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Vitamin B3 (Niacin)

Vitamin B3 (Niacin) Vitamin B3 ist der alte Name von Niacin. Niacin kommt in vielen Lebensmitteln vor. Aus Eiweiß kann der Körper Niacin herstellen, also gilt der Stoff nicht als Vitamin, zumindest nicht im klassischen Sinne. Die Stoffe Nikotinsäureamid (Nikotinamid) und Nikotinsäure zählen zu den wasserlöslichen B-Vitaminen. Diese Stoffe werden als Niacin bezeichnet. So gesehen ist Niacin also ein Sammelbegriff. Da Niacin in vielen Nahrungsmitteln vorkommt, wird der Stoff aus der Nahrung meist in ausreichender Menge aufgenommen. Hierzulande kommen Mangelerscheinungen kaum vor. Tryptophan ist eine Aminosäure, die vor allem in Milch, Milchprodukten, hier insbesondere in Käse, aber auch in Eiern, Erbsen, in Geflügel, in Nüssen, in Rindfleisch und in Kartoffeln vorkommt. Aus dieser aromatischen Aminosäure kann der Körper Niacin herstellen. Niacin übernimmt eine ganze Reihe von Funktionen im Körper. Wesentlich ist Niacin am Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel beteiligt. Vitamin B3 hilft dabei, dem Körper aus der Nahrung Energie zur Verfügung zu stellen. Außerdem fördert Niacin die Bildung von Neurotransmitter im Gehirn. Diese Botenstoffe sind für die Nerven besonders wichtig, um Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle transportieren zu können. Niacin hat aber noch weitere wichtige Aufgaben im menschlichen Körper. So trägt Niacin erheblich dazu bei, der Haut zu helfen, sich zu regenerieren. Ebenso ist es an der Regeneration von DNA, Muskeln und Nerven maßgeblich beteiligt. Niacin ist einer der Stoffe, die in allen menschlichen Zellen enthalten sind. Fettgewebe, Nieren und die Leber enthalten Niacin in deutlich höhere Konzentration.

 

Täglicher Bedarf von Niacin

Der tägliche Bedarf wird durch Alter und Geschlecht bestimmt. Der eigentliche Bedarf wird zwischen 13mg für Frauen und ältere Menschen, und 16mg für Männer angegeben. Bei Kindern liegt der empfohlene Tagesbedarf zwischen 7 und 12mg. Durch das häufige Vorkommen, sowie durch die Tatsache, dass der Körper selbst Niacin herstellen kann, ist der Bedarf in der Regel überdurchschnittlich gut gedeckt. Allein schon mit der Nahrung nehmen wir deutlich mehr zu uns, als eigentlich nötig ist. Diese "Überversorgung" ist jedoch nicht gefährlich. Bestimmte Personen haben einen erhöhten Bedarf an Niacin. In diese Gruppe gehören schwangere und stillende Frauen, Leistungssportler, und Menschen, die an schweren Erkrankungen leiden, oder eine extreme Diät durchführen. Extreme Diäten sind dafür bekannt, dass sie meist überaus einseitig sind. Durch diese Einseitigkeit kann ein Multivitamin-Mangel entstehen. Es ist deshalb sehr wichtig, auf seinen Vitaminhaushalt auch im Rahmen einer Diät sehr zu achten. Ein erhöhter Bedarf liegt auch bei Alkoholismus, bei Rauchern, oder bei Erkrankungen des Verdauungssystems vor.

 

 

Niacin-Mangel

Durch normale Essgewohnheiten wird der tägliche Bedarf an Niacin über die empfohlene Menge hinaus gedeckt. Niacin-Mangel kann jedoch insbesondere bei Menschen auftreten, die einen erhöhten Bedarf an Niacin haben, bei Rauchern, Alkoholikern und bei Personen, mit Erkrankungen des Verdauungssystems. Extreme Diäten - wie bereits erwähnt - führen über kurz, oder lang zu Mangelerscheinungen. In Mais ist kein Niacin enthalten. Deshalb sind von Niacin-Mangel hauptsächlich Völker betroffen, deren Hauptnahrung aus Mais, und aus Maisprodukten besteht. Ein leichter, vorübergehender Niacin-Mangel äußert sich in Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, in Nervosität, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Verdauungsstörungen, Schwindel, und Mundtrockenheit. Die Krankheit Pellagra (=raue Haut) tritt bei starkem Niacin-Mangel auf. Diese Erkrankung äußert sich in verschiedenen Beschwerdebildern. Dazu gehören Hautveränderungen, Magen-Darm-Beschwerden, wie anhaltender Durchfall, aber auch neurologische Beschwerden, wie Halluzinationen, Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit und Depressionen. Pellagra ist hierzulande, und in den Industrieländern kaum noch ein Thema. Sie tritt vielmehr in Gegenden auf, wo die Nahrung überwiegend aus Mais, Hirse und deren Produkten besteht.

 

Überversorgung mit Niacin

Da es sich bei den Stoffen Nikotinsäureamid (Nikotinamid) und Nikotinsäure um wasserlösliche Substanzen handelt, ist eine Überdosierung allein über die Nahrung nicht zu erwarten. Anders sieht die Sache jedoch aus, wenn man Niacin zusätzlich auch über Vitaminpräparate einnimmt. Zu einer Überdosierung kommt es jedoch auch nur, wenn diese Präparate über eine längere Zeit hinaus regelmäßig eingenommen werden. Eine Überdosierung äußert sich in Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Schweißausbrüchen, Übelkeit mit Erbrechen, mitunter auch in Juckreiz. Vitaminpräparate, die auch Niacin enthalten, bzw. Niacinpräparate sollten auf jeden Fall nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

 

Niacin Vorkommen

Niacin ist in fast allen Lebensmitteln enthalten, natürlich in unterschiedlicher Konzentration. Einige Lebensmittel sind besonders reich an Niacin, andere enthalten nur sehr geringe Mengen. In folgenden Nahrungsmitteln kommt Niacin in größeren Mengen vor:


- Fleisch (Lamm, Rind, Schwein, Geflügel, Wild etc.)

- Innereien

- Fisch

- Eier

- Erbsen und andere Hülsenfrüchte

- Hefen (Backhefe, Bierhefe etc.)

- Vollkorngetreide

- Kaffeebohnen

- Getrocknete Aprikosen

- Erdnüsse

- Pilze (Champignons z.B.)

- Milch

- Milchprodukte (insb. Käse)

- Datteln

- Weizenkleie

 

Eine gesunde Ernährung sieht vor, dass dem Körper mit der Nahrung alle essentiellen Stoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden. Da in den verschiedenen Lebensmitteln jedoch nicht alle Stoffe auf einmal vorhanden sind, so muss man darauf achten, dass die Ernährung abwechslungsreich ist.

 

Hajnalka Prohaska

© dinostock - Fotolia.com




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Artikel wurde zuletzt geaendert am:  18.06.2009; 21:43:04 Uhr



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