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Original Tibetische Medizin

Medizin Tibet Die original tibetische Medizin zählt zu den älteren Heilmethoden und reicht in das Jahr 500 vor Christus zurück. Wie alle fernöstlichen Heilmethoden ist auch die tibetische Medizin eng mit Religion und allgemeiner Lebensauffassung verbunden. Der Buddhismus und die mit ihm verbundene Einstellung zum Leben und zum Kosmos hat auch diese Medizin entscheidend geprägt. Dieser philosophisch-religiöse Einfluss ist auch die Grundlage, warum fernöstliche Heilkunden prinzipiell eine ganzheitliche Ausrichtung haben.

 

Die Philosophie der tibetischen Medizin

Die tibetische Medizin sieht den Menschen all Teil des Universums an, als Mikrokosmos im Makrokosmos. Ebenso ist der Mensch an sich wiederum ein Makrokosmos, der aus Mikrokosmen besteht. Das Gleichgewicht innerhalb und im Bezug auf das Ganze steht im Vordergrund und ist das angestrebte Ziel. Ein Ungleichgewicht führt laut tibetischer Lehre zu Krankheit. Es gibt drei sogenannte Gifte des Geistes, die dieses Gleichgewicht stören. Dazu zählen der Hass, Gier und Unwissenheit. Diese drei Gifte haben negative Wirkung auf drei korrespondierende Kräfte im Körper. Diese sind die Wärme, die Flüssigkeiten und die Bewegung.

 

Der Begriff Flüssigkeiten erklärt sich von selbst. Als Wärm e wird alles bezeichnet, was mit Stoffwechsel im weitesten Sinne in Verbindung gebracht wird, beispielsweise auch die Verdauung. Unter dem Begriff Bewegung wird in der tibetischen Medizin nicht nur die Bewegung der Muskulatur verstanden. Es werden darunter alle dynamischen Prozesse zusammengefasst, wozu auch geistige Aktivität, die Atmung und der Kreislauf und die Sinneswahrnehmungen als dynamisches Wechselspiel mit der Umwelt zählen.

Gerät eines oder mehrere dieser Kräfte durch die Einwirkung eines der Geistesgifte aus dem Gleichgewicht, äußert sich diese Störung in einer Krankheit. Eine Heilung kann also nur erfolgen, indem das Gift ausgeschaltet und so das innere Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Diese inneren Vorgänge sind der Mikrokosmos im Makrokosmos Mensch. Die Kräfte des Makrokosmos Universum sind die fünf Energien Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Diese Energien beeinflussen den Menschen. Das Gleichgewicht dieser Zustände ist maßgeblich für das Wohlbefinden des Menschen als Teil des Universums.

 

Diagnostik und Therapie in der tibetischen Medizin

Die Diagnostik der tibetischen Medizin besteht aus drei Untersuchungen. Geräte werden hierzu nicht benötigt. Neben der Anamnese, also der ausführlichen Befragung des Patienten nach Krankheitsgeschichte und Lebensumständen, folgt eine Beurteilung der Zunge und des Urins. Das wichtigste Mittel in der tibetischen Medizin ist die Pulsdiagnostik. Anhand des Pulses kann der erfahrene Arzt eine Reihe von Störungen erkennen. Hierbei wird nicht nur die Frequenz oder die Qualität beurteilt. Die tibetische Medizin unterscheidet über 40 verschieden Pulsqualitäten. Der behandelnde Arzt kann anhand des Pulses Rückschlüsse auf Störungen des Gleichgewichts im Körper erkennen und so eine Diagnose stellen.

Für die Behandlung ist die Einstellung und geistige Reinheit des behandelnden Therapeuten von großer Wichtigkeit. Nur ein Geist, der frei von den genannten Giften ist, kann ein aus dem Gleichgewicht geratenes System widerherstellen. Die Therapie in der tibetischen Medizin beginnt immer mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten, die mit verantwortlich für eine Erkrankung gemacht werden. Dazu gehört zum einen die Ernährung, die mit einer Diät verändert werden kann, aber auch die geistige Haltung, die mit Hilfe von Übungen und Mantras wieder in Einklang mit der Umgebung und dem Inneren gebracht werden soll. Medikamentös kommen Heilkräuter in verschiedenen Darreichungsformen zum Einsatz. Hier spielt bei der Wirkung dieser Mittel die mystische Dimension dieser Heilkunde eine große Rolle. So geht es nicht nur um den Wirkstoff selbst, damit dieser auch helfen kann, ist der richtige Zeitpunkt der Einnahme von großer Bedeutung. Der richtige Zeitpunkt wird durch die Astrologie und die Stellung der Gestirne zueinander bestimmt. Zu den äußeren Anwendungen zählen neben Aderlass und Schröpfen auch manuelle Therapien wie die Massage.

 

Beurteilung der tibetischen Medizin

Die Grundlagen der tibetischen Medizin entsprechen in ihren Annahmen von Ursachen für Erkrankungen in nichts der westlichen Schulmedizin. Es gibt auch keine Erklärungen für die Beurteilung des Pulses als zentrales Diagnosemittel in dieser Heilkunde. Dennoch entspricht das Ergebnis dieser Methode in einem sehr hohen Prozentsatz der Diagnosestellung durch Gerätemedizin. Für westlich geprägte Denkweisen ist auch der Zusammenhang zwischen der Integrität des Arztes und dem Heilungserfolg schwer nachzuvollziehen.

 

 

Heilpraktiker Felix Teske

© Claus Mikosch - Fotolia.com




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Artikel wurde zuletzt geaendert am:  01.09.2011; 23:16:44 Uhr



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