Wermut in der Medizin und Pflanzenheilkunde
Der Wermut gehört zur Familie der Korbblütler und ist vor allem auf trockenen, steinigen Untergründen zu finden. Hauptsächlich kommt die Pflanze in Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika vor. Die robuste, krautige Pflanze kann eine Höhe von bis zu 60 Zentimetern erreichen, in einigen Fällen wird sie sogar bis zu 150 Zentimeter hoch. Die Basis der Pflanze bildet ein unterirdisches Rhizom, aus welchem dann die zahlreichen Sprosse hervorgehen.
Der Wermut ist stark verzweigt, und das Kraut verströmt einen sehr aromatischen Duft. An den Sprossachen befinden sich kleine Öldrüsen, die Blätter sind an verschiedenen Stellen der Pflanze ganz unterschiedlich geformt und sind durch eine graufilzige Oberfläche charakterisiert. Die unteren Blätter sind recht groß, nach oben nimmt die Größe der behaarten Blätter dann immer mehr ab. In Europa kommt er überwiegend rund ums Mittelmeer vor, in Mitteleuropa wird er auch gerne im Garten angebaut.
Umgangssprachlich ist der Wermut unter anderem auch als Absinth, Magenkraut, Eisenkraut oder Mottenstock bekannt. Zwischen Juli und September bringt die Pflanze dann ganz kleine, gelbliche Blüten hervor. Aus dem Wermutkraut wurde früher gerne ein besonderer Schnaps gebrannt, der auch als Absinth bekannt ist. Da die Wirkstoffe des Wermuts leicht giftig sind, litten viele Konsumenten nach längerem Gebrauch unter Wahnvorstellungen und Schwindelanfällen.
Wermut - Anwendung als Tinktur
Der Wermut wird in der Naturheilkunde entweder als Tee oder Tinktur sowohl äußerlich als auch innerlich eingesetzt. Im Tee wirken vor allem die Bitterstoffe, so dass man ihn möglichst nicht süßen sollte. Da es sich um ein sehr starkes Arzneimittel handelt, sollte man den Tee niemals länger als sechs Wochen am Stück trinken. Durch Einlegen der Pflanze in Doppelkorn oder Weingeist, kann man auch selbst eine Tinktur herstellen. Am ehesten findet der Wermut bei der Behandlung von Verdauungsbeschwerden Anwendung. Hier wird vor allem die Bildung von Gallensäften angeregt, und selbst nach einer Entfernung der Gallenblase, kann der Wermut die Verdauung regulieren.
Auch in der Frauenheilkunde kann Wermut eingesetzt werden, entweder um die Wehen bei der Geburt zu fördern, oder um die Menstruation anzuregen. In der Schwangerschaft darf Wermut auf keinen Fall angewendet werden, ebenso nicht bei Geschwüren im Bereich von Magen und Darm. Tee oder eine verdünnte Tinktur können äußerlich in Form von Umschlägen oder Bädern verwendet werden, Umschläge auf dem Bauch sollen bei Magenkrämpfen für Linderung sorgen. Unter Umständen können solche Umschläge auch bei starken Kopfschmerzen Sinn machen. Darüberhinaus wird bei äußerlicher Anwendung die Wundheilung gefördert, und Verletzungen des Bewegungsapparates können damit behandelt werden.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 18.09.2009; 14:34:47 Uhr