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Kirlianfotografie auch Elektrographie genannt
Kirlianfotografie ist ein Verfahren aus der angewandten Physik, bei dem die durch ein elektrisches Hochfrequenzfeld erzeugten Lichterscheinungen eines Objektes festgehalten werden. Der Name stammt von den beiden russischen Physikern Walentina und Semjon Kirlian, die Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts auf diesem Gebiet forschten. Erzeugt werden diese Erscheinungen, auch Korona-Entladungen genannt, durch eine hohe Spannung bei niedrigem Strom. Der Leuchteffekt entsteht durch starke Beschleunigung der Elektronen in der Umgebung des Spannungsfeldes.
Beachtung fand die Kirlianfotografie durch die Ästhetik der Bilder und durch ein bislang unerklärliches Phänomen, das des „Phantomblatteffekts". Hierbei wurde ein Blatt bei der Kirlianfotografie vollständig abgebildet, obwohl zuvor ein Teil des Blattes abgeschnitten worden war. Diese ungewöhnliche Erscheinung ist wissenschaftlich bis jetzt nicht erklärbar, allerdings auch nicht reproduzierbar.
Welche Anwendung findet die Kirlianfotografie?
In der Physik hat die Kirlianfotografie keine bedeutende Anwendung, außer die Erzeugung von Lichterscheinungen. In diesem Wissenschaftszweig geht es eher um die Erklärung bestimmter Phänomene. Die heutigen Anwendungsgebiete liegen im Bereich der alternativen Heilverfahren. Dort findet dieses Verfahren zur Diagnostik verschiedener Erkrankungen und als Methode der Kontrolle eines Heilungsfortschritts Anwendung. Fotografiert werden normalerweise Hände und Füße des Patienten, denn viele Alternativmethoden lehnen sich an die fernöstliche Medizin an, verwiegend an die Akupunktur und die Akupressur. Hier gelten die Fingerkuppen und die Zehenspitzen als Endpunkte der Meridiane, die den Energiefluss darstellen. Anhand des veränderten Leuchtverhaltens einzelner Bereiche stellt zum Beispiel der Heilpraktiker seine Diagnose. Manche Künstler bedienen sich dieser Technik, um Gegenstände in einem anderen Licht erscheinen zu lassen und zu stilisieren.
Wie wird Kirlianfotografie in der Alternativheilkunde angewandt?
Kirlianfotografie wird in alternativen Heilmethoden hauptsächlich zur Diagnostik und zur Überprüfung eines Behandlungsverlaufes oder eines Therapieerfolges angewandt. Man geht davon aus, dass an den Händen und Füßen entsprechend der Meridiane in der chinesischen Medizin Anfangs- und Endpunkte liegen. Gemäß der traditionellen chinesischen Meridianlehre gibt es 12 verschiedene Meridiane, ein deutscher Arzt hat noch acht weiter hinzugefügt Ist dort eine Ungleichmäßigkeit im Leuchten an einzelnen Punkten zu sehen, kann der Therapeut die einzelnen Organe und ihre Störungen daran erkennen.
So erkennt er beispielsweise eine Störung im Bereich des Dickdarms an einer veränderten Korona der Innenseite des Zeigefingers. Zur Behandlung selbst wird die Kirlianfotografie nicht eingesetzt, die Therapie der diagnostizierten Krankheit erfolgt mit anderen Mitteln. Praktisch sieht die Anwendung dieses Diagnostikverfahrens folgendermaßen aus: Der Patient legt in einer Dunkelkammer beispielsweise die Hände auf ein Fotopapier, das auf einem dafür vorgesehen Gerät liegt. Nun wird Strom eingeschaltet, bis der Patient ein leichtes Kribbeln spürt. Nach ein paar Sekunden schaltet das Gerät ab und das so entstandene Foto kann entwickelt werden. Der Therapeut beurteilt das Foto und stellt anhand der Leuchteffekte seine Diagnose.
Ist Kirlianfotografie gefährlich?
Obwohl bei der Kirlianfotografie nur Strom im Milli-Ampere-Bereich fließt, darf man nicht vergessen, dass die Spannung im Kilovoltbereich liegt, also dass es sich um Hochspannung handelt. Wer einen Herzschrittmacher oder ein Hörgerät trägt, sollte sich auf keinen Fall einem solchen Verfahren unterziehen. Außerdem darf der Proband auf keinen Fall galvanisch geerdet sein, als es darf keine Entstörung stattfinden, auch wenn dadurch das Ergebnis der Fotografie deutlicher ausfällt. Bei einer galvanischen Erdung kann es zu einem Überschlag kommen. Die Folge wäre, dass hohe Ströme durch den Körper fließen würden.
Ebenso darf die Person während der Durchführung nicht in Berührung mit anderen Menschen oder leitfähigen Gegenständen kommen. Auch hier bestünde die Gefahr eines Überschlags mit hohem Stromfluss. Man sollte auch wissen, dass diese Hochfrequenzströme eine Wärme entwickeln, die zu einer Art Überhitzung und vor allem auch einer Verbrennung führen können. Auch wenn viele von einer kalten Entladung sprechen, so ist das nicht wirklich so, denn die Elektroden, die hier verwendet werden, werden natürlich ziemlich warm. Selbst das Auge kann geschädigt werden, denn man sollte nicht in das vermeintliche Licht schauen. Und vor allem, man sollte es nicht selbst zu Hause durchführen. Denn die Gefahr, dass man hier bleibende Schäden zurückbehält, sind sehr groß. Es gibt fertige Geräte zu kaufen, um die Kirlianfotografie durchzuführen, jedoch sollte man sich lieber in die Hände von einem Spezialisten geben, wenn man das durchführen möchte. Dies dient zu eigenen Sicherheit.
Heilpraktiker Felix Teske
© Sinnawin - Fotolia.com
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 12.08.2011; 08:53:15 Uhr