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Angina pectoris - Koronare Herzkrankheiten

Angina pectoris und Koronare herzkrankheiten Unter Angina pectoris versteht man die Hauptbeschwerde der Koronaren Herzkrankheit, kurz KHK genannt. Diese geht mit einer Minderversorgung des Herzmuskels einher. Die Koronare Herzkrankheit ist Volkskrankheit Nummer eins in der westlichen Welt. In der Medizin werden mehrere Arten von Angina pectoris unterschieden. Man setzt Unterschiede zwischen stabiler und instabiler, sowie chronischer Angina pectoris. Brustenge - wie die Erkrankung auch genannt wird - führt, sofern sie unbehandelt bleibt, zu einem Herzinfarkt. Die stabile Angina pectoris tritt in der Regel nur bei Belastungen auf. Das Engegefühl tritt in der Herzgegend, hinter dem Brustbein auf, Atembeschwerden, Angstgefühl und kalter Schweiß können begleitend sein. Als instabile Angina pectoris wird neu auftretende Brustenge bezeichnet, oder wenn die Schmerzintervalle sich verkürzen. Dauer und Häufigkeit nehmen zu. Dies ist ein sicheres Zeichen für einen Herzinfarkt. Schnelle medizinische Hilfe ist hier vonnöten. Eine dritte Form von Angina pectoris trägt den Beinamen "Prinzmetal".

Hier verkrampfen sich die Herzkranzgefäße. Diese Art der Brust- oder Herzenge ist Belastungsunabhängig, tritt also häufig im Ruhezustand auf. Auch sie kann einen Herzinfarkt ankündigen, deshalb ist es angeraten, den Notarzt zu rufen. Viele Menschen geraten in Panik, wenn sie dieses beengende Gefühl hinter dem Brustbein bemerken und rufen sofort den Notarzt. Dies ist zwar nicht gänzlich falsch, doch muss man bedenken, dass das Engegefühl in der Brust nicht zwingend der Vorbote eines Herzinfarkts sein muss. Auch andere Erkrankungen, wie die des Magens, der Speiseröhre, der Schilddrüse, oder der Lungen können Angina pectoris verursachen. Es ist überaus wichtig, den Beschwerden auf den Grund zu gehen und nach einer möglichen Erkrankung zu suchen.

 

Angina pectoris Anfälle haben viele Ursachen

Obwohl viele Faktoren für Angina pectoris verantwortlich gemacht werden, liegt die häufigste Ursache in der Verengung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose, Koronare Herzkrankheit). Die Herzkranzgefäße sind für die Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen zuständig. Ist der Durchfluss zu 75% verringert, kann eine ausreichende Versorgung nicht mehr gewährleistet werden. Die Folge ist eine Minderversorgung, wogegen sich das Herz natürlich wehrt. Hier treten dann Schmerzen hinter dem Brustbein auf, die meist auch mit Atembeschwerden und Angstgefühl einhergehen. Zu Beginn treten die Schmerzen nur bei Belastung auf, später dann auch im Ruhezustand. Es ist unbedingt erforderlich, Brustschmerzen auf den Grund zu gehen, um schwere Folgekrankheiten zu verhindern.

 

Symptome von koronaren  Herzkrankheiten richtig deuten


Die Symptome der Angina pectoris sind in der Regel Schmerzen in der Brust. Häufig wird der Schmerz in der linken Brusthälfte verspürt, bevor er sich in den gesamten Brustbereich ausbreitet. Die Schmerzen können in die Arme, Schulter, Nacken, Hals, Kiefer, oder in den Oberbauch ausstrahlen. Gleichzeitig mit den Schmerzen tritt ein Gefühl der Beklemmung, besser gesagt ein Gefühl der Enge in der Brust auf. Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit und (Todes-) Angst sind meist begleitende Symptome. In einigen Fällen kann die Ausstrahlung in den Armen ein Taubheitsgefühl hervorrufen, die manchmal auch bis zum Ellenbogen, oder zur Hand reicht. Wenn die Schmerzen in den Hals ausstrahlen kann ein unangenehmer Würgegefühl auftreten. Zu den Symptomen muss man eines anmerken. Vor einiger Zeit kam die Medizin zu der Erkenntnis, dass die Symptome bei Frauen oft völlig anderes verlaufen, als bei Männern. Frauen klagten zwar seltener über Brustschmerzen, dafür traten plötzliche Müdigkeit, und Magenbeschwerden auf. Diabetiker sollten besonders gut auf ihren Körper hören, denn bei Diabetikern, die bereits an diabetischen Nervenerkrankungen leiden, verläuft Angina pectoris häufig völlig ohne Schmerzen.

 


 

Stabile und instabile Angina pectoris werden in 4, bzw. 3 Schweregraden eingestuft. Die stabile AP ruft meist Schmerzen bei Belastungen hervor. Die Belastungen können körperlicher, oder seelischer Natur sein. Die Schmerzattacken dauern selten länger, als wenige Minuten, sofern der Patient sich zu Ruhe begibt, oder ein Nito-Präparat (Nitrospray) einnimmt. Stadium I wird mit Schmerzen beschrieben, die bei normalen Alltagsbelastungen auftreten. Für Stadium II sind Schmerzen bei schwerer körperlicher Belastung charakteristisch. Im Stadium III treten die Schmerzen bereits bei leichten körperlichen Belastungen auf. Stadium IV beschreibt die Schmerzen, die bereits bei der kleinsten Belastung, oder gar im Ruhezustand auftreten. Die instabile AP unterscheidet sich im Wesentlichen von der stabilen AP in folgenden Punkten:

 

- Erstmaliges Auftreten von Angina pectoris

- Schmerzintervalle nehmen ab, Schmerzdauer nimmt zu

- Typisch sind Beschwerden, die im Ruhezustand, oder nachts auftreten

- Wenn Angina pectoris binnen 6 Wochen nach einem diagnostizierten Herzinfarkt auftritt

- Wenn Nitro-Präparate nicht helfen

 

Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden ist bei Patienten mit instabiler AP besonders hoch. Stadium I der iAP beschreibt die Schmerzen, die erstmalig auftreten, oder schwerer werden. Keine Ruhe-AP. In das Stadium II fallen die Schmerzen, die innerhalb des letzten Monats, jedoch nicht in den vergangenen 48 Stunden im Ruhezustand auftraten. Stadium III beschreibt die Schmerzen der Ruhe-AP, die in den vergangenen 48 Stunden auftraten.

 

 

Diagnose und Therapie können Leben retten

Um eine genaue Diagnose stellen zu können, ist es notwendig, dass der Arzt zunächst das Risikoprofil untersucht. Bei der Blutuntersuchung wird nach spezifischen Veränderungen im Blutbild gesucht. Blutzucker-, Blutfett-, und CK-MB-Werte können dem Arzt erste Anhaltspunkte liefern. Zu den Grunduntersuchungen gehört auch eine EKG-Untersuchung, wobei der Arzt ebenfalls auf Veränderungen achtet. Eine Befragung des Patienten soll weitere Anhaltspunkte liefern. Hier sind vor allem Angaben zu den Schmerzen, deren Intensität, deren Intervalle und Dauer anzugeben. Auch ist es wichtig zu wissen, in welchen Situationen die Schmerzen auftraten und ob sie in irgendwelche Körperregionen ausstrahlen. Die Beschreibung der Ernährungs- und Lebensumstände (Raucher, etc.) liefern weitere Anhaltspunkte für die Diagnose. Um andere Erkrankungen auszuschließen, wird eine körperliche Untersuchung benötigt. Besteht der Verdacht, dass die Schmerzen durch die Koronare Herzkrankheit hervorgerufen wurden, so sind mehrere technische Untersuchungen (Herzkatheter etc.) notwendig.

 


 

Bei einem akuten Anfall von Angina pectoris müssen einige Aspekte Beachtung finden. Tritt der Anfall erstmalig auf, so ist es notwendig den Notarzt zu rufen. Das gleiche gilt für den Fall, dass sich Häufigkeit und Intensität verändern. In beiden Fällen handelt es sich um eine instabile AP, und das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden, ist besonders hoch. Die Therapie bei stabiler Angina pectoris erfolgt in der Regel mit Nitro-Spray, oder mit Nitrohaltigen Beißkapseln. Die Wirkung von Spray und Kapsel tritt binnen kürzester Zeit ein, indem die Gefäße erweitert und das Herz mit Sauerstoff versorgt wird. Bleibt die Wirkung aus, müssen Sie den Notarzt rufen. Ziel der Therapie ist, die AP-Anfälle zu verhindern und die körperliche Belastbarkeit des Patienten so gut wie möglich zu erhalten. So kann auch Herzinfarkt vermieden, oder zumindest das Risiko vermindert werden.

 

Angina pectoris Anfälle als Vorboten des Herzinfarkt

Da die Ursachen meist in der Verengung der Herzkranzgefäße liegen, ist Angina pectoris in den meisten Fällen ein Hinweis auf einen bevorstehenden Herzinfarkt. Werden die Warnsignale nicht, oder falsch gedeutet, kann ein Herzinfarkt tödlich enden. Fast jeder zweite Herzinfarkt endet tödlich, oft, weil die medizinische Hilfe zu spät gerufen wird. Nur ein Arzt ist in der Lage Angina pectoris von einem Herzinfarkt zu unterscheiden.

 

Gesunde Lebensweise senkt das Herzinfarktrisiko

Mit einer gesunden Lebensweise kann man Arteriosklerose und somit auch Angina pectoris vorbeugen. Ausgewogene und vitaminreiche Ernährung, der Verzicht auf Alkohol und Tabak, ausreichend Bewegung tragen erheblich zu Ihrer Gesundheit bei. Eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte, insbesondere bei Patienten mit Vorerkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck etc.) können viel zur Früherkennung beitragen.

 

Hajnalka Prohaska

© für  Foto Rob Byron - Fotolia.com

 




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Artikel wurde zuletzt geaendert am:  18.02.2009; 20:59:17 Uhr



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