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Logopädie - Sprachtherapie

Sprechübungen Der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein schrieb einmal: „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt". Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen. Sie ermöglicht Kontaktaufnahme und den Ausdruck von Emotionen. Ein Mensch mit verbalen Defiziten wird in der Gesellschaft oft ausgegrenzt. Das Wort Logopädie stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Sprecherziehung". Sprachheilkunde gab es bereits Ende des 19ten Jahrhunderts. 1913 tauchte der Begriff erstmals auf, bevor er 1924 von Emil Fröschels offiziell eingeführt wurde. Seit 1974 sind Krankenkassen zur Übernahme dieser Therapie verpflichtet.

 

Obwohl seit 1977 eine Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Logopädie eingeführt wurde, ist der Begriffe Logopäde erst seit 1980 eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Logopädie  ist somit eine noch junge Fachdisziplin zur Behandlung von Störungen in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Neben willkürlich auftretenden Sprachdefiziten wie Stottern oder Lispeln ist häufig eine auftretende Störung auch physiologisch bedingt. Ist dies der Fall, bedarf es zur Beseitigung des angeborenen und sich gebildeten Defekt gegebenenfalls einer operativen Korrektur. Gegebenenfalls eines operativen Eingriffs zu Beseitigung der angeborenen oder sich gebildeten physiologischen Unregelmäßigkeit. Im Anschluss daran ist es dann Aufgabe der Logopädie, die Klang- und Lautbildung der neuen Situation anzupassen.

 

Anwendungsgebiete der Logopädie

Die Logopädie findet bei allen Sprachstörungen Anwendung. Die Formen und Ursachen sind sehr different. Alle Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Redeflussstörungen fallen in das Aufgabengebiet der Logopädie. Sprach- und Stimmstörungen treten oftmals während des Heranwachsens im Jugendalter auf. In Grenzen sind sie auch als normal zu bezeichnen und können von selbst wieder weggehen. Auf jeden Fall sollte bei Verdacht auf Defizite in der Sprachentwicklung bei Fachleuten Rat gesucht werden Lispeln und Stottern sind wohl die bekanntesten Anwendungsgebiete in der Praxis, aber auch eingeschränkte grammatikalische Fähigkeiten sowie ein eingeschränkter Wortschatz, Verstehen und Anwenden betreffend, gehören zum Aufgabengebiet.


Immer häufiger müssen auch Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern behandelt werden, was auch mit der hohen Überlebensrate von Frühgeborenen in Zusammenhang steht. Frühgeboren haben öfter unter Entwicklungsstörungen und -Verzögerungen zu leiden. Stimmstörungen, also beispielsweise eine sehr hohe Stimmlage, können mithilfe der Logopädie behoben werden. Im Rahmen einer geschlechtsangleichenden Behandlung bei Transsexualität kann eine Sprechtonänderung vorgenommen werden. Klinisch arbeiten Logopäden mit Schlaganfallpatienten und mit Menschen nach einem Schädel-Hirn-Trauma, wenn diese unter Sprechunfähigkeit oder Wortbedeutungsstörungen leiden.

 

Schluckstörungen haben nicht direkt etwas mit der Sprache, aber mit dem Sprechapparat zu tun, deswegen fällt die Behandlung dieser Störung auch in den Bereich der Logopädie. Ein besonderes Feld stellt die Arbeit mit auditiven Störungen, also mit Hörgeschädigten und Gehörlosen dar. In Deutschland ist die Logopädie daneben noch eine pädagogische Teildisziplin und behandelt auch die Legasthenie und die Lese-Schreibschwäche. Logopäden arbeiten eng mit Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen sowie mit Fachärzten zusammen, um die Entwicklung richtig diagnostizieren zu können.

 

Die Ausbildung zum Logopäden

Die Logopädie Ausbildung kann auf zwei verschiedenen Wegen absolviert werden. Es gibt Logopädie als Studiengang an einer Fachhochschule oder einer Hochschule. Das Studium dauert 4 Jahre. Ein Abschluss als Logopäde kann aber auch in einer 3 jährigen Ausbildung erreicht werden. Diese Lehre setzt einen Haupt- oder Realschulabschluss voraus und wird an Berufsfachschulen, Krankenhäusern, Kliniken und Praxen für Logopädie angeboten.

Neben dem schulischen Abschluss ist sicherer Umgang mit der deutschen Sprache, Interesse an Medizin, Sprache, Kommunikation, Pädagogik und Psychologie, empathisches Einfühlungsvermögen, Freude am Umgang mit Menschen, Geduld und eine gewisse Frusttoleranz Eigenschaften, die ein Interessent an diesem Beruf mitbringen sollte. Bei der Logopädie sind oft nur sehr langsam Fortschritte in der Behandlung zu sehen, damit muss man umgehen können. Nach abgeschlossener Ausbildung können Logopäden in Krankenhäusern Reha-Kliniken oder in Logopädie-Praxen tätig sein. Die Möglichkeit einer selbstständigen Praxisführung ist direkt nach der Ausbildung möglich, es ist keine Berufserfahrung Voraussetzung.

 

Logopädische Übungen

Es gibt in der Logopädie Übungen zur Behandlung von bestimmten Erkrankungen oder deren Folgen, die die Sprache oder das Sprechen beeinträchtigen. Hierzu gehören Übungen bei einseitiger Gesichtslähmung oder bei Stimmlippenlähmungen. Andere Lektionen befassen sich mit Sprachstörungen und deren Therapie, wie zum Beispiel Artikulationsübungen, gemein als Zungenbrecher bekannt, mundmotorische Übungen, welche sich auf Lippen oder Zunge beziehen können, sowie Atemübungen in verschiedenen Formen.

 

 

Heilpraktiker Felix Teske

© Markus Bormann - Fotolia.com

 




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Artikel wurde zuletzt geaendert am:  14.08.2011; 10:51:54 Uhr



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