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Ergotherapie - Krankheitsbehandlung
Der Begriff Ergotherapie kann mit ergo = Werk, Tat, Aktivität und Leistung und Therapie mit Krankheitsbehandlung übersetzt werden. Somit besagt der Begriff Ergotherapie so viel wie Gesundung durch Arbeiten und Handeln. Eine durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung verloren gegangene oder noch nicht vorhandene Handlungsfähigkeit im Alltagsleben soll durch eine Ergotherapie wieder erreicht werden. Auch durch einen Schlaganfall verloren gegangene Funktionen oder Fähigkeiten können durch diese Therapie wieder hergestellt werden.
Bei Kindern, die aufgrund von Entwicklungsstörungen gewisse Fähigkeiten noch nicht ausgebildet haben, wird mit einer Ergotherapie geholfen die Entwicklung dieser Fähigkeiten zu unterstützen. Um eine großmögliche Selbstständigkeit und Unabhängigkeit im Alltags-, Schul- oder Berufsleben zu erzielen, wird mittels verschiedener ergotherapeutischer Maßnahmen mit Aktivität an diesen Fähigkeiten gearbeitet. Da es hierbei nicht nur um Bewegungsabläufe des Köpers, also die Motorik, sondern auch um das ganze menschliche System geht, wird bei der Ergotherapie durch Bewegung, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit ein harmonisches Zusammenwirken dieser einzelnen Fähigkeiten therapiert.
Wofür wird die Ergotherapie angewandt?
Eine Ergotherapie wird bei Schlaganfall- oder Herzinfarktpatienten angewandt, wenn diese durch das Ereignis körperliche Schädigungen erlitten haben. Auch wird diese Form der Therapie bei Menschen mit angeborenen körperlichen und/oder geistigen Schäden zum Einsatz gebracht. Ferner hilft eine Ergotherapie Menschen mit rheumatischen Erkrankungen, Menschen mit massiven neurologischen Störungen, Menschen mit orthopädischem Verschleiß, Menschen mit Alterserkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer und Menschen mit Multipler Sklerose. Häufig werden auch Menschen mit Störungen der Koordination, der Aufmerksamkeit, der Reaktion, der Merkfähigkeit, des Gleichgewichts oder der Grob- bzw. Feinmotorik mit Ergoanwendungen therapiert. Aber auch Kindern mit Verhaltens- oder Entwicklungsstörungen werden mit einer Ergotherapie gewisse Funktionen so zu sagen beigebracht oder wieder hergestellt.
Dies betrifft Kindergartenkinder bezüglich des Bewegungsapparates, der Feinmotorik und auch der Grobmotorik, aber auch Schulkinder bezüglich eventueller Konzentrationsschwächen. Zur Ergotherapie gehört aber nicht nur die Therapie an sich sondern auch die Analyse der Wohnsituation und der Wohnumgebung. Hier kann zum Beispiel durch eine neue Wohnraumgestaltung eine größere Eigenständigkeit des Patienten erreicht werden. Diese Analyse führt in Zusammenarbeit das Pflegepersonal mit dem Physiotherapeuten oder einem Sozialarbeiter durch. .
Ziel der Ergotherapie
Das Ziel einer Ergotherapie kann die Verbesserung des körperlichen und seelischen Zustandes bedeuten. Aber auch kann durch diese Therapie der Leidensdruck gesenkt werden. Durch die Ergotherapie kann eine Schmerzlinderung erfolgen oder aber sogar die Pflegebedürftigkeit hinausgezögert oder sogar verhindert werden. Aber auch die Stärkung der Motivation ist Ziel der Ergotherapie. Für viele ist eine Ergotherapie wichtig, um die Integration in Familie und Umwelt wieder herzustellen. Um eine Ergotherapie durchführen zu können, sollte im Vorfeld mit dem Arzt und so dann mit einem Physiotherapeuten gesprochen werden. Um eine angepasste Ergotherapie sinnvoll durchzuführen, müssen einige Fragen des Physiotherapeuten beantwortet werden.
Oftmals betreffen die Fragen nicht nur das eigentliche Problem sondern auch die Ernährung kann oftmals wichtig sein, um eine erfolgreiche Therapie durchführen zu können. Um diese Ziele zu erreichen kann eine Ergotherapie sowohl in Ergotherapie-Praxen als auch in speziellen Rehabilitationszentren durchgeführt werden. Aber auch in Sonderschulen, Sonderkindergärten, Frühförderstellen und Kinderkliniken werden Ergotherapien angeboten und durchgeführt.
Wie kann eine Ergotherapie aussehen?
Eine Ergotherapie richtet sich nach dem Krankheitsbild. Es werden hierfür unterschiedliche Einzelmaßnahmen der Ergotherapie individuell zusammengestellt. Zu den Einzelmaßnahmen können unter anderem das Trainieren und Vorbereiten von körperlichen Bewegungsabläufen, das Trainieren von Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination mit dem Schwerpunkt des Rumpfes (Leib ohne Kopf und Gliedmaßen) gehören. Durch diese Einzelmaßnahmen können Bewegungseinschränkungen oft ausgeglichen oder sogar ganz behoben werden. Gerade bei Schlaganfallpatienten gehören zur Ergotherapie das trainieren von Anziehen, Essen, Schlucken, Trinken und Waschen. Aber auch das Trainieren des Alltages gehört zu Therapieformen. Hierzu gehört es zum Beispiel Einkaufen zu gehen, den Umgang mit Geld zu lernen, Telefonieren, Orientierung im Straßenverkehr oder aber auch der Umgang mit Kommunikationsmittel oder Medikament.
Auch kann bei einer Ergotherapie die Aufmerksamkeit, die Wahrnehmung, die Konzentration des Gedächtnisses trainiert werden. Das Trainieren des Gehirns beispielsweise bei Erkrankung oder Verletzung desselbigen gehört auch zu einer Therapieform. Zu den Aufgaben eines Ergotherapeuten gehört aber auch die Beratung und Anleitung von Angehörigen, um ihnen den Umgang mit dem Patienten zu erleichtern. Eine Ergotherapie bedeutet aber immer für alle Beteiligten Geduld. Es sollte immer davon ausgegangen werden, egal welche Krankheit mit der Therapie behandelt wird, dass eine Ergotherapie über Monate, wenn nicht sogar Jahre, durchgeführt werden muss.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 26.07.2011; 18:19:58 Uhr