sondern um Zapfen. Je nach Form kann der Wacholder zwischen 50 Zentimetern und sieben Metern hoch werden.
Wacholder als Tee und für Dampfbäder
Aus zerquetschten Beeren lässt sich die Basis für einen Wacholder-Tee schaffen, der die Verdauungsorgane und den Stoffwechsel anregt und darüberhinaus auch bei Erkrankungen der Harnorgane hilft. Allerdings sollte bei einer Nierenentzündung auf die Anwendung verzichtet werden, da der Wacholder die Nieren in diesem Fall zu sehr reizt. Der Tee kann auch die Konzentration fördern, nervöse Herzbeschwerden mildern, Migräne lindern und begleitend bei der Behandlung von Diabetes eingesetzt werden. Darüberhinaus kann der Wacholder-Tee auch die Durchblutung des Unterleibes anregen, so dass der weibliche Zyklus positiv beeinflusst werden kann.
Eine Wacholder-Tinktur kann sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden, äußerlich bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie Rheuma oder Gicht. Bei Gelenkbeschwerden können auch einige Tropfen des ätherischen Öles auf einen kalten oder warmen Umschlag gegeben werden. Wenn man die Nadeln oder Triebspitzen des Wacholderes abkocht kann man ein wohltuendes Fußbad machen, welches die Durchblutung fördert und Stauungen mildert. Die Beeren können auch einfach zerkaut werden und so die Verdauung anregen, Sodbrennen bekämpfen und die Abwehrkräfte stärken.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 18.09.2009; 11:50:38 Uhr