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Zahnwurzelentzündung – Schnelle Behandlung verhindert Langzeitschäden

 

Der seit Tagen pochende Schmerz ist endlich vorbei. Erleichtert streicht der Patient den schon beschlossenen Gang zum Zahnarzt aus dem Gedächtnis. Doch zwei Tage später sind die Schmerzen wieder da und heftiger als vorher. Die Wange schwillt an, der Schmerz dehnt sich bis zu den Ohren und unter die Augen aus. Der Besuch beim Zahnarzt ist unausweichlich.. Mit einer Zahnwurzelentzündung (Perodontitisis) ist nicht zu spaßen. Im Gegenteil: Wird sie nicht rechtzeitig und fachmännisch versorgt, kann dies schwerwiegende Folgeerkrankungen mit sich bringen.


Wenn der Karies den Zahn durchbohrt

Karies bleibt oft lange unentdeckt. Denn Schmerz entsteht erst, wenn er Zahnschmelz und Zahnbein durchdrungen hat und auf den Nerv in der Wurzelhöhle trifft. Patienten können diesen Zeitpunkt selbst erkennen. Reagiert ein Zahn mit heftigem pochendem Schmerz auf alle süßen, sauren, kalten und heißen Speisen und Getränke, hat der Nerv seine erste Schädigung erfahren. Ohne intensive zahnmedizinische Behandlung stirbt der Nerv innerhalb kurzer Zeit ab, was den Zahn schmerzunempfindlich macht. Die Entzündung wird chronisch. An der Spitze der Zahnwurzel bildet sich Eiter, der nach und nach in den Kiefer und in die Blutbahn gelangt. Die Bakterien, die für die Entzündung verantwortlich sind, gelangen ebenfalls in den Kiefer und lösen ihn auf Dauer auf. Die nicht behandelte chronische Entzündung schwächt das Immunsystem, das auf die Bekämpfung des Krankheitsherds in der Mundhöhle fokussiert ist. Viele Patienten mit derart chronischen Zahnwurzelentzündungen erkranken in der Folgezeit häufig auch schwer an Infekten. Früher machten die Zahnärzte in einem derart fortgeschrittenen Stadium kurzen Prozess. Der Zahn wurde entfernt, die Wunde konnte gesäubert werden und ausheilen.

 

Eine Brücke schloss die Lücke. In der modernen Zahnmedizin ist das oberste Gebot, jeden Zahn, wenn möglich zu erhalten. Die neuartigen Behandlungsmethoden ermöglichen dies auch in Fällen, in denen die Zahnwurzel bereits abgestorben ist. Ein Kältetest, bei dem ein Strahl kalter Luft an den Zahn geleitet wird, gibt Auskunft darüber, ob der Nerv noch intakt ist. Reagiert der Patient mit heftigem Schmerz, „lebt" der Nerv noch. Nur ein schmerzunempfindlicher Zahn hat keinen lebendigen Nerv mehr. Das Röntgenbild gibt weiteren Aufschluss. Eitrige Entzündungsherde werden als helle Schatten sichtbar. Solche Eiterherde können linsen- bis erbsengroß werden. Mit einer Zahnwurzelbehandlung wird der Zahnarzt versuchen, die Entzündung in den Griff zu bekommen. Über den Wurzelkanal werden Bakterien und abgestorbene Gewebeteile entfernt. Es folgt eine Spülung mit desinfizierender Lösung. Anschließend werden die Hohlräume mit Füllmaterial dicht verschlossen. Dabei handelt es sich in der Regel um Guttapercha, den eingedickten Milchsaft tropischer Bäume. Verschlossen wird alles mit Dichtzement. In den meisten Fällen ist die Entzündung damit ausreichend bekämpft. Kommt es zu einer Neuerkrankung, wird der Zahnarzt die Wurzelspitze der Zahnwurzel entfernen. Der Zahn erhält eine Krone, ein Zahnersatz bleibt dem Patienten erspart.

 

Wenn die Wurzel unbemerkt stirbt

Sehr selten wird eine Zahnwurzelentzündung nicht durch Karies, sondern durch einen Unfall ausgelöst. Es können Jahre vergehen, bis der Patient merkt, dass er an einer chronischen Zahnwurzelentzündung leidet. Ein Beispiel verdeutlicht, welch fatale Folgen dies haben kann. Nach einem Sturz vom Pferd haben sich bei einer 21 Jahre alten Frau die vier oberen Frontzähne gelockert. Die Krankenhausmediziner beruhigen sie mit dem Versprechen, dass sich die Zähne schon bald wieder festigen werden. Nach einer Woche ist es soweit. Alle Zähne sitzen wieder fest. Ein Jahr später erkrankt die junge Frau, die vorher eine sehr robuste Gesundheit hatte, an einer schweren Mittelohrentzündung.

 

Schlag auf Schlag folgen eine Mandelentzündung, eine schmerzhafte Entzündung eines Daumengelenks, eine Kiefernhöhlenvereiterung. Eine Lungen- und Rippenfellentzündung schwächt die Frau massiv. Kurz darauf besucht sie den Zahnarzt wegen einer bräunlich auffälligen Stelle an einem der oberen Frontzähne. Als der Zahnarzt zum Bohrer greift, spürt sie nichts. Das Röntgenbild zeigt an der Wurzel jedes der vier Zähne, die sich nach dem Unfall gelockert hatten, einen erbsengroßen Eiterabszess. Nach der Entfernung der Zähne und einer umfangreichen Wundreinigung stellte sich der ehemals robuste Gesundheitszustand der Patienten schnell wieder ein. Bei unklaren Krankheitsursachen lohnt sich also immer auch ein Blick auf die Zähne.

 



Artikel wurde zuletzt geaendert am:  26.06.2011; 12:40:23 Uhr



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