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Bauchhöhlenschwangerschaft
Für eine Frau bedeutet eine Schwangerschaft ein unsagbares Glück, doch leider verläuft nicht jede Schwangerschaft wie geplant.
Es gibt auch Fälle, in denen die Eizelle zwar befruchtet wurde, sich dann jedoch nicht in der Gebärmutter einnistet, wie es eigentlich sein sollte.
Stattdessen bleibt sie entweder im Eileiter stecken, so dass es zu einer Eileiterschwangerschaft kommt. Sie kann jedoch auch in die Bauchhöhle wandern, so dass der Mediziner von einer Bauchhöhlenschwangerschaft spricht.
In vielen Fällen entwickelt sich der Embryo sogar bis zu drei Monate lang völlig normal, doch dann stirbt er ab, da keine Weiterentwicklung an der betreffenden Stelle möglich ist. Der Schwangerschaftstest, den die Frau wahrscheinlich selbst zu Hause durchführen wird, ist positiv, so dass zunächst alles normal zu sein scheint. Eine Bauchhöhlenschwangerschaft ist sehr selten, denn in 99 Prozent der Fälle, wenn sich eine Eizelle außerhalb der Gebärmutter einnistet, ist dies im Eileiter.
Eine solche extrauterine Schwangerschaft kommt bei etwa ein bis zwei von 100 schwangeren Frauen vor.
Die Frau selbst merkt von der Bauchhöhlenschwangerschaft anfangs nichts. Es beginnt alles wie bei einer vollkommen normalen Schwangerschaft mit dem Ausbleiben der Regelblutung, eventuell einem leichten Ziehen im Unterbauch und einem positiven Schwangerschaftstest.
Die Frau kann sogar unter Übelkeit und einem Spannen der Brüste leiden. Im weiteren Verlauf können dann ganz unterschiedliche Symptome auftreten, manchmal nehmen sie ganz langsam zu, in anderen Fällen merkt die Betroffene jedoch schlagartig, dass etwas nicht stimmt.
Es kann zu einem Ziehen oder einem Druckgefühl im Bauchraum kommen, in den meisten Fällen einseitig, manchmal kommt auch eine Schmierblutung hinzu.
Einige Patientinnen leiden unter verstärkter Übelkeit oder starken Kreislaufproblemen. Der Puls kann unter Umständen beschleunigt sein, einige Frauen klagen über Kurzatmigkeit, eventuell tritt auch eine ganz leicht Erhöhung der Körpertemperatur auf.
Ursachen einer Bauchhöhlenschwangerschaft
Es gibt verschiedene Ursachen, warum es zu einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter kommen kann. Eine Bauchhöhlenschwangerschaft kommt dadurch zustande, dass der Eitrichter die Eizelle nach der Befruchtung nicht auffangen konnte. Meistens ist dies bei Entzündung des Eileiters oder des Eierstockes der Fall, wenn es dabei zu starken Verwachsungen gekommen ist.
Es gibt mehrere Faktoren, welche die Entstehung einer Bauchhöhlenschwangerschaft begünstigen und somit zu den Risikofaktoren zählen.
Wenn eine Frau bereits eine extrauterine Schwangerschaft hatte, ist das Risiko hoch, dass dies erneut eintrifft. Auch wenn sie sich früher einmal einer Operation im Becken- oder Bauchbereich unterziehen musste, ist das Risiko für eine Bauchhöhlenschwangerschaft erhöht.
Bei einer künstlichen Befruchtung oder bei Störungen der Fruchtbarkeit, kommt es auch gehäuft zu Schwangerschaften, die außerhalb der Gebärmutter angelegt werden. Vorangegangene Schwangerschaftsabbrüche, eine frühere Chlamydien-Infektion oder eine Endometriose können ebenfalls zu einer Bauchhöhlenschwangerschaft führen.
Diagnose durch den Facharzt
Der Arzt kann relativ schnell feststellen, wenn sich die Eizelle außerhalb der Gebärmutterhöhle eingenistet hat. Bei einer Ultraschalluntersuchung wird er feststellen, dass die Gebärmutterhöhle leer ist.
Außerdem ist im Blut keinerlei Anstieg des Schwangerschaftshormones festzustellen. Der Arzt wird dann nach einer Eianlage im Eileiter suchen, da sich hier die meisten befruchteten Eier befinden, wenn sie in der Gebärmutter nicht zu finden sind.
Wird der Gynäkologe auch hier nicht fündig, muss er von einer Bauchhöhlenschwangerschaft ausgehen, was jedoch per Ultraschall nicht nachzuweisen ist.
Lediglich wenn es zu Blutungen im Bauchraum gekommen ist, wird der Mediziner dies mit Hilfe des Ultraschalls feststellen können.
In der Regel muss eine Bauchspiegelung durchgeführt werden, um eine Bauchhöhlenschwangerschaft sicher zu diagnostizieren.
Hierfür ist eine Vollnarkose notwendig, da kleine Einschnitte in die Bauchdecke und an der Schambeingrenze gemacht werden müssen.
Der Arzt führt dann durch diese Schnitte ein Endoskop ein, an dessen Ende sich eine winzige Kamera befindet.
Auf diese Weise kann er den kompletten Bauchraum absuchen, um die Eianlage zu finden. Wenn die Bauchspiegelung durchgeführt wird, kann die Eianlage gleich operativ entfernt werden, da sich die Patientin ohnehin in Vollnarkose befindet.
Therapie
In einem frühen Stadium der Schwangerschaft gibt es auch die Möglichkeit, der Patientin ein bestimmtes Medikament zu verabreichen, welches die Schwangerschaft dann kurzfristig beendet. Es handelt sich dabei um ein Zellgift, welches das Absterben der befruchteten Eizelle bewirkt.
Eine Bauchhöhlenschwangerschaft ist ein schwieriges Thema, mit dem der Arzt sehr sensibel umgehen muss. Deshalb steht neben der körperlichen Verfassung auch der psychische Zustand der Patientin im Vordergrund.
Verlauf und Prognose
In einigen Fällen möchte die Frau nicht warten, bis die Schwangerschaft von alleine beendet wird. Es ist für viele eine zu starke Belastung, wenn sie wissen, dass die Schwangerschaft ohnehin nicht positiv enden wird.
Es muss auch immer abgewägt werden, ob die Gefahr einer Blutung in den Bauchraum besteht, die schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen kann. Immerhin sterben rund 20 Prozent der Frauen, bei denen eine Bauchhöhlenschwangerschaft besteht, an inneren Blutungen.
Es kommt vor allem zu einer sehr starken Blutung, wenn sich der Mutterkuchen im Bauchraum ablöst.
Es gibt auch die Möglichkeit, einer konventionellen Therapie. Dabei nabelt der Arzt lediglich den Embryo ab, der Mutterkuchen wird noch im Bauchraum belassen.
Der Frau wird dann ein spezielles Zellgift verabreicht, das für die Zerstörung des Mutterkuchens sorgt. Eine Bauchhöhlenschwangerschaft bedarf also einer guten Überwachung durch den Gynäkologen, damit keine Gefahr für das Leben der Frau besteht.
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