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Scheidenpilzinfektion
Eine Scheidenpilzinfektion kommt in der Regel nur dann vor, wenn das normale Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Da ein solches Ungleichgewicht vor allem durch Hormone verursacht wird, sind besonders Frauen während der Schwangerschaft betroffen.
Da auch durch die Einnahme der Pille ein veränderter Hormonstatus im Körper entsteht, sind auch diese Frauen häufiger betroffen.
Zudem kann sich eine Antibiotika-Therapie negativ auf das Scheidenmilieu auswirken. Auch bei Frauen, die an Diabetes leiden, kommen Scheidenpilzinfektionen gehäuft vor.
Ursachen einer Scheidenpilzinfektion
Die Scheidenpilzinfektion gehört zu den häufigsten Erkrankungen bei Frauen.
Fast jede Frau wird im Laufe ihres Lebens wenigstens einmal an einer Pilzinfektion der Scheide leiden.
Bei dieser Erkrankung entzündet sich die Schleimhaut der Scheide, verursacht durch verschiedene Erreger.
Am häufigsten ist der Pilz Candida albicans dafür verantwortlich, daneben gibt es noch andere Erreger, die jedoch weitaus seltener nachweisbar sind.
In der Regel wird eine Pilzinfektion in der Intimgegend beim Geschlechtsverkehr übertragen, weitaus seltener ist eine Infektion aufgrund mangelnder Hygiene.
Die Behandlung einer Scheidenpilzinfektion ist sehr gut möglich, ein Gynäkologe sollte jedoch zuvor den Erreger bestimmen, um eine gezielte Therapie einleiten zu können.
Eine Scheidenpilzinfektion ist für die Frau sehr leicht zu erkennen, da sie sich in erster Linie durch sehr starken Juckreiz äußert. Es kann auch zu einem Brennen kommen, häufig ist auch der äußere Bereich der Genitalien betroffen. Bei fortgeschrittener Infektion ist auch eine Schwellung und eine Rötung deutlich zu erkennen. Hinzu kommt ein verstärkter weißer Ausfluss, der eine bröckelige Konsistenz hat.
Manche Patientinnen klagen auch über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder ein Brennen beim Wasserlassen.
In etwa 80 Prozent der Fälle ist der Pilz Candida albicans für die Scheidenpilzinfektion verantwortlich.
Dabei handelt es sich um einen Hefepilz, genauso wie beim Candida glabrata, der den bekannten Soor verursacht. Normaler Weise ist der Körper in der Lage, diese Erreger zu vernichten.
Wenn die Abwehr jedoch geschwächt, oder das Scheidenmilieu verändert ist, können sie sich ungehindert vermehren und eine Pilzinfektion der Scheide auslösen.
In der Scheide sind in der Regel genügend Milchsäurebakterien vorhanden, welche die eindringenden Erreger unschädlich machen.
Die Milchsäurebakterien sorgen für ein saures Milieu, in dem solche Erreger nicht überleben können. Verschiedene Faktoren können jedoch dafür sorgen, dass dieses saure Milieu ins Ungleichgewicht gerät.
Eine häufige Ursache ist stark übertriebene Körperhygiene, gerade durch den Einsatz von Scheidenspülungen oder Intimsprays.
Wenn über einen längeren Zeitraum Antibiotika eingenommen werden müssen, können diese Erreger sich ebenso vermehren, als wenn die Patientin an Diabetes mellitus leidet.
Frauen sollten auch möglichst keine synthetischen Slips tragen, da diese die Luftzirkulation behindern, genauso wie zu enge Hosen.
Da Pilze sich von Zucker ernähren, kann ein starker Zuckerkonsum, beim Vorliegen von weiteren Risikofaktoren, ebenfalls zu einer Pilzinfektion führen.
Oftmals sind es gleich mehrere Ursachen, die dann zum Ausbruch einer Scheidenpilzinfektion führen.
Da auch hormonelle Veränderungen einen großen Einfluss auf das Scheidenmilieu der Frau haben, kommen Pilzinfektionen auch gehäuft während der Schwangerschaft, bei Einnahme der Anti-Baby-Pille, in den Wechseljahren oder während der Periode vor.
Symptome und Diagnose durch den Facharzt
Normalerweise bemerkt eine Frau die Scheidenpilzinfektion selbst, dennoch sollte sie vom Facharzt abgeklärt werden.
Bei der Untersuchung wird er neben einer geröteten und geschwollenen Schleimhaut auch den weißen, bröckeligen Ausfluss bemerken.
Der Gynäkologe wird dann noch einen Abstrich machen, damit er die Art der Erreger feststellen kann.
Unter dem Mikroskop kann er dann sehen, ob es sich tatsächlich um Pilze handelt, oder ob etwa ein anderer Erreger vorliegt. In einigen Fällen wird der Abstrich dann auch an ein Labor geschickt.
Therapie und Medikation
Für die Behandlung eines Scheidenpilzes stehen spezielle Medikamente, die so genannten Antimykotika, zur Verfügung.
Vor allem die Wirkstoffe Nystatin und Imidazole haben sich in der Praxis bewährt. In der Regel wird eine kombinierte Behandlung mit Scheidenzäpfchen und einer Salbe durchgeführt.
Es ist wichtig, alle Pilzsporen abzutöten, da die Erkrankung sonst wieder aufflammen kann. Deshalb muss die Patientin den äußeren Bereich mit der Salbe behandeln.
Je nach Schweregrad der Infektion, kann die Behandlung zwischen einem und sechs Tagen dauern.
Bei einer leichten Infektion genügt in der Regel eine Behandlungsdauer von drei Tagen.
Weitaus seltener werden zu Behandlung Antiseptika eingesetzt, welche als Wirkstoff Povidon-Jod enthalten.
Die Patientin sollte immer daran denken, dass die Pilzinfektion beim Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Deshalb sollte während der Behandlung unbedingt ein Kondom benutzt werden.
Falls die Pilzinfektion immer wiederkehren sollte, muss auch der Partner untersucht und gegebenenfalls behandelt werden, da sonst ein Kreislauf entsteht, bei dem ein Partner den anderen immer wieder ansteckt.
Wenn beim Partner die gleichen Erreger festgestellt werden, muss er für einige Tage eine Salbe am Penis anwenden.
Eine Scheidenpilzinfektion heilt in der Regel sehr schnell aus, wenn sie adäquat behandelt wird.
Inzwischen gibt es die Medikamente auch rezeptfrei in der Apotheke, so dass nur in schweren Fällen ein Arzt konsultiert werden muss. Wer einige Punkte beachtet, und über die Ursachen der Scheidenpilzinfektion Bescheid weiß, der kann viel dafür tun, damit sie gar nicht erst entsteht.
Hygiene im Intimbereich ist wichtig, doch sie darf auf gar keinen Fall übertrieben werden. Wie in vielen Bereichen, ist auch hier weniger manchmal mehr.
Es werden im Handel viele spezielle Produkte für die Intimpflege angeboten, doch die meisten sind viel zu aggresiv und zerstören die Scheidenflora.
Da Pilze auch aus dem Darm verschleppt werden können, muss beim Stuhlgang darauf geachtet werden dass immer von vorne nach hinten gewischt wird. Am besten sollten Slips aus Baumwolle getragen werden, die auch bei 60 Grad gewaschen werden können, um Erreger zuverlässig abzutöten.
Frauen, die häufiger unter einer Scheidenpilzinfektion leiden, können mit speziellen Präparaten ihre Scheidenflora wieder ins Gleichgewicht bringen.
Ein gutes Hausmittel ist ein Tampon, welcher zuvor in Naturjoghurt getunkt wurde. Durch eine gute Vorbeugung haben Pilze weitaus weniger Chancen, eine Infektion zu verursachen.
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