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Gebärmutterhalskrebs
Kaum ein Thema wird zurzeit so hitzig diskutiert, wie der Gebärmutterhalskrebs, der als eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen gilt. Der fachliche Name der Krankheit ist Zervixkarzinom.
Diese Art Krebs wird oft von den so genannten HPV Viren verursacht, gegen die man sich impfen lassen kann. Diese Impfung wird gerade in den Medien in großen Kampagnen beworben; nicht sicher ist jedoch, in wie weit auch wirklich eine Vermeidung der Krebserkrankung damit erzielt werden kann.
Die Impfung selbst macht nur Sinn, wenn man sich noch nicht mit den humanen Papillomviren (HPV), oder auch Kondylomaviren, angesteckt hat; sie sollte also bei jungen Mädchen vor dem ersten Geschlechtsakt verabreicht werden. Informationen über die Impfung bekommt man beim Gynäkologen; hier sollten sich Eltern ausreichend informieren, auch was die Nebenwirkungen betrifft, die, wie bei jeder Impfung, auftreten können.
Die Impfung muss zunächst in Vorkasse bezahlt werden; bis zu einem Alter von 17 Jahren bekommt man die Kosten jedoch zurück erstattet. Die Zukunft wird zeigen, um welche Prozentzahl sich die Häufigkeit der Erkrankungen und damit auch die Todesrate der heute geimpften Frauen senken werden. Genaue Studien liegen hier zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor, ebenso wie noch nicht alle Nebenwirkungen vollständig aufgedeckt und erforscht wurden.
Dennoch bietet die Impfung gegen die HPV Viren hier die Chance, Krebserkrankungen zu vermeiden; weltweit einzigartig, denn alle anderen Krebsarten können nur durch Früherkennung wirkungsvoll bekämpft werden.
Selbstverständlich darf die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung jedoch auch nach der Impfung keinesfalls unterbleiben. Gerade, wenn man Beschwerden hat, sollte der erste Weg zum Gynäkologen führen. Schon in einem Alter zwischen 20 und 30 Jahren können Vorstufen des Zervixkarzinoms auftreten; am häufigsten wird die Krankheit im Alter zwischen 40 und 50 diagnostiziert. Selbst schwangere Frauen sind betroffen.
Ursachen und Auslöser
Neben der Hauptursache, der Infektion mit den HP-Viren, spielen Rauchen, die Empfängnisverhütung durch die Pille, eine hohe Parität, also Geburtenzahl bei den Frauen die Hauptrollen in der Auslösung dieses Krebses. Frauen, die durch das Rauchen ihren Körper belasten, schwächen ihr Immunsystem, sodass sich der HP-Virus nicht so ohne weiteres, wie es bei einem gesunden und starken Abwehrsystem der Fall wäre, vom Körper selbst vernichten lässt. Dadurch wird das Gebärmutterhalskrebsrisiko stark erhöht.
Es macht also Unterschiede, ob die Frau zum Zeitpunkt der Infektion mit dem Virus, den sie sich auf einer öffentlichen Toilette, im Schwimmbad, aber auch bei Geschlechtsverkehr trotz Kondom einfangen kann, gesund ist, oder nicht: Ob aus einer Infektion mit dem Virus Krebs wird, ist davon zumindest zum Teil abhängig. Weitere Faktoren sind unter anderem die Infektionen mit Herpes Viren oder Chlamydien, die über Jahre nicht oder nicht ausreichend behandelt werden.
Nicht alle Infektionen mit dem Virus lösen bösartigen Krebs aus; einige Viren sind auch nur für gutartige Tumore oder Feigwarzen verantwortlich. Die Übertragung des Virus erfolgt durch Kontakt- oder Schmierinfektion, also hauptsächlich beim Geschlechtsakt. Nur etwa zwei bis acht Prozent der mit HPV infizierten Frauen erkranken an Krebs. Erste Symptome, die für eine Krebserkrankung am Gebärmutterhals sprechen, sind Schmierblutungen. Das Karzinom verursacht im frühen Stadium keine Schmerzen, kann also nur durch rechtzeitige Erkennung sehr früh und damit mit hohen Heilungschancen behandelt werden. Wächst der Tumor unbemerkt, zerfällt er in mehrere einzelne Geschwüre, die auch in andere Organe oder Körperregionen einwachsen können.
Erst jetzt stellt sich ein süß riechender Ausfluss ein, der von klarer, leicht rötlicher Konsistenz ist. Unregelmäßige Periode und Schmerzen sowie Blutungen beim Geschlechtsverkehr sind nun festzustellen. Am häufigsten werden die Ärzte jedoch durch die Symptomatik, die die Folgeerscheinungen des Tumorwachstums mit sich bringen, auf das Zervixkarzinom aufmerksam.
Am meisten durch die Geschwüre befallen sind die Harnblase und die Harnleiter, aber auch die Nieren oder der Darm. Lymphödeme, landläufig als „Wasser" bezeichnet, sind die Folge. Über die Lymphgefäße und die Blutbahnen kann ein maligner, das heißt bösartiger, Tumor streuen und Metastasen im ganzen Körper bilden.
Eine Schwangerschaft ändert nichts am Verlauf der Krankheit, und auch das Ungeborene ist nicht betroffen; lediglich eine Behandlung der Mutter ist kaum möglich, da die Nebenwirkungen der Medikamente und Bestrahlungen schwere Schädigungen oder sogar den Tod des Kindes bedeuten würden.
Nicht selten erfolgt, sofern die Krankheit rechtzeitig bei der ersten Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert wird, ein Schwangerschaftsabbruch, um das Leben der Mutter zu retten. In manchen Fällen, abhängig von Art und Fortschritt der Krebserkrankung ist durch eine spezielle Behandlung auch eine Fortsetzung der Schwangerschaft möglich.
Wie kann Gebärmutterhalskrebs festgestellt werden?
Um den Krebs zu diagnostizieren, muss eine Gewebeprobe von der vermutlich befallenen Stelle entnommen werden. Dies geschieht im Rahmen einer Koloskopie, einer speziellen Untersuchungsmethode, bei der das durch das Gerät erreichbare Gewebe mit bis zu 30-facher Vergrößerung betrachtet werden kann. Auch bei einer Ausschabung können Gewebeproben entnommen werden.
In jedem Fall wird der Pap-Test angewandt, benannt nach seinem Entwickler Papanicolaou, der es möglich macht, die Zellen genau zu bestimmen. Ist der Krebs festgestellt, muss schleunigst auch das umliegende Gewebe untersucht werden; so ist eine Röntgenuntersuchung der Lunge unabdingbar, ebenso, wie eine Ultraschalluntersuchung von Leber, Nieren und so weiter.
Nur durch Gründlichkeit in Untersuchungen und Ausschlussverfahren kann das Ausmaß der Krankheit genau festgestellt werden und die erforderliche Behandlung eingeleitet werden.
Behandlung des Gebärmutterhalskrebs
Die Vorstufen des Zervixkarzinoms bilden sich oft von selbst zurück. Zytologische und koloskopische Untersuchungen in regelmäßigen Abständen zeigen, ob sich die Gewebeveränderungen zurückbilden, oder weiterentwickeln, hin zu einem Karzinom.
Eine Konisation, ein operativer, gynäkologischer Eingriff am Zervix kann hier angewandt werden, wenn sich die Entwicklung hin zum Krebs abzeichnet, oder die Gewebeveränderung an einer mit dem Koloskop nicht gut einsehbaren Stelle sitzt.
Weitere Maßnahmen sind die Entfernung der Gebärmutter, die so genannte Hysterektomie, die jedoch nur nach strenger Abwägung erfolgt, ob noch ein Kinderwunsch besteht, oder nicht. Die Entscheidung zu diesem radikalen Schritt ist nicht immer erforderlich. Übliche weitere Nachbehandlungen sind Bestrahlungen und Chemotherapie.
Verlauf der Erkrankung
Tritt ein Rezidiv, also eine Wiederkehr der Karzinomerkrankung auf, muss abgeklärt werden, welche Methoden ausgeschöpft werden können. Als Vorbeugung gegen den Gebärmutterhalskrebs empfehlen sich der Verzicht auf das Rauchen, die nach Möglichkeit weitestgehende Einschränkung von Partnerwechsel und die sofortige Behandlung aller genitalen Krankheiten.
Ausdrücklich ist allen Frauen anzuraten, die regelmäßige Krebsvorsorge nicht zu vernachlässigen, da nur Früherkennung eine wirkliche Aussicht auf vollständige Heilung möglich macht.
Oftmals ist ein rechtzeitiges Eingreifen der Medizin nicht mehr optional, weil die Patientinnen über Jahre nicht bei der Krebsvorsorge waren. Etwa vierzig Prozent der betroffenen Frauen sterben trotz Behandlung in den ersten 10 Jahren nach der Diagnose Zervixkarzinom.
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