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Autogenes Training - bekannte Entspannungsmethode
Autogenes Training ist eine Selbstentspannungsmethode, die auch als Selbsthypnose bezeichnet werden. Mithilfe von bestimmten Konzentrationsübungen wird dafür die Einflussnahme auf körperliche und psychische Vorgänge geübt. Das autogene Training wird therapeutisch sowohl in der Alternativ- wie auch der Schulmedizin und der Psychologie eingesetzt. Therapeutisch kommt autogenes Training vor allem als Ergänzung und Begleitung von Behandlungen zum Einsatz.
Die Einflussnahme durch den Willen auf Körperfunktionen ist schon seit uralter Zeit bekannt. Ohne den Willen des Kranken und seine eigene Mitwirkung ist eine Heilung schlechthin kaum möglich. Hier ist auch der Ansatzpunkt für das autogene Training zu finden. 1843 beschäftigte sich der britische Chirurg Braid mit der Hypnose vom wissenschaftlichen Standpunkt und ihrer therapeutischen Bedeutung. Etwas später befasste sich der deutsche Hirnforscher Vogt vor allem mit der Selbsthypnose, um damit starken Erregungs- und Spannungszuständen zu begegnen. Auf diese Erkenntnisse aufbauend entwickelte dann schließlich 1932 der deutsche Nervenarzt Heinrich Schultz das autogene Training.
Inzwischen hat sich diese Form der Selbstentspannung und Selbstbeeinflussung bei vielerlei Störungen als sehr hilfreich erwiesen. Die Methode findet breite Anwendung bei einer Reihe von chronischen Erkrankungen und Störungen, wie auch in der Schmerztherapie.
Erlernen und Ausüben des autogenen Trainings
Das autogene Training wird in der Regel in speziellen Kursen erlernt und bedarf einiger Übung. Am Anfang stehen die sechs Grundübungen. Diese sind die Schwereübung, die Wärmeübung, die Herzübung, die Atemübung, die Bauch- und Sonnengeflechtsübung und die Stirnkühleübung. Bei der Schwerübung wird die Entspannung der Muskulatur erlernt. Dies erfolgt erst einmal bei den Armen und Beinen, sowohl einzeln auf der rechten wie der linken Seite. Die ganze Konzentration fließt in ein Schweregefühl dieser Gliedmaßen. Bei der Wärmeübung sollen die Blutgefäße der Arme und Beine entspannt werden.
Durch bewusste Wärmeleitung werden sie erweitert, Verengungen und Verkrampfungen gelockert, ähnlich der vorigen Übung bei der Muskulatur. Die Herzübung befasst sich mit der Wahrnehmung der Herzaktivität, des Herzrhythmus. Die Teilnehmer lernen, auch bewusst in ihren Körper zu hören und zu fühlen und den Herzschlag zu beeinflussen. Bauch- und Sonnengeflechtsübungen dienen der Verbesserung der Durchblutung im Bauchraum und Unterleib, auch die Stirnkühleübung ist eine Übung für die Regulation der allgemeinen Durchblutung. Auf den Grundübungen bauen dann weitergehende Übungen auf, die sich auf die Einflussnahme von speziellen Beschwerden konzentrieren können.
Besonders positiv einzusetzen ist das autogene Training bei depressiven Phasen, die noch keinen schweren Verlauf zeigen, bei Schlafstörungen, Angstzuständen, Spannungskopfschmerzen, aber auch bei solchen Problemen wie Bluthochdruck, Verdauungsstörungen, Bewegungsstörungen, in den Wechseljahren oder bei allergischen Hauterkrankungen und der Neurodermitis. Erfolgreich kann die Methode die Behandlung von Asthma und die Therapie von Suchterkrankungen unterstützen. Besondere Bedeutung kommt dem autogenen Training bei chronischen Schmerzen und wiederkehrenden Anfallsschmerzen zu. Hier kann mit der richtigen Anleitung und konzentrierter Übung eine Besserung bis zur zeitweiligen Schmerzfreiheit, auf jeden Fall starker Reduktion der Schmerzen erreicht werden.
Autogenes Training - hilfreich im Alltag und Krankheitsfall
Der Vorteil der regelmäßigen Anwendung besteht dabei auch darin, dass die Entspannung in verhältnismäßig kurzer Zeit und ohne äußere Hilfsmittel herbeigeführt werden kann. Gleichzeitig hilft die Methode, auf so manches zusätzliche Alltagsmedikament, wie Kopfschmerztabletten oder Medikamenten gegen kurzzeitige Magen- und Verdauungsprobleme, zu verzichten.
Das autogene Training sollte immer unter Anleitung eines medizinisch erfahrenen Trainers erlernt und geübt werden. Menschen, die die Methode schon lange beherrschen, können mithilfe von autogenem Training viele körperliche Vorgänge steuern. Das autogene Training ist eine gute Unterstützung für eine Reihe von medizinischen und psychologischen Therapien, da die intensive Mitwirkung des Patienten gefordert ist und eigene Körperkenntnis eine gute Heilungsvoraussetzung ist.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 17.07.2011; 10:49:50 Uhr