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Borreliose

Borreliose Bei der Borreliose handelt es sich um eine Erkrankung, die durch Zeckenstiche übertragen werden. Die Erreger sind die Borrelien, eine Bakterienart. Das Risiko, nach einem Zeckenstich an Borreliose zu erkranken ist zwar gering, sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Die Krankheit verläuft mehr oder weniger schleichend, da sich die Bakterien nur sehr langsam vermehren. Die Lyme-Borreliose gehört in die Gruppe der Multisystemerkrankungen, was soviel bedeutet, die Krankheit kann gleichzeitig, oder nacheinander mehrere Organe betreffen. Dazu gehören unter anderen Haut, Gelenke, Herz, Nervensystem, und die Augen. Die Krankheit kann auch in Deutschland auftreten, zählt also nicht direkt zu den Tropen- oder Reisekrankheiten. Allein in Deutschland schätzt man die jährlichen Neuerkrankungen auf etwa 60.000. Die zunehmenden Erkrankungszahlen hängen wohl mit den geänderten Freizeitgewohnheiten der Menschen zusammen. Man verbringt viel mehr Zeit im Freien mit Spaziergängen, Sport, oder Wanderungen, als früher. Die Borreliose ist vor allem in Europa und in Nordamerika sehr verbreitet. In den Monaten März bis Oktober, hier insbesondere die Zeit von Juni bis August, ist die Zeckenaktivität besonders hoch.

 

Ursachen der Borreliose durch Zecken und das Bakterium Borrelia burgdorferi

Verursacht wird die Borreliose von dem Bakterium Borrelia burgdorferi. Erregerreservoires sind kleine Nagetiere, aber auch Vögel. Zecken, die in Europa und Nordamerika beheimatet sind, können in unterschiedlichem Maße mit Borrelien infiziert sein. Durch ihren Stich übertragen die Zecken die Erreger an die Menschen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Gefahr nach einem Zeckenstich an Borreliose zu erkranken ist zwar gering, jedoch sollte man trotz allem vorbeugende Maßnahmen treffen, wenn man sich im Freien aufhält. Der Zeckenstich bleibt zunächst in der Regel unbemerkt. Der Grund dafür ist, dass die Zecke beim Stich große Mengen des Speichels abgibt. Dieser ist mit verschiedenen Gerinnungshemmenden und Schmerzlindernden Substanzen angereichert. Die Blutmahlzeit dauert etwa 10 Minuten, an deren Ende die Zecke Magenreste in die Wunde würgt. Mit diesen Magenresten gelangen dann die Bakterien in den Menschen. Ist die Zecke satt, fällt sie oft von alleine wieder ab, doch dies ist nicht immer der Fall. Wer bei sich, oder bei Familienmitgliedern eine Zecke entdeckt, sollte diese so schnell wie möglich entfernen, wobei darauf geachtet werden muss, dass sie vollständig - also samt Kopf - entfernt wird.

 

Symptome und Beschwerdebild der Borreliose

 


Die Borreliose hat ein überaus vielfältiges Beschwerdebild. Die Symptome zeigen sich in den drei Stadien der Erkrankung unterschiedlich. Bereits nach wenigen Tagen, oder einigen Wochen zeigt sich um die Einstichstelle eine Hautrötung, die Handtellergröße erreicht. Diese Rötung nennt man auch Erythema migrans, oder auch Wanderröte. Das Vorhandensein dieser Rötung ist ein sicherer Hinweis auf eine Borrelieninfektion. Im ersten Stadium treten meist untypische Symptome auf, wie Fieber, Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Muskelschmerzen und Lymphknotenschwellungen. In etwa 30% der Fälle kommt es jedoch zu einer Infektion ohne Erythema migrans. Hier ist die Gefahr groß, dass die Infektion nicht erkannt wird. Es können Wochen, oder Monate vergehen, bis man das zweite Stadium erreicht. Im zweiten Stadium treten folgende Symptome auf:

- brennende Nervenschmerzen, - Lähmungen - Gefühlsstörungen - Schwellungen der Lymphknoten In diesem Stadium kann auch das Herz von der Erkrankung betroffen sein. Eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung ist nicht auszuschließen. Zwar nur selten, aber es können sich kleine rötliche Hauttumore entwickeln. Bei Kindern sind sie überwiegend an den Ohrläppchen, bei Frauen an den Brustwarzen, bei Männern an den Hoden zu finden. Wenn Borreliose Stadium drei erreicht, sprechen die Mediziner von einer Spätmanifestation. Stadium drei kann auch erst Monate, oder sogar Jahre nach einer Infektion auftreten. Die Beschwerden reichen hier von Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis), die an den Knie-, Sprung-, Ellenbogen-, Finger-, Zehen-, Handwurzel- und Kiefergelenken auftreten. Hautveränderungen können ebenfalls auftreten. Diese zeigen sich in Schwellungen an den Knie- und Ellenbögen, sowie auf den Unterarmen und Unterschenkeln. Die Schwellungen färben sich blaurot, hier wird die Haut später dünn. Geistiger Abbau, Lähmungen, Gehirnentzündungen und Koordinationsstörungen kommen als Spätfolge zwar in Frage, sind aber eher selten.

 

 

Diagnose und Therapie nur durch den Facharzt

Für die Diagnose ist die Erhebung der Krankengeschichte notwendig. Das Vorhandensein von Erythema migrans ist zwar ein sicheres Zeichen für eine bestehende Borrelieninfektion, eine Blutuntersuchung wird jedoch in der Regel gemacht. Zweck hier ist der Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien im Blut. Allerdings wird man hier nicht immer fündig. Ein Nachweis ist erst nach ca. zwei bis vier Wochen nach dem Stich möglich, in einigen Fällen bilden sich die Antikörper erst nach Monaten nach dem Stich. Ein Fehlen von Antikörpern ist also kein Beweis dafür, dass man nicht mit Borrelien infiziert ist. Auf der anderen Seite ist auch der Nachweis kein Beweis dafür, dass man sich erst vor kurzem mit Borrelien infiziert hat. Die Antikörper sind auch noch Jahre nach einem Zeckenstich im Blut nachweisbar. Besteht der Verdacht, dass das Nervensystem beteiligt ist, wird die Rückenmarkflüssigkeit labortechnisch untersucht.

Am erfolgreichsten ist eine Therapie wenn sie frühzeitig beginnen kann. Die Infektion wird mit Antibiotika behandelt. Diese sind in jeder Phase der Erkrankung einsetzbar. Bei einem frühzeitigen Beginn (Erythema migrans) dauert die Behandlung mit Antibiotika zwei Wochen. In der Spätmanifestation müssen sich die Patienten auf eine antibiotische Therapie von drei bis vier Wochen einstellen. Eine Behandlung mit Antibiotika nach jedem Zeckenstich ist jedoch unnötig, denn nicht jeder Zeckenstich bedeutet auch, dass man sich - möglicherweise - infiziert hat. Spontanheilungen nach der ersten Phase sind möglich, wenn auch nicht häufig. Einer Therapie ist jedoch grundsätzlich anzuraten, um Spätfolgen mit Organbeteiligung und Nervenschäden vorzubeugen. Etwa die Hälfte der Borreliosepatienten erleiden trotz korrekter Therapie Spätkomplikationen, diese verlaufen jedoch in diesem Fall meist milde.

 

 Verlauf und Prognose

In der Regel geht eine Borreliose nicht über dem ersten Stadium hinaus, rechtzeitige und korrekt durchgeführte Therapie vorausgesetzt. Es gilt, je früher das Antibiotikum eingesetzt wird, umso besser sind die Chancen, Spätkomplikationen aus dem Weg gehen zu können. Eigentlich sind Spätfolgen selten, diese betreffen vor allem das Nervensystem und/oder die Gelenke. Lebensbedrohliche Zustände treten nur vereinzelt auf, hier kann man davon ausgehen, dass nach der Infektion keinerlei Therapie durchgeführt wurde.

 

 

Vorbeugen durch entsprechende Kleidung

Zecken leben in niedrigen Sträuchern und im Kniehohen Gras. Bei Aufenthalt in Zeckengebieten ist also dazu zu raten, lange Hosen, langärmelige Kleidung und feste Schuhe zu tragen. Zudem ist es wichtig, dass man sich zu Hause auf Zecken untersucht. Zecken fühlen sich am besten in warmen und gut durchbluteten Regionen. Achselhöhlen, Geschlechtsbereich, hinterer Haaransatz, hinter den Ohren und in Kniekehlen sollte man also als Erstes suchen. Zecken, die im Körper stecken, müssen so schnell wie möglich entfernt werden. Hierzu am besten spezielle Zeckenzange verwenden. Wer sich nicht traut, oder unsicher ist, sollte sofort einen Arzt aufsuchen, der die Zecke dann entfernt. Entfernte Zecken dürfen auf keinen Fall zerquetscht werden. Bakterien, die die Zecke in sich trägt können so auf den Menschen übertragen werden!

Hajnalka Prohaska

 © Volkmar Gorke - Fotolia.com




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Artikel wurde zuletzt geaendert am:  06.04.2009; 19:54:28 Uhr



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