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Die verschiedenen Ausleitungsverfahren in der Naturheilkunde
Jeder Körper muss sich ständig mit ihm fremden Stoffen auseinandersetzen. Ein Teil der Stoffe, die mit dem Körper in Berührung kommen, sind für ihn lebensnotwendig, ein anderer Teil zumindest mehr oder minder verträglich. Es gibt jedoch auch viele Stoffe, die dem Körper nur schlecht oder gar nicht bekömmlich sind. Solche werden zeitweilig abgelagert. Sie finden sich dann im Gewebe, in Blutgefäßen und Organen. Vielfach entledigt sich im Laufe der Zeit der Organismus selbst solcher Stoffe. Er scheidet sie auf die verschiedenste Art und Weise aus, über Urin, über den Stuhl, über Schweiß. Wenn es sich um sehr unverträgliche und giftige Stoffe handelt, reagiert der Organismus auch mit Erbrechen und Durchfällen. Manchmal jedoch führen die Ablagerungen von zu vielen schädlichen Stoffen und Schlacken einfach zu Erkrankungen, denn der Körper mobilisiert seine Widerstandskräfte, die nicht immer dem Schädling ausreichend begegnen können.
In der Naturheilkunde werden zur Ableitung solcher Stoffe und Schlacken Ausleitungsverfahren angewandt. Das heißt, der Organismus wird angeregt, sich ihrer zu entledigen. In der alten Medizin wurde sehr viel mit Ausleitungsverfahren gearbeitet. Teils wurden sie auch erheblich übertrieben, sodass die Behandlungsmethoden zu neuen Krankheitsbildern führten und den Organismus über Gebühr schwächten.
Die Wandlung in der Medizin, die moderne medizinische Forschung, Entwicklung und Pharmazie haben zahlreiche medikamentöse, diagnostische und chirurgische Verfahren entwickeln können, die die Behandlung auch schwerster und lebensbedrohlicher Krankheiten ermöglichen und die Lebenserwartung und Lebensqualität erheblich verbessern. So manche alte medizinische Erfahrung ist dabei in Vergessenheit geraten und wird gerade heute von der Naturheilkunde wieder neu belebt.
Naturheilkundliche Ausleitungsverfahren
Der Name Ausleitung sagt es: Es geht hier darum, Schädliches aus dem Körper zu leiten. Hierfür werden in der Naturheilkunde verschiedene alt hergebrachte Verfahren angewandt, die teilweise auch nach neuen Erkenntnissen modifiziert wurden.
Beim Purgieren geht es um Abführen über den Darm. Hierfür können pflanzliche Medikamente, Tees oder Salze verabreicht werden. Hierdurch wird teils Blutverdünnung und Blutreinigung erreicht. Ähnlich werden für die Ausleitung über die Nieren Mittel verabreicht, die die Urinproduktion anreizen und wasserlösliche Stoffe aus dem Körper schwemmen. Dies wird besonders angewandt bei Erkrankungen wie Gicht, bei Ödemen, Rheuma oder Arthritis. Die Ausleitung über die Haut kann durch Schwitzanwendungen und Dampfbäder angeregt werden. Ein anderes Verfahren, das über die Haut ausleitet ist der Baunscheidtismus, der einen künstlichen Hautausschlag zur Entgiftung über die Lymphe erzeugt. Ein sehr altes Verfahren ist das Schröpfen, bei dem sich durch Unterdruck kleine Blutergüsse bilden und die Abwehrkräfte anregen.
Die Blutegeltherapie hat heute sogar Zugang zu mancher Operation zum Entstauen gefunden. Durch das Auflegen ein Cantharidenpflasters wird eine Blase auf der Haut, die sich mit Lymphe füllt, erzeugt. Hiermit wird über die Lymphbahnen entgiftet. Das findet besonders Anwendung bei Rheuma, Arthritis, Neuralgien, aber auch bei intensiven Entgiftungen und anderen Erkrankungen. Schließlich müssen noch die Anregung von Erbrechen und der Aderlass genannt werden. Der Aderlass kann blutverdünnend wirken und schädliche Stoffe ausschwemmen, ist jedoch durch seine übertriebene Anwendung in früherer Zeit in Verruf geraten.
Kontrollierte naturheilkundliche Anwendungen
Ausleitungsverfahren können ihre Wirkung tun. Allerdings sollten sie nur als kontrollierte Anwendung von einem Naturmediziner oder erfahrenen Heilpraktiker ausgeübt werden. Bei einer Selbstanwendung können solche Verfahren sogar sehr schädliche Wirkungen hervorrufen. Ein Naturheilkundler mit entsprechender Ausbildung wird auch vorliegende Diagnosen beachten und bei bestimmten Erkrankungen von einigen Verfahren Abstand nehmen. Über Schaden und Nutzen entscheidet auch hier die Dosis. Das Übertreiben von zu häufigen Ausleitungen, wie einer dauernd praktizierten künstlichen Darmentleerung oder Wasserausscheidung oder dem Anregen von Brechreiz ist der Gesundheit nicht zuträglich, sondern im Gegenteil schädlich.
In der Naturheilkunde sind diese Anwendungen auch keine ständig beim Patienten praktizierten Methoden, sondern überlegt dosierte Anwendungen. Vorausgehen sollte eine Diagnose, die eine Anwendung nicht ausschließt. Daneben gibt es zur Entschlackung und Entgiftung die natürlichen Wege des kontrollierten Heilfastens, der Kneippbäder, Saunagänge, Bewegung, Ernährungsumstellung und allgemein gesunde Lebensweise.
In der Naturmedizin wird immer vom ganzheitlichen Betrachten und Behandeln gesprochen. Folglich wird auch für ein Ausleitungsverfahren zuvor der Patient mit seinen Grunderkrankungen, der körperlichen und psychischen Gesamtverfassung angesehen und die Anwendung besprochen wird.
Heilpraktikerr Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 17.07.2011; 10:51:29 Uhr