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Tanztherapie - Therapie durch Tanz
Was ist eine Tanztherapie überhaupt? Diese Frage lässt sich leicht beantworten. Die Tanztherapie zählt zu den künstlerischen Therapien. Sie dient dazu, Gefühle und Beziehung in Form von frei improvisierten Tanzbewegungen auszudrücken, zu verstehen und zu verarbeiten. Die Tanztherapie wurde in den 40er Jahren in Amerika entwickelt und der Tanz ist das Herzstück dieser Therapie. Die Tanztherapie soll dazu beitragen, die Selbst- und Körperwahrnehmung deutlich zu verbessern und auch das Bewegungspotenzial wird erhöht. Beim Tanz wird der authentische Ausdruck gefördert dadurch, dass das Unbewusste integriert wird. In der Tanztherapie werden außerdem Einflüsse aus der humanistischen Psychologie und auch aus der Tiefenpsychologie berücksichtigt. Die ersten Ansätze zur Entwicklung der heutigen Therapie lagen schon bereits in den 20er Jahren und zwar hier in Deutschland.
Eine deutsche Tänzerin mit Namen Mary Wigman (Künstlername) hat ein Buch mit dem Titel „Die Sprache des Tanzens" verfasst und hat darin den Ausdruckstanz beschreiben, wie auch ihre Gefühle und ihr persönliches Erleben, während des Tanzens. Später emigrierte Mary dann in die USA und hat dort die Gedanken zum Tanz weiterverfolgt und selbst neue praktische und theoretische Gedanken weiterentwickelt. Sie hat mit Behinderten und psychisch Kranken gearbeitet und hat im Rahmen dieser Arbeit die therapeutischen Möglichkeiten des Tanzes entdeckt und peu à peu weiterentwickelt. Ungefähr im Jahre 1950 haben zwei Bühnentänzerinnen mit Namen Marian Chace und Trudi Schoop die positive Wirkung des Tanzens bei scher psychisch gestörten Menschen untersucht. In vielen Kontakten mit Therapeuten, die sich mit Tiefenpsychologie befassten, wurde die Tanztherapie entwickelt.
Die Tanztherapie heute - Wege zur Ausbildung
Da, wo die Pioniere von damals angesetzt haben, gingen die Untersuchungen immer weiter und es hat sich die heutige Tanztherapi e darauf entwickelt. Da einige Akteure selbstständig die Therapien weiterentwickelt haben, gibt es heute sehr viele, voneinander differierende Therapieformen. Am Anfang der 80er Jahre wurde dann in Amerika ein 2-jähriges Studium in Tanztherapie eingeführt, das einen Master Abschluss vorsieht. Von da an wurden andere Formen dieser Ausbildung nicht mehr vom ADTA anerkannt. In Europa sah die Entwicklung allerdings anders aus. Es gibt einige Länder, in denen die Ausbildung zum Tanztherapeuten ebenfalls in den Universitäten angeboten wird und dort etabliert ist, aber auch Länder, in denen die Ausbildung in privaten Ausbildungsstätten angeboten wird.
In Deutschland gibt es den Berufsverband der TanztherapeutInne n und dieser gibt die Standards für die Ausbildung zum Tanztherapeuten vor, die sich über 4 Jahre erstreckt. Die vorgegebenen Standards sorgen dafür, dass die Absolventen der Ausbildung sicher mit dem Instrument der Tanztherapie umgehen können und eine fundierte Ausbildung erhalten. Der Berufsverband muss die Ausbildungsstätten anerkennen, aber dennoch werden ganz unterschiedliche theoretische Ausrichtungen angeboten. So gehören zu den Ausrichtungen zum Beispiel die psychoanalytische und die systemische Ausrichtung, wie auch Gestaltgrundlagen. So werden in der Ausbildung Schwerpunkte gesetzt, ohne aber die grundsätzlichen Fertigkeiten und Kenntnisse zu vernachlässigen.
Die Theorie der Tanztherapie
Die Tanztherapie soll grundsätzlich dazu eingesetzt werden, Tanz und Bewegung unter psychotherapeutischen Aspekten zu nutzen und so körperliche, kognitive und emotionale Prozesse zu integrieren, und außerdem auch die Persönlichkeitserweiterung des Patienten zu fördern. In der Tanztherapie finden wir eine Kombination aus Körperpsychotherapie und künstlerischer Therapie, wobei ein besonderes Augenmerk auf der Symbolik der Bewegung liegt. Die Tanztherapie soll dazu führen, vorsprachliche Erlebnisse zu integrieren, und zwar dadurch, dass die Körpersprache und auch das Körpergedächtnis in die Behandlung einbezogen werden. So soll die eigene Körperwahrnehmung gefördert werden und auch eine Entwicklung des realistischen Köperbildes.
Bei den Patienten wird sowohl die authentische Bewegung als auch der persönliche Bewegungsausdruck gefördert. Die Patienten erfahren eine intensive Eigen- und auch Fremdwahrnehmung und so können emotionale Erlebnisinhalte besprochen werden und neue Möglichkeiten der Beziehungsgestaltung und der Handlungskompetenzen erarbeitet werden. Die Erlebnisse während des Tanzens werden selbstverständlich auch verbal aufgearbeitet und so wird das Erlebte bewusst gemacht und integriert.
Die Tanztherapie ist für alle Altersklassen geeignet und kann sowohl in Gruppen, als auch einzeln praktiziert werden. Der Therapeut kann während des Tanzens diverse Verhaltensweisen der Patienten beobachten und diese durch tanztherapeutische Interventionen beeinflussen. Es gibt sehr viele Einsatzmöglichkeiten dieser Therapieform. So wird sie zum Beispiel in psychosomatischen Einrichtungen oder Tageskliniken genutzt oder findet auch in sonderpädagogischen Häusern ihren Einsatz. Auch ambulante Praxen setzen die Tanztherapie für Patienten mit starken körperlichen Veränderungen oder auch zur Intervention bei Lebenskrisen oder zur Paar- und Familientherapie ein.
Heilpraktiker Felix Teske
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Artikel wurde zuletzt geaendert am: 01.09.2011; 21:52:01 Uhr