Wegwarte in der Medizin und Heilkunde
Die Wegwarte, die auch als Zichorie bekannt ist, gehört zur Familie der Korbblütler und ist vor allem an Wegrändern zu finden. Die ausdauernde Pflanze kann eine Höhe von etwa 30 bis 150 Zentimetern erreichen Die Pflanze fällt vor allem durch ihre schönen blau-violetten Blüten auf, die vom Spätsommer bis in den Herbst hinein zu sehen sind. Es gibt etwa acht verschiedene Arten der Wegwarte, die vor allem in Westasien, Nordafrika und in Europa vorkommen. Im ersten Jahr bildet die Wegwarte dicht über dem Boden eine Blattrosette aus, aus welcher dann erst im zweiten Jahr ein stark verzweigter Stängel emporwächst.
Die Wegwarte bevorzugt einen trockenen, lehmigen Boden an einem sonnigen und warmen Platz. Die robuste Pflanze erinnert von ihrer Blütenform her stark an den Löwenzahn. Der Endivien-Salat, der Radicchio und der Chicoree, die ebenfalls zu dieser Pflanzengattung zählen, wurden ab dem 18. Jahrhundert in Gärten kultiviert. Bereits die alten Griechen und Römer verwendeten die Wurzeln, Blüten und Blätter der Wegwarte als Gemüse, und bis heute werden die Wurzeln noch zum Aufbrühen eines Kaffee-Ersatzes, des so genannen Muckefucks, verwendet.
Wegwarte bei Diabetes und Magen Darm Problemen
Seit dem Altertum sind auch die Heilkräfte der Wegwarte bekannt, wobei vor allem das darin enthaltene Inulin eine wichtige Rolle spielt. Aufgrund dieses hohen Gehaltes an Inulin kann die Wegwarte bei Diabetikern zur begleitenden Therapie eingesetzt werden. Schon Paracelsus und Kneipp erwähnten die Wegwarte in ihren Aufzeichnungen, wobei Paracelsus sie als schweißtreibend bezeichnet und Kneipp sie gerne bei Magen-Darm-Problemen einsetzte. Neben dem Inulin und ätherischen Ölen enthält die Pflanze noch zahlreiche Bitter- und Gerbstoffe, die ebenfalls einen positiven Effekt auf den Organismus haben.
Aus den Pflanzenteilen der Zichorie wird fast auschließlich ein Tee gebrüht, der sowohl zur innerlichen als auch zur äußerlichen Anwendung geeignet ist. Auch in der Bachblüten-Therapie spielt die Wegwarte eine wichtige Rolle. Es kann auch eine Tinktur hergestellt werden, die dann ebenfalls innerlich und äußerlich eingesetzt wird. Sowohl Tee als auch Tinktur haben eine positive Wirkung auf den Verdauungsapparat, so dass diese Arzneimittel bei einer Reihe von Verdauungsproblemen für Linderung sorgen können. Das Inulin ist darüberhinaus in der Lage, die Bildung von Gallensaft anzuregen und den Harnsäurewert im Körper zu senken. Äußerlich kann die Wegwarte vor allem zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Ekzemen eingesetzt werden.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 18.09.2009; 13:51:18 Uhr