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Heilpflanzen und Phytotherapie
Eine Pflanze die in der Pflanzenheilkunde aufgrund ihres Gehaltes an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet wird, nennt man Heilpflanze. Heilpflanzen werden auch Drogenpflanze, Giftpflanze, Arzneipflanze oder Heilkraut genannt. Heilpflanzen können sowohl als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen als auch in Tee zubereitet werden. Aber auch in Badezusätzen oder Kosmetika findet man Heilpflanzen. Der Begriff Heilpflanze ist hierbei aber nur relativ, da er nur nach der Verwendung und nicht nach dem Ursprung, also der botanischen Zugehörigkeit oder der Wuchsform, verwendet wird. Als Heilpflanze können demnach also alle Pflanzen, die eine entsprechende Anwendung als Medikament haben, bezeichnet werden.
Auch kann es sich hierbei um Drogen aus Heilpflanzen, auch um deren Teile, frisch oder getrocknet handeln. Auch Pflanzen in Form von Extrakten (mit Lösungsmittel), Dekokten (durch Kochen), Mazerationen (durch Kaltauszug) können zu den Heilpflanzen gehören. Ursprünglich sind alle Heilpflanzen Drogen. Dies liegt einzig und allein daran, dass der Begriff Droge abgeleitet ist und soviel wie Trocknen bedeutet. Früher gab es Heilkräuter die heute zu den Genussmitteln gehören, wie zum Beispiel Tee, Kaffee oder auch Tabak. Aber auch Gewürzkräuter gehörten zu den Heilpflanzen, die heute eher in der Küche zu finden sind. Zu diesen gehören zum Beispiel Pfefferminz, Zimt oder auch Basilikum. Aber auch Nahrungsmittel wie Äpfel oder Zitrusfrüchte wurden als Heilpflanzen verwendet.
Wie wirken Heilpflanzen?
Viele Medikamente stammen aus Pflanzen oder wurden aus pflanzlichen Stoffen zu Medikamenten weiterentwickelt. Da ihre medizinische Wirksamkeit nachgewiesen ist, werden diese genau untersuchten und als reiner Stoff dargestellten Pflanzeninhaltsstoffe, von der Medizin genutzt. In der evidenzbasierten Medizin finden die im Pflanzenreich besonders stark enthaltene Gifte Verwendung. Diese Gifte werden verdünnt und teilweise auch als chemisch veredelte Stoffe zum Beispiel bei Herzbeschwerden oder als Narkosemittel eingesetzt. Bekannt ist hier der rote Fingerhut mit seinen Herzglykosiden und der Schlafmohn mit seinen Opiaten. Aber auch als Therapeutika finden viele Pflanzen ihren Einsatz. Da Heilpflanzen oft eine Vielzahl von Stoffen enthalten, kann die Wirkung auch unterschiedlich sein.
Auch können die Heilpflanzen entgegengesetzte Wirkungen zeigen. Ferner kann der Wirkungsgehalt der Heilpflanze aufgrund klimatischer, regionaler und verarbeitungsbedingter Umstände nicht festgelegt werden. Dies bedeutet, dass es zwischen den einzelnen Herstellern zu ein und derselben Heilpflanze verschiedene Dosisangaben geben kann. Die in Apotheken erhältlichen Drogen müssen aber den strengen Bestimmungen des jeweiligen staatlichen Arzneibuches entsprechen. Somit ist der Gehalt an Wirkstoffen sichergestellt.
Welche Therapien gibt es mit Heilpflanzen?
Eine Therapiemöglichkeit mit Heilpflanzen ist die Phytotherapie. Hieraus haben sich aber auch Sonderformen entwickelt, die ein wichtiger Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Ayurvedischen Medizin in Indien geworden ist. In dieser Pflanzenheilkunde werden Beschwerden mit Hilfe von Pflanzenwirkstoffen bearbeitet. Die Phytotherapie gehört zu den ältesten Therapieverfahren. Bei dieser Therapie werden die Heilpflanzen als Frischpflanzen, Drogen oder Extrakte eingesetzt. Aber auch zu Tee, Kapseln, Tropfen oder Salben können die Pflanzen verarbeitet werden und in der Therapie eingesetzt werden. Der Vorteil der Phytotherapie liegt vor allem im breiteren Wirkungsspektrum und den weniger auftretenden Nebenwirkungen als bei synthetischen Medikamenten.
Aber bei der Wirksamkeit gibt es bei den einzelnen Pflanzen aber auch bei den Präparaten große Unterschiede. Bei der Pharmakologie werden die Pflanzen nach ihrer Wirksamkeit in drei Arten unterteilt. Zum einen gibt es die milde Pflanze (Mite), die starke Pflanze (Forte) und zum anderen alle sonstigen Pflanzen die dazwischen liegen und keine besondere Kennzeichnung haben. Genau wie die Homöopathie ist die Phytotherapie eine spezielle Therapie, die sowohl naturwissenschaftliche Bewertungsmaßstäbe als auch vorhandene Erfahrungsmaterialien heranzieht. Hier wird unterschieden zwischen rationale oder allopathische Phytotherapie, die sich auf naturwissenschaftlich begründete Medizin beruht, von der traditionellen Phytotherapie, die sich aus der Volksheilkunde entwickelt hat.
Welche Nebenwirkungen kann eine Heilpflanzentherapie haben?
Die in einer Heilpflanzentherapie genommenen Pflanzen in Form von Extrakten, Tropfen und so weiter haben meist nur geringfügige Nebenwirkungen. Diese Nebenwirkungen greifen aber im Normalfall nicht den Organismus an. Aber einige Pflanzen dürfen nicht unterschätzt werden. Aufgrund der Hochwirksamkeit oder der giftigen Substanzen kann es bei einer Überdosierung zu schlimmeren Nebenwirkungen kommen. Zum Beispiel die herzwirksamen Wirkstoffe des Fingerhutes gegen Herschwäche können bei Falschanwendung oder Überdosierung zu Gift werden. Die Blätter des Fingerhutes sind daher als Heil- aber auch Giftpflanze bekannt.
Heilpraktiker Felix Teske
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 26.07.2011; 18:31:47 Uhr