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Migräne

Herzschmerzen Migräne hat mit dem Beschwerdebild von gewöhnlichen Kopfschmerzen wenig gemeinsam. Unter Migräne wird ein plötzlich auftretener, anfallsartiger, pulsierender und halbseitiger Kopfschmerz verstanden, der die Betroffenen aufgrund der starken Schmerzen oftmals ans Bett fesselt. Als typische Begleiterscheinung treten meist Übelkeit und Erbrechen auf. Ebenso kann es zu einer erhöhten Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie neurologischen Ausfällen kommen. Hierunter werden beispielsweise Schwindel, Flimmern vor den Augen, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen verstanden.  Bereits drei Prozent der Schulkinder leiden unter wiederholten Anfällen und fünf Prozent der Männer mittleren Alters werden regelmäßig von Migräne heimgesucht. Bei den Frauen sind es sogar zwanzig Prozent, die unter Migräne zu leiden haben.  In Deutschland leiden rund zehn Millionen Menschen unter den Beschwerden.  Eine Migräneattacke, die nicht behandelt wird, dauert in der Regel etwa 18 Stunden. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht bei Menschen, in deren Familie Migräne bereits häufiger vorgekommen sind.

 

Ursachen von Migräne

 

Bis heute konnten nicht alle Ursachen vollständig geklärt werden. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass genetische Faktoren eine große Rolle spielen, da fast immer gleich mehrere Personen einer Familie von Migräne betroffen sind. Noch vor wenigen Jahren wurden Durchblutungsstörungen im Gehirn für Migräneattacken verantwortlich gemacht. Diese Theorie konnte jedoch widerlegt werden. 

 

Es wird vermutet, dass verschiedene Neurotransmitter an der Entstehung von Migräne nicht ganz unbeteiligt sind. Neurotransmitter, wie beispielsweise Serotonin, werden in den Nervenzellen gepeichert. Erst wenn die Nervenzelle gereizt wird, wird das Serotonin frei gesetzt. Als Ursache für Migräneanfälle wird eine Gleichgewichtsstörung des Serotoninspiegels angenommen.  Hinzukommt, dass bestimmte Faktoren für die Auslösung einer Migräneattacke verantwortlich gemacht werden. Diese Faktoren werden als Trigger bezeichnet.  Hierzu zählen beispielsweise ein Mangel an Schlaf, Stress, zu helles Licht, körperliche Überanstrengung, Alkohol, Nikotin und hormonelle Schwankungen. Ausserdem stehen bestimmte Nahrungs- und Genussmittel in Verdacht, Migräne auszulösen, z.B. Rotwein, Schokolade oder einige Käsesorten.

 

Symptome der Migräne

 

Obwohl es viele verschiedene Formen der Migräne gibt, wird nur zwischen zwei Hauptformen unterschieden: Migräne ohne Aura sowie Migräne mit Aura. Die häufigere Form ist die Migräne ohne Aura. Hierbei treten meist einseitige, zunehmende Kopfschmerzen auf, die bis zu 72 Stunden andauern können. Die Betroffenen leiden oftmals unter Übelkeit, Erbrechen, sind licht- und geräuschempfindlich und liegen am liebsten in einem abgedunkelten Raum.  Migräne mit Aura: Die Migräne mit Aura wird auch als klassische Migräne bezeichnet. Neben den Symptomen, die auch bei der Migräne ohne Aura auftreten, kommt es zu zusätzlichen Beschwerden wie Sehstörungen, Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen. Bei den Sehstörungen handelt es sich oftmals um flimmernde Lichterscheinungen, die von der Mitte des Gesichtsfeldes nach aussen wandern. Hierbei kann es zu kleinen und sogar kompletten Gesichtsfeldausfällen kommen.  In den meisten Fällen treten die Symptome der Migräne mit Aura für einen Zeitraum von etwa sechzig Minuten auf.

 

Die vier Migränephasen

 

Migräneattacken verlaufen in der Regel in vier Phasen:  Vorphase: Bereits Stunden vor dem Migräneanfall bemerken Betroffene die ersten Symptome wie Heißhunger, Appetitlosigkeit, Gereiztheit oder Euphorie.   Auraphase: Etwa 10% der Betroffenen leiden unter Migräne mit Aura. In der Auraphase treten diese neurologischen Symtome in den Vordergrund.  Kopfschmerzphase: Während dieser Phase kommt es zu den typischen Migräne-Kopfschmerzen, die innerhalb der ersten Stunden immer stärker werden.  Rückbildungsphase: In dieser Phase klingen die schlimmsten Schmerzen ab. Die Betroffenen fühlen sich jedoch müde und angespannt und benötigen noch mindestens 24 Stunden, um sich von dem Migräneanfall zu erholen.  Bei den meisten Migräne-Patienten wiederholen sich die Attacken in unterschiedlichen Abständen. In besonders schweren Abständen treten die Anfälle 2-3 Mal wöchentlich auf.  Durch die häufigen Migräneattacken wird das Berufs- und Privatleben der Migränepatienten oftmals schwer belastet.

 

Diagnosestellung bei Migräne

 

Da es keine speziellen Laboruntersuchungen gibt, um das Krankheitsbild der Migräne festzustellen, ist die Erhebung der Krankheitsgeschichte ebenso wichtig wie die Beschreibung der Kopfschmerzen. Daneben wird vom Arzt eine körperlich-neurologische Untersuchung durchgeführt. Mittels einer Messung der Gehirnströme (EEG) sowie einer Doppler-Sonographie werden andere Erkrankungen ausgeschlossen. In manchen Fällen wird auch eine Schichtaufnahme des Gehirns, Magnetresonanz-Tomographie (MRT) oder eine Computer-Tomographie (CT), empfohlen.  Die Behandlung der Migräne unterscheidet sich grundlegend von anderen Kopfschmerzformen wie Spannungskopfschmerz oder Cluster-Kopfschmerz. Deshalb ist auch eine eindeutige Diagnosestellung für den Patienten sehr wichtig.

 

Behandlungsmöglichkeiten bei Migräne

 

Eine Heilung der Migräne ist bislang nicht möglich. Bei der Therapie geht es lediglich darum, die Beschwerden zu lindern und dem Betroffenen das Leben etwas zu erleichtern. Die Medikation richtet sich nach dem Ausmaß der Migräneattacken. Kombinierte medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungen versprechen im Moment den größten Erfolg. Während eines Migräneanfalls ist es notwendig, sich Ruhe zu gönnen. Hierzu legt man sich am Besten mit einer kalten Kompresse in einen abgedunkelten Raum.  Bei leichten Attacken wird schon bei den ersten Anzeichen empfohlen, ein Medikament gegen Übelkeit einzunehmen. Auf diese Weise kann danach das Schmerzmedikament eingenommen werden, ohne befürchten zu müssen, dass es wieder erbrochen wird. Derzeit werden Medikamente wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Ibuprofen als die am Geeignetsten angesehen. 


Bevor mit der Behandlung der Migräne begonnen wird, sollte in jedem Fall eine ärztliche Untersuchung bei einem Arzt stattgefunden haben. Von einer unkontrollierten Tabletteneinnahme kann nur abgeraten werden. Hinzu kommt, dass sich durch eine zu hohe Medikamentendosierung die Migräneattacken häufen und verstärken können.  Starke Migräne-Anfälle: Bei starken Migräne-Attacken haben sich die Therapiemöglichkeiten innerhalb der letzten Jahre deutlich verbessert. Der wirksamste Wirkstoff ist unter dem Namen Triptan erhältlich. Die Substanz weist eine ähnliche Wirksamkeit auf wie das körpereigene Serotonin. Triptane sollten am Besten zu Anfang eines Migräneanfalls genommen werden. Triptane wirken auch gegen die typischen Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen. Da Triptane bei einigen Grunderkrankungen nicht eingenommen werden dürfen, sollten Sie vor der Einnahme mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen.

 

Verlauf und Vorbeugen der Migräne

 

Migräne gehört zu den chronischen neurologischen Erkrankungen, die nicht geheilt werden können. Es ist lediglich eine Behandlung der Symptome möglich.  Bei einigen Patienten geht die Zahl der Migräne-Anfälle nach dem 40. Lebensjahr ohne erkennbaren Grund deutlich zurück. Wenn die Anzahl der Attacken plötzlich deutlich ansteigt, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Es könnte sich um eine medikamenteninduzierte Migräne handeln, wenn zuvor zuviel und zu häufig Schmerzmittel eingenommen wurden. Zur Selbstbeobachtung wird Migränepatienten das Führen eines Migräne-Tagebuches empfohlen. So haben Betroffene die Möglickeit, eine Kontrolle über ihre Attacken zu behalten. Auf ausreichenden Schlaf, wenig Stress und eine ausgewogene Ernährung sollte geachtet werden. Wenn Sie feststellen, dass bestimmte Trigger-Faktoren Ihre Migräne-Attacken verstärken, sollten Sie diese unbedingt vermeiden.  Neben einer medikamentösen Therapie, die unbedingt mit einem Arzt besprochen werden sollte, kommen Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung in Frage. 

 




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