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Waldorf Erziehung - Kinder und Jugendliche erziehen

Waldorf Schulen Waldorfschulen unterrichten nach dem Prinzip des Gründers Rudolf-Steiner. Dieses Prinzip beinhaltet die Förderung des Denkens, des Fühlens und des Wollens von Kindern. Daher bieten Waldorfschulen gegenüber anderen Schulen mehr handwerkliche Fächer an, welche künstlerisch orientiert sind. Jedes Fach, welches an den Waldorfschulen unterrichtet wird, soll künstlerische Elemente enthalten. So wird die eigentliche Erziehung während des Unterrichts zur Erziehungskunst. Der Gedanke der Entwicklung und des Werdens basiert auf der Naturanschauung. Es werden Naturerscheinungen, welche in die Umgebung eingebettet sind, betont. Abläufe, wie zum Beispiel der Unterricht, oder die Tages- und Wochenverläufe beruhen auf einer rhythmischen Gliederung. Daraus ergeben sich viele Theateraufführungen,  Monatsfeiern und Schülerkonzerte, welche auch öffentlich vorgetragen werden. Ebenso wird der Gartenbau im Zusammenhang mit dem künstlerisch praktischen Unterricht vorgestellt.

 

 

Unterricht und Lehrpan

 


 

Mit einem fast zweistündigen Hauptunterricht beginnt ein Schultag in der Waldorfschule. Während diesen zwei Stunden werden Fächer wie Mathematik, Deutsch, Kunst, Geographie, Erdkunde, usw., also Fächer wie an anderen Schulen auch, in einem sogenannten Epochenunterricht über mehrere Wochen hinweg unterrichtet. Der restliche Vormittag und die Nachmittage befassen sich mit Fremdsprachen als Fachunterricht. Bereits in der ersten Klasse lernen die Kinder zwei Fremdsprachen. Ab der dritten Klassenstufe kommt die dritte Fremdsprache hinzu. Neben diesem Fachunterricht wird im handwerklichem und künstlerischem unterrichtet. Dies sind zum Beispiel Fächer wie Handarbeit, Religion, Singen,  Gymnastik und Turnen.

 

Ab der fünften Klasse werden zudem noch handwerkliche Fächer wie Hauswirtschaft, Schreinern und Schneidern, sowie Gartenbau im Wechsel unterrichtet. Fächer wie zum Beispiel Spinnen und Feldmessen werden ab der zehnten Klasse und Technologie, Buchbinden und Technische Mechanik ab der Klassenstufe elf und zwölf, unterrichtet. In den ersten Schuljahren bis zur achten Klasse werden die Kinder nur von einem Klassenlehrer unterrichtet. Er gilt als richtunggebende Persönlichkeit und soll die Kinder in ihrem Gefühlsleben ausbilden.

 

Dabei tritt er nicht als Spezialist, sondern als Generalist auf. Die einzelnen Hauptfächer werden von entsprechenden Fachlehrern unterrichtet.

Zu Beginn jeder Unterrichtsepoche wird von den Schülern ein selbst gestaltetes, diktiertes Epochenheft angelegt, welches gemeinsam erarbeitet und über den Zeitraum einer Epoche weiter geführt wird, trägt am Schluss der Epoche zur Leistungsbeurteilung bei. Da dieses Epochenheft gleichfalls als Hilfsmaterial beim Lernen gilt, sind in den Waldorfschulen so gut wie keine Lehrbücher vorgesehen. In den ersten Schuljahren werden selbst elektronische Medien, wenn überhaupt, sehr zurückhaltend eingesetzt.

Erst in der Oberstufe wechseln in den Hauptfächern die Fachlehrer.

Die Ziele und Themen des Lehrplanes einer Waldorfschule sind nicht festgelegt. Der Lehrer tritt als Repräsentant der Welt auf und vermittelt den Kindern das von ihm als Erkennender jeweils Richtige. Dieses Heranbringen in Inhalt und Methode orientiert sich an dem Entwicklungsstadium der Kinder.

 

Ansichtsweise der Waldorfschule

In Waldorfschulen wird eine Leistungsdifferenzierung vermieden, wie man sie von Regelschulen her kennt. Sie verpflichten sich der ganzheitlichen Erziehung. Hierbei wird eine individuelle Förderung bei Schülern, die unterschiedlich begabt sind, innerhalb einer Klasse durch den ganzheitlichen Ansatz gefördert. Erst in der Oberstufe findet eine äußere Differenzierung statt. Diese Form bewirkt, dass es kein Sitzenbleiben gibt. Noten zum Jahresabschluss bekommen die Schüler erst ab der achten Klassenstufe. Bis dahin erhalten sie eine verbale Charakteristik, die dem Schüler sein Lernen und seinen Charakter widerspiegelt. Sie soll einen Anreiz zum Weiterlernen geben. Ab der neunten Klasse können Schüler auf Nachfrage auch ein Ziffernzeugnis erhalten. Weit verbreitet sind allerdings Punktebewertungen.

 

 

 

© Ilja Biletski - Fotolia.com



Artikel wurde zuletzt geaendert am:  25.02.2010; 17:29:04 Uhr



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