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Makrobiotik - Was steckt dahinter?

Medizinisches Training Die Makrobiotik, oft auch fälschlicherweise als makrobiotische Diät bezeichnet, ist eigentlich eine Lebensphilosophie, wird aber meist als Ernährungsform bezeichnet, die auf der Philosophie des Taoismus und dem Prinzip der konträren Kräfte des Yin und Yang basiert. Sie soll Grundlage für ein langes, gesundes und glückliches Leben sein.

 

Geschichte der Makrobiotik

Im 20. Jahrhundert wurde die Methode durch den Japaner Georges Ohsawa bekannt, der angeblich seine Tuberkulose durch makrobiotische Ernährung geheilt hat. Laut Ohsawa ist jede Krankheit nur eine Störung des Gleichgewichts zwischen Yin und Yang, der beiden gegensätzlichen und sich ergänzenden Prinzipien der chinesischen Philosophie. Somit sei auch jede Krankheit durch Wiederherstellung dieses Gleichgewichts zu Heilen, auch Lähmungen, Krebs oder psychiatrische Erkrankungen wie Schizophrenie. Seither hat die Makrobiotik auch den Anspruch, eine Heilmethode zu sein. Die therapeutische Wirkung der Makrobiotik ist jedoch wissenschaftlich nicht anerkannt, sie zählt somit zu den alternativen Therapien.

Prinzip der Makrobiotik

In der Makrobiotik werden alle Lebensmittel nach den beiden polarisierenden Prinzipien Yin und Yang eingestuft. Um eine richtige Ernährung im Sinne dieser Lehre zu gewährleisten, ist darauf zu achten, dass das Verhältnis von Yin zu Yang eins zu fünf beträgt. Hauptbestandteile der Ernährung sind Getreideprodukte und Gemüse. Die Lehre nach Ohsawa teilt die Ernährung nach seinem Prinzip in 10 Stufen ein. Die höchste und gesündeste, also die 10. Stufe bedeutet ausschließliche Aufnahme von Vollkorngetreide. Bei den niedrigeren Stufen kommen dann auch andere Bestandteile wie Gemüse und Salate hinzu. In der makrobiotischen Theorie nach Oshawa gilt zudem die Ansicht, dass man nur trinken sollte, wenn man durstig ist, und dann auch nur so wenig als möglich.

 

Diese Idee der minimalen Flüssigkeitszufuhr wird von der modernen Makrobiotik jedoch nicht mehr vertreten, ebenso wie das 10 Stufen Modell. Die heutige Form der makrobiotischen Ernährung hat sich der westlichen Lebensführung zum Teil angepasst. Nach heutiger Sichtweise werden die einzelnen Nahrungsmittel den Prinzipien Yin Und Yang zugeordnet, die Verteilung ein Teil Ying und fünf Teile Yang gelten immer noch als erstrebenswert. Zum Element Yin werden die Nahrungsmittel wie Reis, Mehl, Kartoffeln und alle Gemüsesorten gezählt. Yang werden Salz und andere Gewürze, bestimmte Algensorten und Fisch zugeordnet. Gemieden werden soll die Aufnahme von tierischem Eiweiß wie Milch, Milchprodukte, Eier und Fleisch. Ausgenommen ist hier Fisch, deswegen kann die makrobiotische Ernährung auch nicht als vegetarische Ernährungsform gewertet werden.

 

Verboten sind zudem Zucker, Honig und andere Süßstoffe, Konserven und Tiefkühlprodukte und alle Arten von Genussmitteln im weiteren Sinn, also Kaffee oder Tee. Alle Produkte müssen frisch sein und frisch zubereitet werden. Es gibt zwar auch Rohkost in dieser Ernährung, die Grundidee ist aber das schonende Garen der Lebensmittel in Gefäßen, die aus natürlichen Rohstoffen gewonnen werden, also aus Glas, Emaille, Kupfer oder Keramik.

 

Risiken der Makrobiotik

Eine Ernährung streng nach Ohsawa ist strikt abzulehnen, da sie viele Risiken birgt. Die geringe Flüssigkeitsaufnahme ist eines der Kritikpunkte, zudem ist die reine Ernährung mit Getreideprodukten, die ja auch noch besonders für Kranke empfohlen wird, äußerst gefährlich, da Mangelerscheinungen durch fehlende Zufuhr von Fett, Eiweiß, Vitaminen und Elektrolyten vorprogrammiert sind, die schwerwiegende Folgen haben können. Auch die abgeschwächte, moderne Form der makrobiotischen Ernährung zieht eine Reihe von Mangelerscheinungen nach sich. Besonders bei Kindern und Jugendlichen, die sich noch in der Entwicklung befinden, kann diese Form der Fehlernährung ernste und zum Teil irreparable Konsequenzen haben, zum Beispiel Rachitis, einer Erkrankung des im Wachstum befindlichen Knochens und seiner Wachstumsfugen in Folge von Demineralisierung.

Entsprechende Folge im Erwachsenenalter wäre die Osteoporose, also eine Entkalkung des Knochens durch mangelnde Vitamin D - Aufnahme, was Degeneration und Brüchigkeit des Knochens bewirkt. Zudem kann es in manchen Fällen zu einer ausgeprägten Anämie, bekannt als Blutarmut, kommen. Die Wissenschaft steht aus den genannten Gründen der Lehre der Makrobiotik skeptisch bis ablehnend gegenüber. Was den Anspruch anbelangt, Krankheiten jeder Art heilen zu können, auch Krebs, also eine Heilmethode zu sein, wird vor der Makrobiotik gewarnt, da die Konsequenzen tödlich sein könne, wenn auf Grund dieser lehre eine medizinische Behandlung vernachlässigt oder gar unterlassen wird.

 

 

Heilpraktiker Felix Teske

© WavebreakMediaMicro - Fotolia.com




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Artikel wurde zuletzt geaendert am:  26.08.2011; 15:10:36 Uhr



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