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Nageldiagnostik - schöne und gesund Nägel haben
Die Nageldiagnostik wird meist in Verbindung mit der Handdiagnostik angewandt, der Oberbegriff lautet Chirologie. Die Nageldiagnostik und die Handdiagnostik sind Bereiche der esoterisch-naturheilkundlichen Alternativmethoden. Sie ist deutlich abzugrenzenden von der in der Schulmedizin praktizierten Fingernagelbeurteilung. In der Medizin werden Veränderungen des Nagels nicht zur Diagnose herangezogen, sie sind lediglich als Symptome bestimmter Erkrankungen oder Vergiftungen zu sehen oder die Nägel, bzw. die beobachtete Reaktion auf Druck, werden zur ersten Beurteilung von Kreislaufsituationen benutzt.
Geschichte der Nageldiagnostik
Die Nageldiagnostik wurde Anfang des vorigen Jahrhunderts von Prof. h.c. Ernst Issberner-Haldane gegründet. Er ging davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Gesundheitszustand der inneren Organe und der Beschaffenheit und Erscheinung der Fingernägel bestehe. Ende des 20. Jahrhunderts erlebten alternative Heil- und Diagnose verfahren eine Hochzeit, die bis heute ungebrochen anhält. Die Vermischung mit esoterischen Denkweisen und der Kult alles Fernöstlichen tat ein Übriges dazu.
Vieles aus der traditionellen chinesischen Medizin wurde für westliche Zwecke verwendet, ohne den Zusammenhang oder die Hintergründe dieser Methoden zu kennen. Die Nageldiagnostik passt in dieses Konzept der alternativen Methoden. Ein wissenschaftlicher Nachweis über die Wirkung oder Zuverlässigkeit wird bei vielen Richtungen nicht erbracht, dafür ist ein großer Markt entstanden und eine Ausbildung ist in vielen Bereichen nicht notwendig, so dass jeder fast alles anwenden kann. Dadurch kommen auch alternative fundierte Stile in Verruf, die es nicht verdient hätten.
Was ist die Nageldiagnostik?
Die Nageldiagnostik geht davon aus, dass Form, Beschaffenheit und Länge der Fingernägel sowie das Aussehen der sogenannten Nagelmonde Rückschlüsse auf den gesundheitlichen Zustand der inneren Organe eines Menschen erlauben. Die Nägel sollen sozusagen ein Spiegel der Gesundheit sein. So werden generell drei Aspekte des Nagels betrachtet, die Form, die Farbe und die Oberflächenbeschaffenheit. Zudem wird oft noch eine Beurteilung des Nagelmondes herangezogen. Spezielle, in Ansichtstafeln festgehaltene Veränderungen des Nagels bezüglich einer der drei Aspekte werden als Anzeichen für entsprechend zugeordnete Krankheiten gewertet.
So wird eine Verdickung der Nagelplatte oder eine Verkrümmung als Hinweis auf Durchblutungsstörungen genannt. Ist der Nagel seitlich stark abfallend, deutet dies auf ein Magen-Darmleiden hin oder auf eine Störung in der Blutbildung. Eine Wölbung nach oben hingegen zeigt eine Erkrankung der Leber oder der Lunge an. Die Farbe kann Aussagen machen über Leber- oder Galle leiden. In diesem Fall sind die Nägel gelblich verfärbt. Eine Blässe deutet allgemein auf Blutarmut hin, das gilt auch für die Beurteilung der Nägel. Blaue Nägel werden als Hinweis auf Herz- oder Lungenleiden gesehen. Bei der Bedeutung der Farbe der Nägel in der Nageldiagnostik ist aus medizinischer Sicht hinzuzufügen, dass sich hier in allen Fällen nicht die Nägel an sich, also nicht das Keratin, das den Nagel bildet, verfärbt.
Bei allen Erscheinungen handelt es sich um die Beurteilung des Gewebes unter dem Nagel. So ist bei einer Blutarmut die Haut des ganzen Körpers blass und bei Herz- oder Lungenleiden wird die verminderte Versorgung mit Sauerstoff an den Akren, das sind die dem Körperstamm am weitesten entfernten Punkte, also zum Beispiel Finger- und Zehenenden, durch bläuliche Verfärbung sichtbar. Die Oberfläche wird in der Nageldiagnostik ebenfalls als Kriterium herangezogen. So deuten brüchige Nägel auf Mangel an Mineralien und Spurenelementen hin. Quergerillte Nägel sind ein Zeichen für vieles, wie zum Beispiel Stress oder Eisenmangel, sind auf der anderen Seite bei manchen Menschen auch als normal anzusehen. Längsrillen sind bedeutungslos.
Beurteilung der Nageldiagnostik
Kritisch betrachtet fallen vor allem zwei Gesichtspunkte auf, die Fragen bezüglich der Aussagekraft oder der Glaubhaftigkeit der Nageldiagnostik aufwerfen. Zum einen ist bei jeder Beurteilung der Nägel, was Form und Oberfläche betrifft, zu berücksichtigen, dass die Erscheinungen wenn, dann sehr verzögert gedeutet werden müssen. Ein Fingernagel wächst in der Regel 1mm in der Woche, so dass eine Manifestation einer möglichen Erkrankung somit erst Monate später sichtbar wäre.
Zum anderen Verweisen die angewandten Handtafeln auch auf die Größe der Nägel und die Größe der Nagelmonde hin und ziehen sie als Grundlage für Aussagen heran. Hierzu wäre zu bedenken, dass sich die Größe eines Nagels in der Regel so wenig verändert wie die Form des Nagelmondes oder die Länge eines Beines. Dies sind genetisch bedingte Anlagen, die als gegeben hingenommen werden müssen.
Heilpraktiker Felix Teske
© Christoph Hähnel - Fotolia.com
Artikel wurde zuletzt geaendert am: 26.08.2011; 17:48:00 Uhr